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Avon-Aktie durchgerüttelt Gefälschtes Übernahmeangebot an der Wall Street

Avon-Kosmetikprodukte verkaufen sich schlecht, das Unternehmen gilt daher als Übernahmekandidat. Als am Donnerstag dann ein Käufer auf den Plan trat, schießt die Aktie in die Höhe. Doch alles entpuppt sich als Fälschung.
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Ein falsches Kaufangebot sollte das Interesse eines Finanzinvestors an der Firma vorgaukeln. Quelle: dapd
Avon-Produkte

Ein falsches Kaufangebot sollte das Interesse eines Finanzinvestors an der Firma vorgaukeln.

(Foto: dapd)

New York/Düsseldorf Avon ist eine amerikansiche Firmen-Ikone. Die vor allem im Direktvertrieb von zahllosen Hausfrauen und anderen Teilzeit-Kräften vertriebenen Kosmetik-Produkt haben Kultstatus. Doch am Donnerstag stand die Aktie aus einem ganz anderen Grund im Fokus.

Das Papier setzte zu einer rasanten Achterbahnfahrt an wegen einer angeblichen Übernahmeofferte, die sich letztlich als Fälschung entpuppte. Das Angebot wurde elektronisch an das Meldesystem der US-Börsenaufsicht SEC übermittelt, war voller Tippfehler und Extra-Leerzeichen. Sogar der vermeintliche Käufer wurde unter zwei verschiedenen Namen aufgeführt.

Diese US-Aktien lieben die Analysten

DJ Industrial Average

WKN
ISIN
US2605661048
Börse
IDJ

+27.872,43€
Chart von DJ Industrial Average
Dow Jones Industrial
1 von 21

Fallender Ölpreis? Geopolitische Krisen? Starker Dollar? Alles kein Problem für die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley. „Vielleicht fliegen zu viele Luftballons, Einhörner und Lollipops durch unser Büro”, schreiben sie in ihrer jüngsten Analyse. Doch so abwegig seien die Argumente für den Kauf von US-Aktien nicht: „Die Rendite einer französischen Staatsanleihe erwirtschaften wir in ein oder zwei Tagen”, geben die Finanzexperten zu bedenken. Die Botschaft ist unmissverständlich: „Wir lieben US-Aktien. Hier und jetzt.”

S&P 500

WKN
ISIN
US78378X1072
Börse
ISP

+3.073,21€
Chart von S&P 500
S&P 500
2 von 21

Die Gründe für den Optimismus: Zum einen glauben die Experten, dass sich die US-Konjunktur im zweiten und dritten Quartal 2015 weiter erholen wird und es den Firmen leichter macht, positive Gewinne zu erzielen. Zum anderen schätzen sie die Stimmung der US-Anleger als nicht besonders bullish ein. Das macht es weniger wahrscheinlich, dass sie in ihrem Übereifer die Kurse zu sehr in die Höhe treiben - so lohnt sich der Aktienkauf nach wie vor. In ihren Fokus rücken die Experten die langfristige Performance von US-Aktien.

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

+0,05 +0,02%
+239,65€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
3 von 21

Eine Aktie, welche die Analysten offenbar lieben: Apple. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist der iPhone-Hersteller das größte Unternehmen unter den Lieblingen der Investment-Bank. Dabei sind die Banker nicht besonders stark im Technologie-Sektor investiert. Ihren Bestand an Technologie-Aktien reduzierten sie im April dieses Monats um etwa einen Prozent.

Marktkapitalisierung: 755,5 Milliarden US-Dollar

Langfristiges Wachstum (prognostiziert): 13,3 Prozent

KGV (erwartet): 13,8

Kursperformance seit Januar: +15,7 Prozent

BLACKROCK INC. REG. SHARES CLASS A DL -,01

WKN
ISIN
US09247X1019
Börse
L&S

+0,85 +0,19%
+443,40€
Chart von BLACKROCK INC. REG. SHARES CLASS A DL -,01
Blackrock
4 von 21

Der Vermögensverwalter Blackrock hat in diesem Jahr zwar nicht unbedingt durch eine herausragende Kursperformance überzeugt. Allerdings hat er im Vergleich zu den restlichen Werten im Portfolio das niedrigste Kurs-Gewinn-Verhältnis. Der Vermögensverwalter hat im ersten Quartal 2014 sein Anlagevolumen um 2,6 Prozent auf 4,7 Billionen US-Dollar erhöht und seinen Gewinn von 4,4 auf rund 4,8 Dollar pro Aktie gesteigert.

Marktkapitalisierung: 62,1 Milliarden US-Dollar

Langfristiges Wachstum (prognostiziert): 13,6 Prozent

KGV (erwartet): 9,8

Kursperformance seit Januar: +3 Prozent

UNION PACIFIC CORP. REGISTERED SHARES DL 2,50

WKN
ISIN
US9078181081
Börse
L&S

+2,02 +1,28%
+159,30€
Chart von UNION PACIFIC CORP. REGISTERED SHARES DL 2,50
Union Pacific Corporation
5 von 21

Union Pacific Corporation gehört die Eisenbahngesellschaft Union Pacific Railroad - und damit die größte Eisenbahngesellschaften der USA. Im laufenden Jahr hat die Performance der Aktie etwas nachgelassen. Grund dafür ist die Abhängigkeit des Unternehmens vom Treibstoff Kohle und vom Öl. Zwar sind die Preise beide Rohstoffe 2015 gefallen - doch auch das geförderte Volumen ging zurück. Union Pacific Corporation konnte zwar im ersten Quartal einen Gewinn von 1,15 Milliarden US-Dollar und somit von 1,3 US-Dollar pro Aktie verbuchen. Analysten erwarteten jedoch 1,37 US-Dollar Gewinn pro Anteilsschein. Somit performte die Aktie unter Markterwartung.

Marktkapitalisierung: 95,5 Milliarden US-Dollar

Langfristiges Wachstum: 13,7 Prozent

KGV (erwartet): 16

Kursperformance seit Januar: -10,6 Prozent

GILEAD SCIENCES INC. REGISTERED SHARES DL -,001

WKN
ISIN
US3755581036
Börse
L&S

+0,79 +1,37%
+58,52€
Chart von GILEAD SCIENCES INC. REGISTERED SHARES DL -,001
Gilead Sciences
6 von 21

Gilead Sciences stellt Medikamente gegen Hepatitis, HIV und Krebs her. Allein in den vergangenen zwölf Monaten legte der Kurs um 39 Prozent zu. Offenbar bescheinigen die Investmentbanker der Aktie noch mehr Potenzial. Morgan Stanley setzt auf starke Pharmawerte. Etwa 15 Prozent des Strategieportfolios („MOST Strategic Portfolio”) sind in Werte sind im Gesundheitssektor investiert.

Marktkapitalisierung: 157,7 Milliarden US-Dollar

Langfristiges Wachstum (prognostiziert): 14,2 Prozent

KGV (erwartet): 10,1

Kursperformance seit Januar: +8,8 Prozent

Time Warner New

WKN
ISIN
US8873173038
Börse
n. a.

Chart von Time Warner New
Time Warner
7 von 21

Den meisten amerikanischen Zuschauern sind die Cartoons von Warner Brothers und die Serien des Senders Home Box Office (HBO) bekannt. Beide Unternehmen gehören der Medien-Holding Time Warner. Die an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel TWX notierte Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten 30 Prozent zu. Außerdem erhöhte das Unternehmen in den letzten Jahren immer wieder die Dividende, auf zuletzt 35 Cent pro Aktie im Quartal.

Marktkapitalisierung: 70,6 Milliarden US-Dollar

Langfristiges Wachstum (prognostiziert): 14,7 Prozent

KGV (erwartet): 17,1

Kursperformance seit Januar: -0,7 Prozent

Das Angebot wurde um 11.35 Uhr New Yorker Zeit eingereicht, von einer Firma namens PTG Capital Partners Ltd. PTG gab vor, 18,75 Dollar für jede Avon-Aktie zu bieten – ein bemerkenswertes Angebot angesichts eines Kurses von 6,60 Dollar vor der Offerte. Der Bietername PTG sollte wohl an den Finanzinvestor TPG erinnern, um dem Angebot über insgesamt 8,2 Milliarden Dollar zu mehr Glaubwürdigkeit zu verhelfen.

Tatsächlich sprang die Aktie unmittelbar um über 20 Prozent nach oben, Avon-Papiere im Wert von 91 Millionen Dollar wechselten innerhalb von 25 Minuten die Besitzer und das Avon hatte alle Hände voll zu tun, die Übernahmeofferte zu dementieren. Die Aktie gab danach zwar wieder deutlich nach auf 7,10 Dollar, was aber immer noch einem Plus von mehr als sieben Prozent entsprach.

Das Kursgezitter ließ natürlich die Frage aufkommen: Wie konnte das passieren? Wie konnte eine solche Offerte in das „Edgar“-System der SEC gelangen? Als Kontakt-Rufnummer in dem Angebot war ein Anwalt namens Steve Kohe genannt, doch Anrufe landeten auf einem Anrufbeantworter. Ein Anruf bei einer ebenfalls genannten Rechtsberatung brachte die Auskunft, das bei der Firma niemand mit diesem Namen arbeite.

Etwa 90 Minuten nach der Veröffentlichung der Offerte, teilte die SEC mit, die Legitimität des Angebots zu überprüfen. Eines war zu diesem Zeitpunkt schon klar. „Irgendwer hat einen Sack voll Geld gemacht, so Skip Aylesworth, Anlage-Manager bei der Firma Hennessy Funds in Boston.

Avon gilt als Übernahmekandidat, da die Firma in den vergangenen drei Jahren schrumpfende Umsätze und jeweils auch Verluste gemeldet hat.

  • Bloomberg
  • mdo
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