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Autohersteller kämpft wieder einmal mit Imageproblemen Analysten sehen GM noch skeptisch

Unter der Fülle negativer Schlagzeilen, die der US-Autokonzern General Motors (GM) einstecken muss, gehen gute Nachrichten beinahe unter: Denn die umstrittenen Sonderrabatte, mit denen die Branche den Verkauf ankurbelt, schaden den Renditen möglicherweise wesentlich weniger als bislang befürchtet.
  • Anette Kiefer (Handelsblatt)

HOUSTON. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest JP-Morgan-Analyst Himanshu Patel. Nach seinen Berechnungen können sich die Gewinnmargen bei GM auch nach mehr als zwei Jahren Preiskampf sehen lassen: „Vor allem seit dem 11. September 2001 hat General Motors von Anlegern und Analysten viele Beschimpfungen einstecken müssen, weil der Konzern mit seiner aggressiven Preispolitik angeblich seine eigene Rentabilität und die der gesamten Branche ruinierte“, sagt Patel. „Tatsächlich waren aber sowohl GM als auch die Konkurrenz in der Lage, den anhaltenden Preisdruck auszugleichen, zum Beispiel durch Kosteneinsparungen. Die Basismargen im Nordamerika-Geschäft von GM lagen 2003 sogar über dem Zehnjahresdurchschnitt, obwohl sich die Kaufanreize in den vergangenen Jahren verdoppelt haben“, erklärt der Analyst. Einige der Einsparungen des weltgrößten Automobilkonzerns resultierten offenbar aus der Streichung von fast 4 500 Stellen während der vergangenen zwei Jahre, die erst jetzt bekannt geworden seien. Betroffen waren vor allem Ingenieure und Designer. Nach Zeitungsberichten liefen die Entlassungen auch deshalb unbemerkt von der Öffentlichkeit ab, weil nie mehr als fünf bis zehn Angestellte auf einmal entlassen wurden und diese meist nur Zeitverträge hatten.

Trotz der guten Nachricht in Hinblick auf Kosten und Gewinn zögern viele Analysten allerdings zurzeit, Investoren die GM-Aktie zu empfehlen, sogar Analyst Patel bewertet GM nur mit „neutral“. Anfang Januar hatte der Aktienkurs ein Jahreshoch bei mehr als 55 Dollar erreicht und notiert momentan noch bei etwa 49 Dollar – rund 60 Prozent über den Tiefständen vom vergangenen März. „Die Verkaufszahlen liegen unter Plan, obwohl die Lockangebote in der jüngsten Zeit noch erhöht wurden, und die Lagerbestände bei den Trucks sind zu hoch“, sagt etwa Gary Lapidus von Goldman Sachs, der sein Anlageurteil vor einigen Wochen von Outperform (überdurchschnittliche Marktentwicklung) auf In-Line (durchschnittlich) gesenkt hat.

Lapidus schätzt, dass die drei größten US-Autobauer bis Ende März etwa 25 Prozent mehr Kleinlastwagen und Pickups in den Lagern stehen haben dürften als normalerweise zum Ende des ersten Quartals. GM selbst hatte vor kurzem erklärt, das Geschäft laufe zurzeit „nicht gerade großartig, aber immer noch relativ konform mit den Erwartungen“.

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