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Börsengang Das große Spektakel wird zum Flop: Uber-Aktie enttäuscht bei Börsendebüt

Die Papiere des US-Fahrdienstleisters Uber beendeten den ersten Tag an der New Yorker Börse mit 41,57 Dollar. Das ist deutlich niedriger als der Ausgabepreis.
Update: 10.05.2019 - 23:08 Uhr Kommentieren
Der Fahrdienstleister enttäuscht die Anleger am ersten Handelstag. Quelle: Reuters
Die Erstnotiz

Der Fahrdienstleister enttäuscht die Anleger am ersten Handelstag.

(Foto: Reuters)

New York Monatelang und mit großer Spannung haben die Anleger, Mitarbeiter und Investoren den der Uber-Börsengang erwartet, doch er entpuppt sich als Enttäuschung: Der erste Preis für eine Aktie des Fahrdienstvermittlers, veröffentlicht um 11.51 Uhr Ortszeit, lag bei 42 US-Dollar, und lag damit weit mehr als sechs Prozent unter dem Ausgabepreis von 45 Dollar. Am Ende des Tages waren es sogar nur noch 41,57Dollar.

Dan Morgan vom Vermögensverwalter Synovus Trust bezeichnet das schwache Börsendebüt von Uber als „nicht überraschend“. Als Grund führt er in erster Linie den Zollstreit mit China an. Dennoch: „Viele Investoren sind besorgt über die steigenden Kosten, die Uber für die Bezahlung seiner Fahrer ausgeben muss“, sagt Morgan. Es werde schwer werden, diese Kosten zu reduzieren.

Bislang hatte Uber stets darauf verwiesen, dass die Kosten für die Fahrer wegfallen, wenn künftig autonome Autos über die Straßen rollen. Laut einer Faustformel der Branche könnte die Summe um 70 Prozent sinken. Doch wann die Technologie marktreif ist, ist kaum abzusehen.

Angesichts der schlechten Stimmung am Markt hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Nachfrage verhalten sein dürfte, dennoch war der Handelsauftakt eine Enttäuschung. Schon im Vorfeld hatten die Indikatoren einen vergleichsweise schwachen Start vorhergesagt. Kurz vor 11.30 Ortszeit war der erste Preis der Aktie auf 44,5 Dollar taxiert worden, wenig später auf 43,5 Dollar. „Das ist wirklich nicht gut“, erklärte ein Händler.

Ein Mitarbeiter des Vermögensverwalters TD Ameritrade berichtete, die Nachfrage seiner Kunden sei längst nicht so hoch wie beispielsweise beim Börsengang von Facebook oder Alibaba. Nach diesen beiden Konzernen ist der Uber-Börsengang der drittgrößte in den USA.

Bereits den Ausgabepreis hatte das vor zehn Jahren gegründete Unternehmen aus Kalifornien nahe dem unteren Ende der Preisspanne von 44 bis 50 Dollar festgelegt. Uber kam auch damit noch auf eine Marktkapitalisierung von 82 Milliarden Dollar und ist damit in etwa so viel wert wie der deutsche Autobauer Volkswagen. Damit blieb die Firma aber deutlich unter der zeitweise angepeilten Marke von 100 Milliarden Dollar.

Der weltgrößte Fahrdienstanbieter ist nach wie vor hochdefizitär. Im vergangenen Jahr machte Uber 1,8 Milliarden Dollar Verlust, bei einem Umsatz von gut elf Milliarden Dollar. Von Januar bis März lag der Fehlbetrag bei rund einer Milliarde Dollar, der Umsatz bei gut drei Milliarden. Nie ging ein Unternehmen mit höheren Verlusten an die Börse.

Uber folgt damit seinem kleineren Rivalen Lyft, der im März an die Börse gegangen war. Lyft hatte seine Aktien zu einem Preis von je 72 Dollar platziert. Danach kannte der Kurs aber fast nur noch eine Richtung: die nach unten. An diesem Freitag lagen Lyft-Aktien erneut [ber sieben Prozent in der Verlustzone bei 51,09 Dollar.

Es ist eine Ironie des Schicksals: Lyft hatte alles daran gesetzt, früher als Uber an den Märkten zu starten. Die Befürchtung des ungleich kleineren Fahrdienstes, der nur in den USA und Kanada operiert und nicht wie Uber in 700 Städten weltweit, lautete, als Nachzügler vom finanziellen Geldsegen nicht mehr profitieren zu können.

Nun haben sich die Verhältnisse um 180 Grad gedreht: Lyft verhagelt Uber den Start an der Börse. Grund für den schwachen Start des Mobilitätsanbieters sei vor allem Lyfts schlechtes Abschneiden, erklärt Dan Ives von der Investmentfirma Wedbush Securities.

„Investoren zögern wegen Lyft, früh bei Uber einzusteigen, sie wollen erst sehen, dass der Kurs sich stabilisiert hat, bevor sie signifikante Anteile erwerben“, sagt Ives. Er rät dennoch zum Kauf. „Uns besorgt der heutige turbulente Kurs am ersten Tag nicht“, erklärt der Analyst. Er glaube nach wie vor daran, dass Uber mehr als 100 Milliarden Dollar wert ist.

Grafik

Insgesamt war die Stimmung an der Börse am Freitag sehr gedämpft. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag im Mittagshandel über ein Prozent im Minus. Im breiter gefassten S&P 500 sowie im Tech-Index Nasdaq waren die Abschläge noch größer. Vor allem der Handelsstreit mit China macht US-Anlegern weiter zu schaffen.

Dabei war es durchaus ein großes Spektakel an der Wall Street: Die New Yorker Börse empfing Uber mit einem riesigen Firmenbanner, der Andrang im Finanzdistrikt war groß. Das Uber-Management um Vorstandschef Dara Khosrowshahi läutete wie traditionell üblich die New Yorker Börsenglocke und verzog keine Miene, als sich der enttäuschend schwache Handelsstart abzeichnete.

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