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Analysten-Einschätzungen Kursziel zehn Dollar für die Tesla-Aktie verunsichert die Aktionäre

Tesla-Investoren sind verunsichert. Die Aktie hat allein in dieser Woche mehr als zehn Prozent ihres Werts verloren. Einige Analysten sehen die Marke nur noch als Nischen-Spieler.
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Tesla-Investoren sind verunsichert: Der Aktienkurs hat sich seit Dezember fast halbiert. Quelle: Reuters
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Tesla-Investoren sind verunsichert: Der Aktienkurs hat sich seit Dezember fast halbiert.

(Foto: Reuters)

New YorkFür Tesla-Aktionäre geht eine nervenaufreibende Woche zu Ende. Eine schlechte Analysteneinschätzung jagte in den vergangenen Tagen die nächste. Der Aktienkurs hat allein in dieser Woche mehr als zehn Prozent seines Werts verloren. Seit Dezember hat er sich fast halbiert, auf 190,63 US-Dollar am Freitagabend. Investoren fragen sich nun: Handelt es sich nur um kurzfristige Panik? Oder platzt die Tesla-Blase?

Tesla, das war lange der Disruptor der Autobranche, der Rebell, der mit seinen eleganten E-Autos die anderen Hersteller aufgerüttelt hat und dem alles erlaubt war. Jahrelang hat Tesla Geld verbrannt und keinen hat es gekümmert. Die Zukunft war, was zählte, und in die haben die Aktionäre investiert.

Doch nun werden Zweifel an genau jener rosigen Zukunft laut. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas fürchtet, dass die Nachfrage für die Produktion nicht ausreichen könnte. Das ist neu für eine Marke, die es gewohnt war, ihre Käufer auf monate- oder jahrelange Wartelisten zu setzen.

„Die Nachfrage ist der Kern der Probleme“, schreibt Jonas. Die Tesla-Aktie sei mittlerweile keine Wachstums-, sondern eine Restrukturierungsstory, fällt sein hartes Urteil aus. Jonas, der die Aktie vor einem Jahr noch bei 379 Dollar gesehen hat, gibt nun für das Worst-Case-Szenario ein Preisziel von nur zehn Dollar an.

Daraufhin legten andere Analysten nach: Citigroup mahnte, der Kurs könnte im schlimmsten Falle bis auf 36 Dollar sinken, und auch Bradford Meikle von Williams Trading hat sein Kursziel auf 75 Dollar heruntergeschraubt.

Ende 2018 ging es noch bergauf

Was ist passiert? Die jüngsten Abstufungen kommen zu einer Zeit, in der es eigentlich so aussah, als hätte Tesla endlich die Kurve bekommen. Nachdem Tesla-Chef Elon Musk die Aktionäre noch im August mit seinen angeblichen Plänen eines Abschieds von der Börse verunsichert hatte, gab es im Oktober gute Nachrichten: Im dritten Quartal 2018 schrieb Tesla zum ersten Mal einen Gewinn.

Danach ging es auch mit dem Aktienkurs wieder bergauf. Mit 376 Dollar erreichte er im Dezember fast wieder alte Rekordstände. Doch davon ist er heute weit entfernt.

Nach einem schwachen ersten Quartal steht wieder einmal Teslas finanzielles Überleben infrage. Auch die angekündigte 2,7 Milliarden Dollar schwere Kapitalerhöhung wird die Probleme nicht lösen, wie Musk selbst vergangene Woche gegenüber seinen Mitarbeitern mahnte. Tesla würde ohne „hardcore“ Kostensenkungen in zehn Monaten erneut kein Cash mehr haben.

Nach den vielen negativen Einstufungen dieser Woche hat Musk in einer weiteren E-Mail an seine Mitarbeiter versucht, die Gemüter zu beruhigen. Das Unternehmen habe immer noch eine Chance, seine Pläne für das zweite Quartal zu erreichen, schrieb er. Im gesamten Jahr will Musk 360.000 bis 400.000 Autos ausliefern. Eine Zahl, an die die Analysten von Evercore nicht glauben. Sie schätzen, dass Tesla nur 343.000 Autos verkauft.

Tesla bekommt neue Konkurrenz

Dabei ist das Problem von Tesla auch der eigene Erfolg: Weil das Unternehmen der Welt gezeigt hat, dass es eine Nachfrage nach E-Autos gibt, haben sich auch andere, klassische Hersteller auf die Technologie gestürzt. Damit haben umweltbewusste Kunden heute durchaus eine Alternative. Es muss nicht unbedingt ein Tesla sein.  

Brian Johnson von Barclays sieht Teslas Zukunft deshalb sogar nur noch als „Nischenautohersteller“. Auch Bradford Meikle von Williams Trading prognostiziert Tesla eine wenig glorreiche Zukunft: „Elektroautos werden die Transportzukunft sein. Aber ich glaube nicht, dass Tesla am Ende derjenige sein wird, der davon profitiert“, sagte Meikle im Bloomberg-Fernsehen. Der Wert der Marke verliere jeden Tag, ist der Analyst überzeugt.

Wedbush-Analyst Daniel Yves beschreibt die Lage bei Tesla als Alarmstufe Rot und fordert mehr Fokussierung auf das Kerngeschäft. „Tesla, Musk und Co. expandieren in Versicherungen, Robotaxis und andere Science-Fiction-Projekte zu einer Zeit, in der sich das Unternehmen lieber extrem darauf konzentrieren sollte, die Nachfrage für das Model 3 anzukurbeln und sein Geschäftsmodell und die Kostenstruktur zu vereinfachen“, schreibt Ives. Er hat sein Kursziel daher von 275 auf 230 Dollar heruntergeschraubt.

Tesla-Investoren sind zwar ein extremes Auf und Ab gewohnt. Auch Musk selbst hat einmal gesagt, man solle nicht in die Aktie investieren, wenn man ruhig schlafen wolle. Aber im Moment sind die Ausschläge extrem.

Es gibt aber auch noch ein paar Analysten, die an das Unternehmen glauben. Tasha Keeney von Ark Invest ist überzeugt, dass die Wall Street Tesla missversteht. Keeney sieht die Aktie selbst im schlimmsten Fall in fünf Jahren bei 560 Dollar. Das wäre fast das Dreifache des aktuellen Werts. Doch damit steht die Analystin ziemlich allein da.

Mehr: Ein Insider gibt Einblicke in die Welt des Elektroauto-Pioniers.

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