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Börsentafel mit den Indizes in Frankfurt

Die Deutsche Börse überprüft die Zusammensetzung ihrer wichtigsten Indizes.

(Foto: dpa)

Aktienindex Das sind die heißen Kandidaten für den MDax

Das Softwareunternehmen Teamviewer und TLG Immobilien haben gute Chancen auf einen Aufstieg in den MDax. Analysten finden beide Aktien attraktiv.
Update: 03.12.2019 - 15:34 Uhr Kommentieren

Frankfurt Gerecht scheint das nicht: Mit dem Softwareunternehmen Teamviewer, Gewerbeimmobilienkonzern TLG Immobilien, dem Batteriehersteller Varta und dem Autozulieferer Schaeffler gibt es gleich vier Kandidaten, die sich theoretisch für den Aufstieg in den MDax qualifizieren, doch es gibt nur Platz für zwei.

Grund dafür ist das Regelwerk der Deutschen Börse. Die Börse überprüft viermal im Jahr die Zusammensetzung ihrer wichtigsten Indizes. Die entscheidenden Kriterien sind die Marktkapitalisierung der frei gehandelten Aktien und der durchschnittliche Börsenumsatz.

Dabei erfüllen der Mobilfunkanbieter 1&1 Drillisch und die Optikerkette Fielmann inzwischen nicht mehr die Mindestanforderungen und steigen aus dem MDax ab. Damit werden im MDax zwei Plätze frei. Auf der anderen Seite ist aber keiner der Aufstiegskandidaten so stark, dass er einen weiteren Wert aus dem MDax verdrängen könnte. Deswegen gibt es nur zwei Aufsteiger.

Entscheidung am Mittwochabend

Verkünden wird die Deutsche Börse ihre Entscheidung am Mittwoch nach US-Börsenschluss. Grundlage dafür sind die Ranglisten von Ende November, die erst kommende Woche veröffentlicht werden.
Indexexperten bei Banken führen aber eigene Listen und können die Entscheidung schon jetzt abschätzen – wenn auch ohne Garantie, da die Datenbanken der Banken von denen der Börse abweichen können.

Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist ein solcher Indexexperte. Er sagt: „In der Beletage des Dax dürfte es keinen Wechsel geben.“ Die besten Chancen für einen Aufstieg haben laut Streich der Börsenneuling Teamviewer und TLG Immobilien. Sie lägen bei der Marktkapitalisierung deutlich vor Schaeffler und Varta.

TLG Immobilien erfüllt das Börsenumsatzkriterium allerdings nur knapp. „Falls das Unternehmen wider Erwarten doch um einen oder mehrere Ränge schwächer abgeschnitten haben, stünde Varta parat“, meint Streich. Für wahrscheinlich hält er den Varta-Aufstieg aber nicht.

Die gute Nachricht für Anleger ist: Für die beiden wahrscheinlichen MDax-Aufsteiger Teamviewer und TLG Immobilien sehen Analysten noch Potenzial.

Die Aktie des Softwareunternehmens ist nicht gut gelaufen, steigt aber wohl trotzdem auf. Quelle: Reuters
Teamviewer-Zentrale

Die Aktie des Softwareunternehmens ist nicht gut gelaufen, steigt aber wohl trotzdem auf.

(Foto: Reuters)

Teamviewer ist erst Ende September an die Börse gekommen. Seither hat sie sich nicht gut entwickelt. Die Aktie notiert unter dem Ausgabekurs von 26,25 Euro. Da Teamviewer aber mit 2,2 Milliarden Euro der größte europäische Börsengang in diesem Jahr war, qualifiziert sich das Göppinger Unternehmen mit Blick auf die Marktkapitalisierung für den MDax.

Auch der Umsatz ist ausreichend für den MDax-Aufstieg. Beim Börsenumsatz zählt für die Deutsche Börse mit Blick auf die Indexplatzierung der durchschnittliche Umsatz der vergangenen zwölf Monate. Bei erst kürzlich an die Börse gegangenen Unternehmen wie Teamviewer werden die Börsenumsätze ab dem 21. Handelstag hochgerechnet.

Sechs Banken - sechs Kaufempfehlungen

Mit Blick auf den Kurs sind die sechs Analysten, die Teamviewer beobachten, optimistisch, dass der Kurs bald nach oben durchstartet. Die Analysten raten allesamt zum Kauf.

Die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen unterstreichen zum Beispiel aus Sicht von Mohammed Moawalla von Goldman Sachs das robuste Wachstum des Spezialisten für Software zur Computer-Fernwartung und für Videokonferenzen.

James Goodman von Barclays findet das dritte Quartal des Software-Herstellers „exzellent“. Teamviewer hatte im dritten Quartal das bereinigte operative Ergebnis auf 46 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Die abgerechneten Umsätze stiegen um 63 Prozent auf 83 Millionen Euro, wozu vor allem ein starkes Geschäft in Nord- und Südamerika beitrug.

Teamviewer-Chef Oliver Steil ist mit Blick auf die Zukunft optimistisch. Er glaubt, dass sein Unternehmen von der sich verschlechternden Konjunktur sogar profitieren könne. In schlechteren Wirtschaftslagen würden Unternehmen überlegen, wo sie besser werden könnten. Dabei helfe die Teamviewer-Software.

Der Konzern fusioniert mit Aroundtown. Quelle: imago/Schöning
TLG Immobilien in Berlin

Der Konzern fusioniert mit Aroundtown.

(Foto: imago/Schöning)

Anders als die Aktie von Teamviewer ist die Aktie der vor gut fünf Jahren an die Börse gegangenen TLG Immobilien sehr gut gelaufen. Seit der Erstnotiz ist der Kurs um 160 Prozent gestiegen.

Von Ende August bis Mitte September diesen Jahres geriet die TLG-Aktie zwar unter Druck, hat sich seither aber erholt und mit bis zu 28,30 Euro ein Allzeithoch erreicht. Bei TLG rät die Hälfte der zehn Analysten, die die Aktie beobachten zum Kauf. Die übrigen Analysten empfehlen die Aktie zu Halten, zum Verkauf rät niemand.

Neues Branchenschwergewicht nach der Fusion

Grund zur Zuversicht bietet vor allem die geplante Milliardenfusion von TLG Immobilien mit der bereits im MDax notierten Aroundtown. Damit entstünde ein neues europäisches Branchenschwergewicht. Analysten wie Julius Stinauer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser erwarten Wertzuwächse der Immobilien und Portfoliozukäufe und halten TLG noch nicht für zu teuer.

TLG wird wegen der Fusion allerdings nur ein kurzes Gastspiel im MDax geben. Nach dem Zusammenschluss mit Aroundtown wäre dann das neue Unternehmen, für das noch kein Name feststeht, zunächst Mitglied im MDax. Doch Streich von der LBBW sieht sogar noch mehr Potenzial: „Das fusionierte Unternehmen wäre so groß, dass es auf Sicht sogar an die Dax-Tür klopfen könnte.“

Hinweis: Dieser am 29.11.2019  veröffentlichte Artikel wurde am 3.12.2019 geändert, nachdem die Landesbank Baden-Württemberg aufgrund eines Datenbankfehlers ihre Prognosen korrigiert hatte. Irrtümlicherweise ging die LBBW zunächst davon aus, dass Teamviewer in den SDax aufsteigt. Als wahrscheinlichster MDax-Aufsteiger galt zu diesem Zeitpunkt neben TLG Immobilien der Batteriehersteller Varta.

Mehr: Warum Analysten an einen Kursanstieg der Teamviewer-Aktie glauben

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