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Börsengang Möbelhändler Westwing will aufs Parkett

Der Möbelhändler Westwing ist Teil des Rocket-Internet-Imperiums. Jetzt will er an die Börse – viele weitere Neuemissionen dürften dieses Jahr noch folgen.
Update: 13.09.2018 - 17:30 Uhr Kommentieren
Rocket-Internet-Imperium: Westwing geht an die Börse Quelle: Thorsten Jochim für Handelsblatt
Westwing

Delia Fischer und Stefan Smalla gründeten den Möbelhändler Westwing. Jetzt gehen sie an die Börse.

(Foto: Thorsten Jochim für Handelsblatt)

Frankfurt Der vor sieben Jahren gegründete Online-Möbelhändler Westwing geht an die Börse. Das Unternehmen plant, durch den Verkauf von Aktien 120 Millionen Euro an frischem Kapital einzuwerben, wie Westwing an diesem Donnerstag mitteilte. Eine geplante Spanne für den Ausgabepreis wurde noch nicht bekanntgegeben.

Das Unternehmen will das Geld für Investitionen in weiteres Wachstum nutzen. „Mit dem geplanten Börsengang erhalten wir zusätzliches Kapital, das wir dafür nutzen möchten, um weiter profitabel zu wachsen“, sagte Gründer und Vorstandschef Stefan Smalla. Außerdem soll ein Teil der Erlöse aus dem Börsengang der Schuldentilgung dienen.

Die Banken Berenberg und Citigroup begleiten den Börsengang mit Beteiligung der Start-up-Schmiede Rocket Internet, die bereits Portfoliounternehmen wie den Modehändler Zalando auf das Parkett geführt hat. Rocket Internet hält 32 Prozent der Anteile an Westwing. Weitere Anteile liegen beim schwedischen Investor Kinnevik, Access Industries und Tengelmann Ventures.

Seit dem vierten Quartal 2017 macht das Unternehmen nach eigenen Angaben Gewinne. Im ersten Halbjahr dieses Jahres erzielte Westwing bei einem Anstieg des Umsatzes um 22 Prozent auf 120 Millionen Euro eine bereinigte operative Umsatzrendite, auch Ebitda-Marge genannt, von zwei Prozent.

Westwing ist nach der Sommerpause das erste Unternehmen, das sich aufs Parkett wagt. „Ab Mitte September öffnet sich erneut das Fenster für Börsengänge und Kapitalmarkttransaktionen“, sagte Bastian Schiedat. Der neue und mit 33 Jahren junge globale Leiter Equity Capital Markets (ECM), also des Bereichs Aktienemissionen im Bankhaus Berenberg, rechnet mit mindestens fünf weiteren Börsengängen bis zum Ende des Jahres.

Wenn es gut läuft, könnten es sogar doppelt so viele werden. „Das zusätzliche Volumen kann sich auf fünf bis acht Milliarden Euro addieren“, sagte er. Bereits im Frühjahr war es durch Siemens Healthineers zu einem Börsengang (IPO) von über vier Milliarden Euro gekommen. Es folgte die Fondstochter DWS der Deutschen Bank, ebenfalls mit einer Milliardenemission. Die dritte geplante Megaemission des Wissenschaftsverlags Springer Nature wurde abgesagt, da der erwünschte Preis nicht erzielt wurde.

Weitere Börsengänge 2018

Derzeit treibt der Stuttgarter Anlagenbauer Exyte Finanzkreisen zufolge seinen Börsengang voran, der bis zu eine Milliarde Euro betragen kann. Das bis vor Kurzem als M+W Group bekannte Unternehmen strebe bei seiner Börsennotiz auf dem Frankfurter Parkett eine Bewertung von bis zu drei Milliarden Euro an, heißt es.

Der österreichische Milliardär Georg Stumpf, dem die gleichnamige Firma seit zehn Jahren gehört, will demnach beim Börsengang in einem ersten Schritt mindestens 25 Prozent der Anteile an neue Aktionäre verkaufen. Das Unternehmen plant offensichtlich nicht mit einer Kapitalerhöhung, da es sich selbst gut aus dem Zufluss an liquiden Mitteln finanzieren kann. Auf Dauer ist der Index für mittelgroße Unternehmen, der MDax, das Ziel von Exyte.

Für Anleger, die sich bei den bisher 14 Börsengängen in diesem Jahr eingekauft haben, fällt die Bilanz gemischt aus. Während Healthineers mit einem Plus von rund 40 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs glänzt und der Kurs der Aktie des Bildverarbeiters Stemmer Imaging sogar um die Hälfte stieg, brach der Kurs bei der DWS um rund 24 Prozent ein.

Den meisten Börsenkandidaten kommt zugute, dass „das Umfeld für steigende Unternehmensgewinne hervorragend bleibt. Allein in den USA sind sie wegen der Steuerreform um rund 20 Prozent gestiegen“, sagte Christoph Stanger, der das Geschäft mit Aktienemissionen in Europa bei Goldman Sachs leitet. Für ihn steht fest, dass sich die Aktienkurse europäischer Börsengänge aus dem Technologiesektor deutlich besser entwickeln als die der gesamten IPOs im Markt.

Der zweitgrößte Börsengang nach Siemens Healthineers in diesem Jahr könnte allerdings der IPO von Knorr-Bremse werden. Der Hersteller von Bremssystemen für Züge und Lastwagen dürfte noch im September oder im Oktober den Schritt auf das Parkett wagen, heißt es in Finanzkreisen.

Die Bewertung von Knorr-Bremse könnte demnach bei rund zwölf Milliarden Euro liegen. Rund ein Viertel der Aktien soll platziert werden. Der Erlös der Emission soll an die Familie des Eigentümers Hermann Thiele gehen.

Vom Trend zu Abspaltungen, wie ihn Goldman-Banker Stanger beobachtet, wird die Börse dagegen 2018 wohl nicht mehr profitieren. Kandidaten wie die Nutzfahrzeug-Tochter von Volkswagen und die Antriebstechnik beim Autozulieferer Continental dürften ihre Pläne erst im nächsten Jahr umsetzen.

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