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Börsengang Für Lkw-Hersteller Traton ist der Weltmarkt das Ziel

Der LkwHersteller Traton will zum Branchenführer Daimler aufschließen. In den USA liebäugelt das Unternehmen mit der Komplettübernahme von Navistar.
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Zu Traton gehören die Lkw-Marken MAN und Scania. Quelle: Reuters
Traton

Zu Traton gehören die Lkw-Marken MAN und Scania.

(Foto: Reuters)

München/DüsseldorfZwei stolze Marken, 80.000 Beschäftigte und eine sehr bewegte Vergangenheit. Wenn das Lkw-Konglomerat Traton in diesem Sommer an die Börse rollt, dann ist die europäische Industrielandschaft um eine Größe reicher. Denn neben den bestehenden Playern Daimler und Volvo schickt sich ein dritter europäischer Konzern an, im immer noch wachsenden Markt für Lastwagen, Busse und Transporter eine weltweit führende Rolle einzunehmen.

Gesteuert wird das Unternehmen von München aus. Vor den Toren der Stadt entsteht an der Ausfallstraße nach Dachau eine neue Unternehmenszentrale. Von hier aus will der ehemalige Daimler-Manager Andreas Renschler aus dem bislang eher losen Verbund einen schlagkräftigen Konzern schmieden. Während MAN vor allem in Europa und Brasilien im mittleren Preissegment anbietet, ist Scania die hochpreisige Marke mit globaler Abdeckung. Für die Zukunft wären beide allein aber zu klein.

Die verschärften Anforderungen für die Abgasreinigung und den Klimaschutz, die Einführung von Elektroantrieben und Brennstoffzellen zwingen die Unternehmen zu immer höheren Investitionen, die sich nur mit entsprechend großen Stückzahlen refinanzieren lassen. Hinzu kommt die Einführung des autonomen Fahrens, das für die Branche ebenfalls zu einem technischen und finanziellen Abenteuer wird.

Nur mit einer globalen Abdeckung, so lautet Renschlers Kalkül, kann ein Lastwagenkonzern diese Transformation stemmen. In China ist Traton an Sinotruck beteiligt, in den USA hält man 17 Prozent an Navistar und liebäugelt mit einer Komplettübernahme. Ziel ist es, in allen relevanten Märkten zum Branchenführer Daimler aufzuschließen.

Der Anlauf dazu war bislang kompliziert, MAN, Scania und Volkswagen haben sich die Dinge nicht leicht gemacht. Bereits 2006 versuchte der damalige MAN-Chef Hakan Samuelsson die feindliche Übernahme seines schwedischen Rivalen. Samuelsson scheiterte am Scania-Großaktionär Volkswagen, der seinerseits den damals noch eigenständigen MAN-Konzern schluckte. Nun waren beide Unternehmen zwar unter einem Dach, aber noch lange keine Partner.

Erst der 2015 angetretene Renschler zwang Deutsche und Schweden zur Kooperation. In drei bis vier Jahren versprechen sich Volkswagen und Traton jährliche Synergien von etwa 700 Millionen Euro, weil beide Lkw-Marken dann gleiche Antriebsstränge verwenden können. Renschler setzte auch durch, dass Traton nicht wie eine weitere Automarke im VW-Konzern behandelt wurde, sondern als eigenständiger Konzern nun an die Börse darf.

Der jetzt verkündete Börsengang von Traton dürfte nicht das letzte Mal sein, dass der Wolfsburger Autokonzern Anteile an seiner Lkw-Sparte zum Verkauf über die Börse anbietet. In Zukunft werden Traton-Aktien wohl noch in weiteren Wellen abgegeben, hieß es dazu aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen.

Auf absehbare Zeit dürfte sich aber nichts daran ändern, dass Volkswagen klarer Mehrheitsgesellschafter von Traton bleibt. Volkswagen werde nicht mehr als 25 Prozent abgeben, verlautete ergänzend dazu. Der erwartete Erlös aus dem ersten Börsengang von etwa zwei Milliarden Euro solle zunächst an den Volkswagen-Konzern und nicht an Traton gehen. Das Unternehmen äußerte sich nicht dazu.

Für Traton ist es nach Angaben aus den informierten Kreisen am wichtigsten, künftig als eigenständiges Unternehmen mit Investmentgrade agieren zu können. „Die Traton-Aktien werden damit zu einer Währung, zu einem Türöffner für mehr“, hieß es in den Kreisen. Mit den Papieren könnte beispielsweise auch die Übernahme eines anderen Lkw-Herstellers finanziert werden – beispielsweise Navistar.

Mehr: Kommentar – Schon im Sommer will der Autobauer seine Lkw-Tochter Traton an die Börse bringen. Damit zeigt VW-Chef Herbert Diess einen neuen Realismus.

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