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Anlagestrategie Börsengänge in Deutschland blieben 2019 hinter den Erwartungen zurück

Die deutschen IPOs im laufenden Jahr enttäuschten die Anleger oder wurden verschoben. 2020 könnte deshalb ein umso spannenderes Börsenjahr werden.
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2019 wird in Deutschland wohl nicht mehr das Jahr der Börsengänge. Quelle: Bloomberg
Frankfurter Börse

2019 wird in Deutschland wohl nicht mehr das Jahr der Börsengänge.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Ende September heizten rund 380 Beschäftigte von Teamviewer zum Börsendebüt die Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett an. Sie zückten kleine Glocken und läuteten den Start der Göppinger Softwarefirma in eine neue Ära ein – 2019 immerhin mit rund 2,2 Milliarden Euro die fünftgrößte Aktienemission weltweit. So richtig geholfen hat das aber nicht. Die Aktie sank auf zuletzt 24,21 Euro und liegt fast acht Prozent unter dem Ausgabekurs.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den restlichen Unternehmen, die dieses Jahr in Deutschland neu an die Börse kamen. Selbst die Lkw-Tochter Traton des VW-Konzerns, neben Teamviewer die zweite Mega-Emission, konnte den Ausgabekurs nicht halten. Dasselbe gilt für die Global Fashion Group. Einzige Ausnahme bildet der IT-Dienstleister Frequentis.

Damit dürfte das Jahr für Aktien-Neuemissionen weitgehend abgehakt sein. Bisher beträgt das Emissionsvolumen 3,8 Milliarden Euro und damit etwas weniger als der langjährige Durchschnitt von vier Milliarden Euro. Immerhin die Logistikimmobilienfirma Logistrial könnte noch bis Jahresende kommen.

Für das nächste Jahr ist Stefan Weiner von JP Morgan „vorsichtig optimistisch“ gestimmt: Die Bank kann sich drei bis vier große Neuemissionen von Aktien im Milliardenbereich vorstellen. 2020 hoffen die Banker, die sogenannte Initial Public Offerings (IPO) begleiten, vor allem auf Abspaltungen von Unternehmen. Einer der Kandidaten ist die Aufzugsparte von Thyssen-Krupp.

Die Chancen für einen Börsengang seien nicht schlecht, heißt es in Finanzkreisen. Denn wenn Thyssen-Krupp einen Teil der Aktien an die Börse bringt, kann der Konzern weiter von der gut laufenden Sparte und den Dividenden profitieren. Allerdings benötigen die Essener angesichts der schwierigen Situation des Konzerns dringend Geld für den Abbau der Schulden und den Umbau.

Continental nimmt Abstand von Börsengang

Die Erlöse wären bei einem Gesamtverkauf an einen strategischen Investor wie den Aufzughersteller Kone oder an Finanzinvestoren größer. Private-Equity-Häuser wie Cinven und Advent sowie Carlyle und Blackstone haben sich deshalb zusammengeschlossen, um gemeinsam zu bieten. Immerhin geht es wohl um 15 Milliarden Euro, wie Finanzkreise berichten.

Verflüchtigt haben sich die Pläne zur Aktienemission bei Continental. Die Anteilsscheine der Antriebssparte Vitesco sollen voraussichtlich den Aktionären des Autozulieferers anteilig ins Depot gebucht und nicht an Neuinvestoren verkauft werden. Über das sogenannte Spin-off ist eine Übertragung der gesamten Sparte geplant. Auch Siemens Energy als Tochter des Münchener Konzerns wird so separat an die Börse kommen.

Erwartet wird allerdings noch der Mega-Börsengang des Öl- und Gaskonzerns Wintershall Dea, den der Chemiekonzern BASF auf die Selbstständigkeit vorbereitet. Vor dem zweiten Halbjahr 2020 ist damit indes nicht zu rechnen. Als Hoffnungsträger gelten junge Gründerfirmen wie der Autogroßhändler Auto1. Ein weiterer Börsenkandidat ist Flix Mobility, wozu Flixbus gehört. Auch die Berliner Reiseplattform Getyourguide könnte schon im nächsten Jahr den Schritt auf das Parkett wagen.

Mehr: Continental hat Pläne für einen Teilbörsengang der Sparte aufgegeben. Nach Abschreibungen rechnet der Konzern mit roten Zahlen und gibt einen düsteren Ausblick.

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