Bilanzskandal Der Kurs der Steinhoff-Aktie notiert deutlich unter Buchwert

Wirtschaftsprüfer errechnen für den in Schieflage geratenen Konzern einen Substanzwert von 58 Cent je Aktie – sieben Mal mehr als der Kurs von Freitag.
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Aktien des Konzerns notieren seit 2015 an der Frankfurter Börse. Quelle: dpa
Steinhoff

Aktien des Konzerns notieren seit 2015 an der Frankfurter Börse.

(Foto: dpa)

DüsseldorfUm rund 95 Prozent ist der Kurs der Steinhoff-Aktie seit Bekanntwerden eines gigantischen Bilanzskandals im Dezember 2018 abgestürzt. Der Einbruch war möglicherweise übertrieben.  Am Freitag veröffentlichte ein Team externer Wirtschaftsprüfer von PWC nach monatelangem Rechnen erstmals vorläufige korrigierte Zahlen.

An ihrem neu ermittelten Buchwert gemessen wäre die Aktie zwar immer noch ein Penny-Stock, aber sie wäre mit 58 Cent deutlich mehr wert, als ihr aktueller Kurs: Am Freitag handelte sie bei rund acht Cent.

Zu dem in Südafrika beheimateten internationalen Konsumgüter- und Möbelkonzern  mit  einem Jahresumsatz von rund 18 Milliarden Euro gehören etwa die französischen Gruppe Conforama, die britischen Billigkette Poundland oder der US-Matratzen-Riesen Matress Firm.

Steinhoff notiert seit Ende 2015 an der Frankfurter Börse. Der Konzern war Ende 2017 in Schieflage geraten, als seine Wirtschaftsprüfer das Zahlenwerk nicht mehr testieren wollten. 

Den rund 100 Seiten starken ersten detaillierten, aber noch unbestätigten Halbjahresbericht veröffentlichte der Steinhoff-Konzern am Freitag Nachmittag um 16:30 Uhr. Der Handel hatte  danach kaum noch Zeit zu reagieren. Am Montag könnte es daher bei der Aktie Überraschungen und Ausschläge geben. 

Die Korrekturen der Wirtschaftsprüfer sind gigantisch. 18,5 Milliarden Euro zu viel haben nach ihren Berechnungen die Aktionäre für ihre Papiere bezahlt. Zu besten Zeiten kostete sie über fünf Euro. Für den Konzern errechneten die Prüfer zum Stichtag 31. März aber immerhin noch ein Eigenkapital von 2,4 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich ein Buchwert von 58 Cent je Aktie.

Steinhoff hatte unter Ex-Chef Markus Jooste systematisch Ergebnisse geschönt, Vermögenspositionen wie Markenrechte oder und Aufpreise auf  übernommene Firmen (Goodwill) künstlich aufgeblasen und Immobilien hin- und hergeschoben, bis sie überteuert im Zahlenwert standen, ermittelten die Wirtschaftsprüfer. Sie korrigierten die Bilanzsumme um mehr als ein Drittel nach unten. 

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1 Kommentar zu "Bilanzskandal: Der Kurs der Steinhoff-Aktie notiert deutlich unter Buchwert"

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  • Sehr geehrte Frau Hussla,

    warum schlagen Sie denn nicht zu? Wo Sie doch so ein Schnäppchen entdeckt haben. So eine Bomben-Gelegenheit kommt nur alle 100 Jahre. Mein Rat: Lösen Sie alle Vermögensanlagen auf, bitten Sie auch Ihre Oma um ihr Sparbuch und bemühen Sie sich um möglichst viele und hohe Kredite. Dann stecken Sie alles Geld in Steinhoff-Aktien. Bald sind Sie dann steinreich.

    Ich persönlich verfolge allerdings eine etwas andere Philosophie. Sie wissen doch, "wer einmal lügt, dem glaubt man nicht". Und Geschäfte mit Betrügern überlasse ich gerne anderen.

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