Basel-III-Beschlüsse Bankaktien ziehen an – die Skepsis bleibt

Die neuen Eigenkapitalregeln für Banken liegen auf dem Tisch. Alles halb so wild, denken die Anleger und ordern eifrig die Papiere der Geldhäuser. Doch Vorsicht: Auch wenn die Regeln nicht so streng ausgefallen sind, wie viele das befürchtet hatten, dürften den Bankaktionären magere Jahre bevorstehen.
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Deutsche Bank in Frankfurt: Woher soll das Geld kommen? Quelle: dpa

Deutsche Bank in Frankfurt: Woher soll das Geld kommen?

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Die Anleger greifen wieder bei Bankaktien zu. Der europäische Bankenindex Eurostoxx Banken klettert heute rund zwei Prozent. Gefragt sind insbesondere die Papiere der französischen Geldhäuser, allen voran Société Générale oder Credit Agricole. Auch die Aktien der deutschen Banken legen zu. Und dass, obwohl auf die Branche neue, strengere Eigenkapitalregeln zukommen. Wochenlang hatten die Banken und ihre Aktionäre vor diesen Beschlüssen (Basel III) gezittert.

Eine große Überraschung sei, schreiben die Analysten der Credit Suisse, dass die Übergangsfristen zur Umsetzung der neuen Regeln "so beispiellos großzügig ausgefallen sind". Immerhin sechs Jahre bekommen die Banker Zeit, um ihr Geschäft mit ausreichend Kernkapital - also Aktien und Gewinnrücklagen - zu unterlegen.

Die Experten der Citigroup sind sicher, dass die meisten Banken keine Probleme haben werden, die Vorgaben einzuhalten; außerdem wüssten die Investoren nun, woran sie sind - die Unsicherheit der letzten Monate sei vorbei. "Für Anleger ist Basel III eher gut", sagt auch Olgerd Eichler, einer der Chefs der Investmentboutique Mainfirst Asset Management. "Bankentitel werden künftig berechenbarer, transparenter und deutlich weniger Schwankungen zeigen".

Bei den Analysten stehen die Bankpapiere ohnehin hoch im Kurs. Die besten Noten unter den europäischen Bankaktien bekommt Santander; alle zehn Experten, die laut Datenanbieter Bloomberg die Bank in den vergangenen vier Wochen unter die Lupe genommen haben, empfehlen den Kauf. Die spanische Großbank sei eines profitabelsten Kreditinstitute in Europa und verfüge über eine sehr gute Kapitalausstattung, sagt Analyst Ignacio Cerezo von JP Morgan. Die Aktie sei ein "sicherer Hafen" im europäischen Bankensektor.

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