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Bei einigen Branchen schwächt sich das Wachstum ab Chinas Börsen steht ein schwieriges Jahr bevor

Chinas Fondsmanager versuchen, die nervösen Anleger mit diplomatischen Formeln wieder an die Börse zu locken. Denn eine langsamer wachsende Konjunktur, Angst vor steigenden Zinsen, neue Börsenskandale, aber auch sichtbare Schleifspuren in wichtigen Industrien wie Automobil und Telekom mahnen viele zur Vorsicht.
  • Markus Gärtner (Handelsblatt)

PEKING/VANCOUVER. „Es ist riskant, in Chinas Aktienmärkte zu investieren“, gesteht Zhu Li, der Präsident des Brokerhauses China Galaxy Securities, „aber das Risiko, nicht dabei zu sein, ist noch höher“. Galaxy hat gerade einen Bericht veröffentlicht, in dem „vorsichtiger Optimismus“ für Chinas Börsen verbreitet wird und in dem Wertpapiere aus Industrien empfohlen werden, die nicht so sehr von der Konjunktur abhängen: Transportwesen, Nahrungsmittel und Getränke sowie der Technologiesektor. Doch wenn in einer Volldampf-Wirtschaft Insider zum Rosinenpicken aufrufen, ist Vorsicht geboten.

In zahlreichen strategischen Branchen Chinas brauen sich Unwetter zusammen. Autohersteller werden beispielsweise im neuen Jahr unter besonderer Beobachtung stehen, da der drittgrößte Hersteller des Landes, Dongfeng Motors, vor Weihnachten seinen Börsengang in Hongkong wegen der schwachen Branchenkonjunktur verschoben hat. „Der fortgesetzte Preiskrieg unter Autoproduzenten und die wieder steigenden Ölpreise zögern Käufe hinaus. Viele Hersteller werden unter schwachen Verkäufen und sinkenden Gewinnen leiden“, sagt Bi Tianyu, Autoanalyst bei Full Goal Fund Management in Schanghai.

Schon jetzt sind die Beben in Chinas Autobranche, die nach sattem Wachstum von knapp 80 Prozent in 2003 zuletzt auf der Stelle trat, kaum noch zu übersehen. Der Aktienkurs von BMW-Partner Brilliance, größter Minibushersteller in China, verlor 2004 über 60 Prozent. Denway Motors fielen 31 Prozent. Bei Brilliance sprang Ende November auch noch der Bilanzprüfer PricewaterhouseCoopers ab, ein Warnzeichen.

Auch im Bankensektor, wo mit der Bank of Communications, der China Construction Bank und eventuell auch der Bank of China spektakuläre IPOs anstehen, braut sich ein Sturm zusammen. Wenige Tage nachdem im Dezember China Aviation Oil bekannt gab, bei Ölspekulationen 550 Mill. Dollar verloren zu haben, sprach sich in Peking herum, dass sechs große Banken zu den Verlierern des Skandals gehören könnten. Chinas Bankenaufsicht ermahnte umgehend die Kreditinstitute zu strengerer Risikokontrolle.

Außerdem werfen die langsamer wachsende Konjunktur, weiter steigende Zinsen und schwindende Firmengewinne ohnehin kein gutes Licht auf Chinas Bankaktien. „Mit wenig Vorteil aus der Zinserhöhung und dem Druck der großen Börsengänge führender Banken werden sich die Notierungen der fünf gelisteten Banken nach unten bewegen“, warnt Ouyang Gang, Analyst bei United Securities.

Und trotz der Empfehlung von Galaxy zugunsten des Transportgewerbes brauen sich auch im Airlinesektor dunkle Wolken zusammen. Aktien der Fluggesellschaften China Southern und China Eastern Airlines führten in den letzten Dezembertagen die Verliererlisten in Schanghai und Shenzhen an. „Ölpreise über 45 Dollar werden die Gewinnmargen signifikant schmälern“, sagt Wei Wei, ein Aktienhändler bei West China Securities.

Auch aus einer anderen wachstumsverwöhnten Branche – dem Telekomsektor – kommen zurzeit wenig erfreuliche Nachrichten. TCL, Chinas zweitgrößter Handy-Produzent, warnte vor Weihnachten, seine Verkäufe seien im November „signifikant zurückgegangen“. Der Branchenprimus Ningbo Bird erklärte sogar, es werde das Umsatzziel für 2004 um 30 Prozent verfehlen.

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