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Aktie unter der Lupe Für die BVB-Aktie gibt es neue Hoffnung

Borussia Dortmund hat eine gute Bilanz vorgelegt und ist positiv in die neue Saison gestartet. Davon profitiert der Kurs der BVB-Aktie.
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Borussia Dortmund: Für die BVB-Aktie gibt es neue Hoffnung Quelle: imago/Picture Point LE
Fans von Borussia Dortmund

Dass sich der Kurs der BVB-Aktie seit April erholt hat, hängt vor allem mit der Qualifikation für die Champions League zusammen.

(Foto: imago/Picture Point LE)

DüsseldorfDer Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, kann nun eine gute Flasche Wein aufmachen. Denn er hat seine Wette gewonnen, dass die Aktie von Borussia Dortmund im Nebenwerte-Index SDax bleiben wird.

Im August hatte es nach einer Schwächephase der Aktie Spekulationen darüber gegeben, ob die einzige deutsche Fußballaktie aus dem Index fliegt. Das hätte womöglich weitere Kursverluste bedeutet.

Doch bereits Ende des vergangenen Monats hat sich abgezeichnet, dass die Aktie im Index bleiben würde. Zum Stichtag am 31. August 2018 befand sich das Papier auf Platz 47 im SDax mit einem Marktwert der frei handelbaren Aktien von 385 Millionen Euro.

Im Durchschnitt lag der Verein im August bei diesem Kriterium für die Indexmitgliedschaft auf Platz 48, mit einem Wert von 349 Millionen Euro. Auch das zweite Kriterium für einen Verbleib im SDax sah im August gut aus: Der Aktienumsatz lag mit Stand 31. August bei 19,3 Millionen Euro. Das bedeutete nach diesem Kriterium Rang 35 im SDax, der bisher 50 Mitglieder hatte und künftig 70.

Die Mitgliedschaft in einem Index ist für die Entwicklung einer Aktie wichtig. Bestimmte Investoren legen Wert darauf und kaufen solche Papiere eher. Außerdem ist es für das Unternehmen selbst eine Prestigefrage, wie sich an der Wette von Watzke ablesen lässt.

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Zuletzt hatte der Kurs im August knapp unter der Marke von sieben Euro ein Jahreshoch markiert, war dann aber wieder zurückgefallen. Nach wie vor notiert die Aktie deutlich unter den Höchstständen, die vor einem Jahr erreicht worden waren, als der BVB furios in die neue Saison gestartet war. Als sich dann jedoch die sportlichen Misserfolge häuften, stürzte die Aktie von Oktober 2017 bis April 2018 von über acht Euro auf fünf Euro ab.

Sportlicher Erfolg ist für Fußballaktien entscheidend

Das Beispiel zeigt einmal mehr, wie stark eine Fußballaktie kurzfristig von der sportlichen Entwicklung abhängt. Dass sich der Kurs seit April erholt hat, hängt vor allem mit der Qualifikation für die Champions League zusammen.

Mit dem jüngsten Kursanstieg im August reagierte die Börse nicht nur auf den positiven Start in die Bundesligasaison, sondern auch auf die gute Bilanz für das Geschäftsjahr 2017/18.

Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA steigerte den Umsatz in der bis Ende Juni 2018 laufenden Abrechnungsperiode auf den Rekord von 536 Millionen Euro.

Getrieben wurde das starke Wachstum durch zahlreiche und teilweise ungewöhnlich lukrative Spielerdeals wie den Verkauf der Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang an den FC Arsenal und Ousmane Dembélé an den FC Barcelona. Die Transfererlöse waren mit 223 Millionen im Geschäftsjahr um 145 Millionen Euro höher als im Jahr zuvor.

Dieser Umsatzposten schwankt allerdings von Jahr zu Jahr teils sehr stark und ist für ein Fußballunternehmen schlecht planbar. Entscheidender für die mittelfristige Entwicklung des Vereins sind daher regelmäßig fließende Einnahmen, wie zum Beispiel die Sponsoringerlöse.

Diese erhöhten sich um 6,6 Millionen auf 94 Millionen Euro. Darin zeige sich die ungebrochene Strahlkraft von Borussia Dortmund, erklärte BVB-Geschäftsführer Thomas Treß. Er interpretiert diesen Anstieg als „Signal eines weiteren ungebrochenen Wachstums“ – trotz einer sportlich eher schlechten Saison.

Wegen des frühen Ausscheidens in den europäischen Wettbewerben und im DFB-Pokal waren die Zahlen im Spielbetrieb, der TV-Vermarktung und im Merchandising in der vergangenen Saison schwächer als gewohnt.

Für die Zukunft ist das Management allerdings sehr positiv gestimmt: „Unabhängig von künftigen Transfererlösen wird Borussia Dortmund weiter stark wachsen“, erklärte BVB-Chef Watzke.

Eine sportlich erfolgreiche Saison könnte aus seiner Sicht darüber hinaus dazu führen, dass weitere Erlöspotenziale realisiert werden können. Das sieht auch Christoph Schlienkamp so, Analyst beim Bankhaus Lampe: „Treiber für die Aktie könnte sportlicher Erfolg sein. Das würde sich sofort in den Zahlen wie etwa dem Merchandising niederschlagen.“

Thorsten Renner von GSC Research ist ähnlich positiv gestimmt: „Ich sehe den BVB wirtschaftlich weiter sehr gut aufgestellt“, erklärte er. Aus dem TV-Vertrag flössen der Gesellschaft höhere Mittel zu, auch die Zahlungen in dem finanziell lukrativen europäischen Fußballwettbewerb Champions League erreichten ein neues Niveau.

Renner geht zudem davon aus, dass Borussia Dortmund vom Auslaufen des bisherigen Vermarktungsvertrags mit Lagardére Sports im Jahr 2020 profitiert. Dies werde dem BVB jährlich rund 20 Millionen Euro mehr bescheren.

„Angesichts der weiter hervorragenden Aufstellung dürfte auch bei der Aktie noch Potenzial bestehen, auch wenn die Aktie nun die letzten Wochen bereits gut zugelegt hat“, sagte Renner.

Verbesserungspotenzial auf den Auslandsmärkten

Grundsätzlich gilt für Fußballvereine, dass sich eine gute sportliche Entwicklung langfristig positiv auf den Markenwert auswirkt. Potenzial für Verbesserungen sieht Analyst Renner hier vor allem noch im Ausland wie Asien und Amerika. In diesen Regionen wirbt der Verein bevorzugt in den Spielpausen durch Reisen aktiv um neue Fans.

International ist Borussia Dortmund trotz der sportlichen Flaute in der vergangenen Saison nach wie vor eine stark beachtete Marke. Nach der jüngsten Studie der Beratungsfirma Brand Finance besitzt der Verein einen Markenwert von 481 Millionen Euro. Im Ranking der 50 wertvollsten Fußballmarken liegt der BVB damit auf Platz zwölf.

Mit Blick auf die Bewertung der Aktie ist ein Vergleich zum gesamten Börsenwert des BVBs interessant: Dieser liegt aktuell bei 600 Millionen Euro, also nur wenig über dem von Experten errechneten Markenwert.

Noch vor einem Jahr hatte BVB-Boss Watzke den Wert des Vereins auf mindestens eine Milliarde Euro geschätzt. Dieser Einschätzung hatten Aktienbeobachter mit Blick auf die unsichere Gewinnentwicklung bei einem Fußballverein ausdrücklich widersprochen.

Weiter positiv eingestellt ist trotzdem auch das Londoner Analystenhaus Edison. Die Jahresergebnisse hätten die Erwartungen übertroffen, erklärte Richard Finch von Edison.

Der BVB sei weiter in der Lage, bedeutsame stille Reserven zu heben, wie sich an den Transfererlösen zeige. Er erwartet im aktuellen Geschäftsjahr unabhängig von den Transfererlösen ein „robustes Wachstum“.

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