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Aktivistische Investoren Wie Hedgefonds Einfluss auf das Management von Unternehmen nehmen

Da aktivistischen Managern die Ziele in den USA langsam ausgehen, konzentrieren sie sich auf Europa und Deutschland. Hier lockt auch das Aktienrecht.
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Sein Hedgefonds soll bei Bayer eingestiegen sein. Quelle: Reuters
Paul Singer

Sein Hedgefonds soll bei Bayer eingestiegen sein.

(Foto: Reuters)

FrankfurtSeit der Finanzkrise 2008 machen deutsche Vorstände zunehmend Bekanntschaft mit aktivistischen Investoren, die ein wesentlicher Katalysator für Konzernabspaltungen sind. Diese Konzentration auf das Kerngeschäft wird auch in den kommenden Jahren anhalten und zu großen Börsengängen der abgetrennten Töchter führen.

Laut einer Analyse der US-Großbank JP Morgan hatten die Aktivisten im dritten Quartal 2018 insgesamt knapp 127 Milliarden Dollar für ihre Kampagnen global zur Verfügung. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es weltweit gerade einmal 36 Milliarden Dollar. Weil den aktivistischen Managern die Ziele in den USA langsam ausgehen, konzentrieren sie sich verstärkt auf Europa und Deutschland – hierzulande wurden laut JP Morgan 2018 schon 15 Kampagnen gezählt.

Die spezialisierten Hedgefonds sichern sich kleine Anteile an einem Konzern, dann versuchen sie, über Sitze im Aufsichtsrat und Überlegungen in der Öffentlichkeit eine Kursänderung des Unternehmens zu erreichen. Oftmals geraten Konglomerate ins Visier, die auf mehreren Geschäftsfeldern aktiv sind und deren Aktienkurs im Vergleich zur Konkurrenz relativ schlecht läuft. Jüngstes Beispiel für das Vordringen der Aktivisten ist der US-Hedgefonds lliott Management, der Medienberichten zufolge beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer engagiert ist.

Der Fonds des US-Investors Paul Singer soll vor rund einem Jahr bei Bayer eingestiegen sein. Elliott ist in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt, der Hedgefonds hat zuletzt unter anderem beim Industriekonzern Thyssen-Krupp, beim Energiekonzern Uniper und beim Anlagenbauer Gea von sich reden gemacht.

Beim Arzneimittelhersteller Stada machte sich Elliott das deutsche Aktienrecht zunutze, um bei der Übernahme des Unternehmens mehr Geld für sich rauszuschlagen. Das Bayer-Management steht nach der milliardenschweren Übernahme von Monsanto wegen der schlechten Performance des Aktienkurses unter Druck. Bayer-Chef Werner Baumann hat angekündigt, sich von Geschäftsteilen wie der Tiermedizin zu trennen. Elliott dringt angeblich auf einen großen Wurf und die Aufteilung von Bayer in ein Pharma- und ein Agrochemieunternehmen.

Forderungen werden oftmals vorweggenommen

Die hohen Investitionen seitens aktivistischer Investoren halten nach Einschätzung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) an. Für 2018 rechnen die Experten mit einem ähnlich hohen Niveau wie im vergangenen Jahr. 2017 hatten die Aktivisten in Europa doppelt so viel Geld in Kampagnen investiert wie im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2016. „Deutsche Unternehmen rücken immer stärker in den Fokus aktivistischer Investoren. Jedes vierte Dax-Unternehmen war schon mindestens einmal Ziel einer aktivistisch geprägten Kampagne“, so BCG-Experte Jens Kengelbach. Viele Konzerne würden inzwischen mit ihren Abspaltungen die Forderungen der Aktivisten quasi vorwegnehmen.

Investmentbanker empfehlen den Unternehmen, die Vorgehensweise der Aktivisten zu antizipieren, um im Ernstfall schneller reagieren zu können. Es zahle sich aus, das eigene Unternehmen kritisch zu hinterfragen. Solide Vorbereitung auf Kampagnen sei mittlerweile unerlässlich“, sagt Martin Ulbrich von der Kanzlei Hengeler Mueller.

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