Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Donald Trump

Der US-Präsident hat Notenbankchef Jerome Powell schon mehrfach für seinen Kurs kritisiert.

(Foto: AP)

Aktienmärkte Wie Trump die Börsen beeinflusst

Krisengespräche und Durchhalteparolen: Die US-Regierung verunsichert die Märkte. Europa steht der USA-Schock noch bevor.
Kommentieren

Frankfurt, New York Nach dem Kursrutsch von Heiligabend zeichnet sich nun eine leichte Erholung der US-Aktienmärkte ab. So sind der Leitindex S&P 500 und der Technologieindex Nasdaq zum Handelsstart am Mittwoch um 0,8 Prozent gestiegen. Auch der Dow Jones ging mit einem leichten Plus in die letzte Handelswoche des Jahres.

Dennoch droht den US-Börsen der schwärzeste Dezember seit 1931 – den Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Der S&P 500 verlor Heiligabend etwa 2,7 Prozent. Das wichtigste Börsenbarometer der Welt notiert knapp 20 Prozent tiefer als zum Jahreshoch Ende September – und damit an der Schwelle zum Bärenmarkt. Der Dow verlor seit Oktober etwa 18 Prozent, der Technologieindex Nasdaq seit Ende August knapp 25 Prozent.

In Europa ist der jüngste Schock aus den USA bislang noch nicht angekommen. Der Euro Stoxx 60 notierte an Heiligabend etwa 0,9 Prozent im Minus, der britische Leitindex FTSE 100 etwa 0,5 Prozent.

Der Dax lag an seinem letzten Handelstag vor Weihnachten sogar noch leicht im Plus. Allerdings schlossen die europäischen Märkte an Heiligabend noch vor Handelsbeginn in den USA. Die schlechteste Woche für den amerikanischen Aktienmarkt seit der Finanzkrise 2008 werden die europäischen Anleger also erst dann verarbeiten, wenn der Handel am Donnerstag wieder aufgenommen wird.

Entsprechend ist der Pessimismus bei vielen Marktteilnehmern groß: „Wir befinden uns mitten im stärksten Sturm an den Finanzmärkten seit der Krise 2008, die Märkte von New York bis Tokio brechen ein“, sagt Bernd Berg, Anlagestratege bei Woodman Asset Management.

Für Verunsicherung an den Märkten sorgten erneute Attacken des US-Präsidenten gegen die US-Notenbank Fed. Notenbank-Chef Jerome Powell erhöhe die Leitzinsen zu schnell und würge die Konjunktur ab, monierte Donald Trump.

Noch vor Handelsschluss an Heiligabend ließ Trump die Öffentlichkeit wissen, wen er für den Absturz verantwortlich macht: „Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed.“ Trump trat zwar Spekulationen entgegen, er wolle Powell feuern. „Ich vertraue ihm“, sagte der US-Präsident.

Dennoch sehen Marktteilnehmer in der fortwährenden Fed-Kritik einen Angriff auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank.

Chaostage im Weißen Haus

Ein weiterer Auslöser der Talfahrt ist der Haushaltsstreit zwischen Trump und den oppositionellen Demokraten. Der US-Präsident will den Haushalt nur absegnen, wenn er fünf Milliarden Dollar für den Bau einer Mauer zu Mexiko enthält.

Dagegen sperren sich die Demokraten. Weil der Haushalt nicht verabschiedet werden kann, bleiben Teile der Bundesverwaltung in den USA vorerst geschlossen. Investoren befürchten, dass die US-Wirtschaft geschwächt wird, wenn die Blockade des Bundeshaushalts weiter anhält.

Der Fed-Chef wird von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Quelle: AP
Jerome Powell

Der Fed-Chef wird von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert.

(Foto: AP)

Als glücklos gilt auch das Agieren von US-Finanzminister Steve Mnuchin. Erst telefonierte er am vergangenen Sonntag mit den CEOs der sechs größten US-amerikanischen Banken. Diese versicherten ihm, sie verfügten über ausreichend Liquidität für die Kreditvergabe und die Märkte funktionierten weiterhin vorschriftsmäßig.

Am Montag berief Mnuchin dann kurzfristig eine Telefonkonferenz mit einer Krisengruppe aus Vertretern der Aufsichtsbehörden ein. Diese trifft sich eigentlich nur in Zeiten schwerer Marktverwerfungen. Nach Angaben von Teilnehmern erklärte die Aufsicht in dem Gespräch, sie habe keine außerordentlichen Vorfälle während des jüngsten Abschwungs beobachtet.

Investoren fassten die Krisengespräche als weiteres Signal dafür auf, dass sich die US-Regierung um den Kurs der Märkte sorgt.

US-Präsident Donald Trump bemühte sich zwar, Optimismus zu verbreiten. Er rief am Dienstag dazu auf, Aktien zu kaufen. „Ich denke, es ist eine riesige Chance, zu kaufen. Wirklich eine großartige Gelegenheit“, sagte er im Weißen Haus.

Er habe „großes Vertrauen“ in amerikanische Unternehmen. Doch die Reaktion der Investoren blieb verhalten: „Der Markt ist besorgt über das, was in Washington passiert“, sagte Vinay Pande, Handelsstratege bei UBS Global Wealth Management. „Angesichts der großen Korrektur am Markt herrscht offenbar Unordnung und Uneinigkeit, und die Leute sprechen nicht mit einer Stimme, was jeden hier verunsichert.“

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Aktienmärkte - Wie Trump die Börsen beeinflusst

0 Kommentare zu "Aktienmärkte: Wie Trump die Börsen beeinflusst"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote