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Analyse Uber erwischt ungünstigen Zeitpunkt für Börsengang

Die Wall Street bereitete dem Fahrdienstvermittler einen harten Empfang. Die schwache Nachfrage wird sich auch auf andere Start-ups auswirken, die an die Börse streben.
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Uber liegt im Rang der größten Börsengänge der USA auf Platz drei, hinter Alibaba und Facebook. Quelle: AP
Wall Street

Uber liegt im Rang der größten Börsengänge der USA auf Platz drei, hinter Alibaba und Facebook.

(Foto: AP)

New YorkSo haben sich das die wenigsten vorgestellt. Die Uber-Aktie verliert am ersten Handelstag an der Wall Street deutlich: Das Papier schloss 7,6 Prozent im Minus und kostete noch 41,42 Dollar. Der mit Spannung erwartete Börsengang wurde damit zum Flop. Denn im Schnitt legen die Aktien neuer Unternehmen an ihrem ersten Handelstag 20 bis 30 Prozent zu.

Doch Uber hatte schon von Beginn an Probleme, die nötige Nachfrage zu finden. Die Aktie konnte nur unterhalb des Ausgabepreises, der am Donnerstagabend bei 45 Dollar festgelegt wurde, in den Handel starten. Die Erstnotiz lag bei 42 Dollar. Einige Händler hatten noch gehofft, dass Uber den schwachen Start im Tagesverlauf wieder wettmachen könnte. Doch dazu hat es nicht gereicht. „Uber sollte vielleicht über Aktienrückkäufe nachdenken“, bemerkte ein Händler zynisch, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will.

Der Zeitpunkt für den Börsengang war im Nachhinein gesehen nicht ideal. Der breit gefasste Aktienindex S&P 500 hatte seine schlechteste Woche seit Anfang des Jahres. US-Präsident Donald Trump sorgte noch am Donnerstag mit einer Zuspitzung des Handelsstreits mit China für zusätzliche Unruhe. Allerdings: Die Märkte drehten am Nachmittag ins Positive, Uber gelang das jedoch nicht.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi hatte die Erwartungen bereits am Morgen gedämpft. „Uns kommt es nicht auf einen Tag an. Wir wollen auf drei, fünf und zehn Jahre gesehen erfolgreich sein“, stellt er im Interview mit dem US-Börsensender CNBC klar. Die Anleger sendeten Uber jedoch ein klares Signal: Große Visionen allein reichen nicht aus. Sie fordern zumindest eine Strategie, mit der das 2009 gegründete Unternehmen profitabel werden will.

Doch die beliebt vorerst ungewiss. Uber setzt vor allem darauf, dass die Autos eines Tages autonom sein werden, also ohne Fahrer auskommen werden. Die Fahrer machen heute den größten Kostenbock aus. Doch wann das so weit sein wird, hängt auch von Regulierungsbehörden ab. Zudem gibt es in diesem Feld große Konkurrenz.

„Dieser Börsengang war vor allem eine Exit-Strategie für private Investoren“, moniert Michael Underhill, Investment-Chef vom Vermögensverwalter Capital Innovations. Uber habe mit der Strategie, möglichst schnell aber unprofitabel zu wachsen, zwar deutliche Erfolge erzielt. Diese sogenannte Strategie des Blitz-Scaling, der auch viele andere Start-ups aus dem Silicon Valley folgen, stoße nun jedoch an ihre Grenzen.

„Sie kann funktionieren, wenn man Rückenwind hat. Aber wie wir bei Uber gesehen haben, ist der Rückenwind nicht mehr da“, gibt Underhill zu bedenken. In dieser späten Phase des Marktzyklus würden Investoren hohe Risiken eher scheuen und Unternehmen mit nachhaltigeren Geschäftsmodellen bevorzugen. „Wir haben sozusagen den Höhepunkt der Einhörner erreicht“, so Underhill.

Weitere Start-ups wollen an die Börse

Eine Anspielung auf die vielen Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden und ebenfalls in diesem Jahr an die Börse wollen. In den kommenden Wochen haben unter anderem der Co-Working-Spezialist WeWork und die Büro-App Slack den Gang an die Börse geplant.

Die Nachfrage nach Uber-Aktien war auch deshalb mau, weil viele institutionelle Investoren längst an Uber beteiligt sind. „Nach dem Börsengang von Lyft Ende März waren viele nicht daran interessiert, ihre Aktien weiter aufzustocken“, sagt Dan Morgan, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter Synovus. Für Privatanleger, die an Uber glauben, brachte das eine seltene Gelegenheit: Sie konnten die Aktien am Freitag günstiger an der Börse kaufen, als zuvor die institutionellen Anleger.

Der Börsengang war immer noch einer der Superlative. Uber sammelte gut acht Milliarden Dollar bei Investoren ein und startete mit einer Bewertung von 82 Milliarden Dollar in den Handel. Damit liegt das Unternehmen im Rang der größten Börsengänge der USA auf Platz drei, hinter Alibaba und Facebook.

Stacey Cunningham, die Chefin der New York Stock Exchange, ließ es sich nicht nehmen, Khosrowshahi am Freitag persönlich aufs Parkett zu führen. Mit dabei waren auch Uber-Gründer Travis Kalanick und Unternehmerin Arianna Huffington, die beide im Verwaltungsrat sitzen.

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