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Aktie unter der Lupe Investor Dan Loeb attackiert Sony – und gibt Anlegern so einen heißen Tipp

Der japanische Traditionskonzern steht vor einem neuen Rekordgewinn. Der Erfolg des Konzerns lockt auch aggressive Investoren wie Dan Loeb wieder an.
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Das Unternehmen ist erfolgreich auf dem Markt für Videospiele. Quelle: imago/IP3press
Sony auf der Spielemesse in Paris

Das Unternehmen ist erfolgreich auf dem Markt für Videospiele.

(Foto: imago/IP3press)

TokioDan Loeb wirkt bei Sony wie ein Kursbarometer. Als er mit seinem Investmentfonds Third-Point vor sechs Jahren den Erfinder des Walkmans und der Playstation angriff, ging er mit einem Gewinn von 20 Prozent nach Hause.

Berichte über eine weitere Attacke ließen Sonys Aktienkurs daher vorige Woche um sieben Prozent explodieren. Offenbar signalisierte Loebs erneutes Engagement den Anlegern, dass es bei den Japanern wieder etwas zu holen gibt.

Dabei dürfte es weniger um Loebs Forderung gehen, Sony solle Geschäftszweige wie etwa seine Filmstudios ausgliedern oder gar an Streamingdienste wie Netflix verkaufen. Diese Idee hat das Management schon bei seiner letzten Attacke abgelehnt. Vielmehr könnte seine Art der Liebeserklärung den Blick auf die Schere zwischen Rekordgewinnen und Aktienpreis lenken. Viele Analysten halten den Sanierungsfall von einst nun für unterbewertet.
Yasuo Nakane von Mizuho Securties beispielsweise gibt ein Kursziel von 7.900 Yen aus, rund 47 Prozent mehr als die Aktie am Mittwoch wert war – und 13 Prozent mehr als beim letzten Zehnjahreshoch vom September 2018. In einer Reuters-Umfrage bewerten sieben von 19 Analysten Sony mit „kaufen“, sechs mit „outperform“ und nur einer mit „underperform“.
Der schwache Kurs überrascht angesichts der eindrucksvollen Sanierung – und im Vergleich zum Rivalen Panasonic. Noch 2015 verbuchte Sony einen Reinverlust. Doch für das im März abgelaufene Bilanzjahr stellt der Konzern bei einem stagnierenden Umsatz von 8.500 Milliarden Yen einen Betriebsgewinn von 870 Milliarden Yen (6,9 Milliarden Euro) in Aussicht. Das ist ein Rekord.

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Und mehr noch: Mit einem Wert von 10,2 Prozent ist Sonys Gewinnmarge im Jahr 2018 nach den vorläufigen Ergebnissen mehr als doppelt so hoch wie die von Panasonic. Doch bewerten die Aktionäre Sony nur mit einem mageren achtfachen Kurs-Gewinn-Verhältnis – und damit schlechter als den weitaus weniger dynamischen Rivalen.

Verantwortlich für die Kluft ist ausgerechnet Sonys schillerndster Erfolg: die Videospiel- und Netzwerksparte. „Diese Sparte ist der wichtigste Gewinnmotor geworden“, meint Koto Ezawa von Citigroup Japan. Immerhin 18,6 Milliarden Euro dürfte sie 2018 Sony eingespielt haben, rund 28 Prozent vom Konzernumsatz. Zugleich ist sie mit einer Gewinnmarge von 13 Prozent überdurchschnittlich profitabel.

Angst vor Google

Die Japaner kommen zwar nicht wie Facebook oder Google auf Hunderte Millionen oder Milliarden Abonnenten für ihren Onlinedienst Playstation Plus, sondern nur auf 36 Millionen Videogamer.

Die sind allerdings bereit, pro Jahr mindestens 50 Dollar dafür zu bezahlen, neue Spiele herunterladen oder online spielen zu können. Nun hat Google aber angekündigt, selbst Cloudspiele anbieten zu wollen. Viele Aktionäre sorgen sich daher, dass Sonys wichtigster Pfeiler wegbricht, berichtet Ezawa.

Doch für ihn ist das zwar ein Risiko, „aber kein großes Problem“. Denn er setzt darauf, dass Sony mit seinem Spiele-Know-how seine dominante Position verteidigen kann. Vor allem vertraut der Analyst Konzernchef Kenichiro Yoshida, der nun unbestritten der Boss ist, seit sein Vorgänger Kazuo Hirai Ende März den Posten des Verwaltungsratschefs aufgegeben hat.

Denn mit Yoshida kam bei Sony die Wende. Bis Hirai Yoshida 2013 als Finanzchef anheuerte, verfehlte Sony die ohnehin schlechten Prognosen regelmäßig. Doch er bekam die Kosten unter Kontrolle und richtete den Konzern streng auf Kernkompetenzen aus – auch wenn das zunächst wehtat.

Massengeschäft abgestoßen

Bei der Sanierung der kriselnden Elektroniksparte warf Yoshida sogar Sonys Stolz über Bord. Früher war der Konzern der größte Fernsehhersteller der Welt. Doch jetzt überlässt der Konzern den Massenmarkt dem Erzrivalen Samsung und chinesischen Marken. Stattdessen konzentriert sich Yoshida auf die hochpreisige Oberklasse. Mit Erfolg: Sony erzielt nun mit Fernsehern laut Ezawa eine höhere Rendite auf seine Investitionen als der koreanische Weltmarktführer Samsung.

Bei Digitalkameras funktioniert die Strategie ebenfalls, mit technischen Innovationen den Platzhirschen Canon und Nikon die Marktführerschaft in der fotografischen Oberklasse streitig zu machen. Sony ist nun nach Meinung von Analysten sogar in einer Position, einen drohenden Kollaps des Markts zu überstehen.

Die Sanierung der defizitären Smartphonesparte hat sich Yoshida für dieses Jahr vorgenommen. Gleichzeitig profitiert Sony bei Handys davon, dass die Rivalen immer mehr Kameras in die Geräte einbauen. Denn die Japaner sind der größte Lieferant der Bildsensoren für Mobiltelefone.

Ein weiterer Pfeiler ist die Produktion von Inhalten in Sonys Film- und Musikstudios. Es wäre daher eine große Überraschung, wenn Yoshida dem Druck Loebs nachgeben würde, diesen Bereich zu verkaufen. Zumal Sony das Geld nicht braucht. „Wir erwarten Wachstum über 2019 hinaus“, meint Yu Okazaki von Nomura. Trifft dies zu, könnte Sony mittelfristig auch skeptische Anleger überzeugen, dass die Wende dieses Mal dauerhaft ist.

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