Aktienpaket abgestoßen US-Großinvestor verkauft VW – Aktie knickt ein

Die Deutsche Bank verkauft Volkswagen-Aktien in großem Stil für einen Kunden. Die Platzierung des Aktienpakets drückt die Aktie tief ins Minus. Inzwischen ist klar, wer hinter dem Verkauf steckt.
Update: 15.03.2013 - 15:01 Uhr 16 Kommentare
Schatten von Martin Winterkorn (l), Vorstandsvorsitzender der Volkswagen, und Hans Dieter Pösch, Finanzen und Controlling, bei der Jahrespressekonferenz von VW in Wolfsburg. Quelle: dpa

Schatten von Martin Winterkorn (l), Vorstandsvorsitzender der Volkswagen, und Hans Dieter Pösch, Finanzen und Controlling, bei der Jahrespressekonferenz von VW in Wolfsburg.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Bank hat im Auftrag eines Kunden ein Paket von VW-Vorzugsaktien über fast eine Milliarde Euro verkauft. Über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren wurden 5,8 Millionen Vorzugsaktien des Autoherstellers platziert, teilte das Institut am Freitag mit. Zunächst war gerätselt worden, wer hinter dem Verkauf steckt. Inzwischen ist klar: Ein US-Fonds ist der Verkäufer.

Die Aktien seien zu einem Preis von 158 Euro je Titel platziert worden, teilte die Deutsche Bank am Freitag mit. Damit hat das Paket einen Wert von rund 914 Millionen Euro. Die Papiere wurden im Auftrag des VW-Aktionärs Waddell & Reed Investment Management veräußert. Nach Reuters-Daten verfügt der Großaktionär nun noch über 1,07 Millionen VW-Vorzugsaktien. Das platzierte Paket entspricht nach Reuters-Daten rund 3,4 Prozent der im Streubesitz zirkulierenden Vorzugsaktien.

Die VW-Titel fielen in Frankfurt zeitweise um vier Prozent auf 158 Euro. Bereits am Donnerstag erwischte die VW-Aktie einen schlechten Tag. Die Volkswagen-Titel fielen um 1,1 Prozent. Anleger waren vor allem vom Ausblick enttäuscht. Der Autobauer verspürt wegen der Absatzkrise in Europa zunehmend Gegenwind. Beim operativen Gewinn erwartet der Vorstand ein weiteres Jahr Stagnation.. "Die Dynamik bei der Aktie hat sich ein bisschen abgeschwächt", sagte Jürgen Pieper, Analyst bei Bankhaus Metzler in Frankfurt. "Der Markt ist vom Ausblick ein wenig enttäuscht, aber VW ist bei seinen Aussagen vorsichtig geworden, weil der Konzern in den vergangenen Jahren so offensichtlich erfolgreich agierte."

Die meisten Analysten sind dennoch weiterhin von VW überzeugt. Die Commerzbank hat die Einstufung für die Aktie gestern mit "Kaufen" und einem Kursziel von 195 Euro bestätigt. Audi-Vertriebschef Luca de Meo habe sich auf einer Investorenveranstaltung eher optimistisch gezeigt, schrieb Analyst Sascha Gommel in einer Studie vom Donnerstag.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie sieben Prozent verloren, damit kommt VW auf eine Marktkapitalisierung von 72 Milliarden Euro. Langfristig ist die VW-Aktie ein Glücksfall für Aktionäre. Seit dem Einbruch des Dax 2009 hat die VW-Aktie fast 150 Prozent zugelegt.

  • rtr
  • Bloomberg
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16 Kommentare zu "Aktienpaket abgestoßen: US-Großinvestor verkauft VW – Aktie knickt ein"

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  • "Es gibt derzeit sicher viele Investoren, die gerne aus dem einen oder anderen Wert aussteigen möchten, aber nicht können, da ihnen die privaten Kleinanleger, denen man den Schrott in kleinen Tranchen als Verlustübernehmer andrehen könnte, abhanden gekommen sind."

    Volltreffer !!!

  • Was die Amis mit dem DAX vorhaben, davon kann Deutsche Bank und seine gierigen Anleger noch nicht einmal davon träumen!

  • Geschäfte in dieser Größenordnung werden üblicherweise außerhalb des normalen Handel gemacht. Wenn Milliarden verwaltende Fonds sich über dieses Tabu hinwegsetzen, wird es spannend.

    Immerhin sind die großen Investoren darauf angewiesen, die Kurse bei Laune zu halten. Wird einer nervös, schadet er sich selbst und den Kollegen, auf deren diskrete Abwicklung er bei anderen Werten in seinem Depot angewiesen ist.

    Es gibt derzeit sicher viele Investoren, die gerne aus dem einen oder anderen Wert aussteigen möchten, aber nicht können, da ihnen die privaten Kleinanleger, denen man den Schrott in kleinen Tranchen als Verlustübernehmer andrehen könnte, abhanden gekommen sind.

    Von daher ist man aufeinander angewiesen und gezwungen, immer weiter zu investieren, um die Kurse bei Laune zu halten und nicht realisierbare Gewinne auszuweisen. Gewinnmitnahmen sind nicht drin.

    Werden einige Leutchen nervös, könnte das sehr interessant werden.

  • ach Gottchen :-)

    da hat sich wohl jemand verspekuliert *lach*
    heute ist 3-Fach-Hexensabat - da sind Derivate etc. fällig ...
    und nur wenn man dringend Liquidität braucht verschachert man gleich ein ganzes Paket - statt vieler kleinerer Tranchen.
    Wer Anteile an dem genannten Fond hat sollte zusehen, dass er sie los wird - und statt dessen lieber in VW investieren :-))

  • US-Großinvestor verkauft VW
    ========================
    Wird VW jetzt zum zweiten Opel?
    Sollten wir jetzt lieber in Q-Cells und/oder Solar Millenium "investieren"?
    Oder in PSA?

  • Da spürt wohl ein Aktionä,r dass es bald vorbei ist mit dem wild gewordenen DAX :

    Der Absturz naht : wahrscheinlich kommt der DAX auf 2.500 Punkte erst mal runter......RETTE SICH WER KANN ?

    Für den Winterkorn können wir wohl anfangen zu sammeln ...:-)

  • Keine Aufregung!
    Der brutale Verkauf zeigt an, daß der Eigentümer dringend baresc brauchte und nicht marktschonend in Tranchen verkaufen konnte/wollte. Schließlich standen die VZ schon besser in einem aufwärtsstrebenden Marktklima.
    Die Aktien wurden im Paket verschachert, d.h. ein anderer hat jetzt die heiße Kartoffel. Dies ist schon fast eine Versicherung, daß der Kurs nach einer Verschnaufpause das Loch wieder ausbügelt.
    Also: abwarten und womöglich zukaufen!

  • Nach dem guten Artikel im Handelsblatt hat wohl ein Großinvestor kalte Füsse bekommen ;)
    Es kann ja alles mögliche der Grund sein. Mir persönlich steckt da zu viel Spekulation drin im Artikel, da spekulier ich lieber sicherer an der Börse und auch gerne mit VW. Lufthansa hat sich prächtig entwickelt, finde ich. Also für mich zumindest ;) Viel Glück allen, denn das ist immernoch das wichtigste Gut beim Börsenroulette!

  • Moneywork

    entweder da hat einer mehr Informationen als die Kleinanleger oder da braucht einer Geld, bei den laschen Insider Gesetzen in Deutschland wird man nie genaues erfahen in den USA wüsste man jetzt schon mehr, die Kleinen sind immer die Dummen

  • Quatsch, wenn ein großer Investor verkauft ist da was im Busch. Ich empfehle so schnell wie möglich raus. Ich vermute mal die Absätze in Fernost sind unter den Erwartungen und Toyota hat sich wieder erholt. Das Problem vom VW ist, VW kann nicht billig aufgrund der Interessenlage (Staat, Gewerkschaften) und qualitativ haben die Konkurrenten (durch illegale Praktiken und Nachbau wie in z. B. China) eingeholt bzw. überholt.

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