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Börsengang WeWork soll drastische Kürzung der Bewertung erwägen

Der Bürovermieter gilt als wertvollstes Start-up der Vereinigten Staaten. Aber die Kennzahlen von WeWork überzeugen den Kapitalmarkt offenbar nicht.
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Der Umsatz stieg zwar deutlich, doch das Unternehmen ist noch immer hochdefizitär. Quelle: Bai kelin - Imaginechina/laif
Büro von WeWork

Der Umsatz stieg zwar deutlich, doch das Unternehmen ist noch immer hochdefizitär.

(Foto: Bai kelin - Imaginechina/laif)

New York WeWork hat Probleme, Investoren für sich zu begeistern. Vor dem geplanten Börsengang des Büro-Start-ups erwägt das Unternehmen offenbar, die Bewertung deutlich zu kürzen. Derzeit ist WeWork mit 47 Milliarden Dollar das wertvollste Start-up der USA. Vor dem Gang aufs Parkett erwägt das Unternehmen, dass sich kürzlich in „The We Company“ umbenannte, die Bewertung auf etwa die Hälfte zu reduzieren, berichtet das „Wall Street Journal“.

Gründer und Firmenchef Adam Neumann sei vergangene Woche nach Tokio geflogen, um Softbank-Chef Masayoshi Son zu treffen. Softbank ist einer der größten Investoren in We und hatte mit einer Finanzspritze Anfang des Jahres dazu beigetragen, dass die Bewertung des Start-ups von 20 auf 47 Milliarden Dollar stieg.

Dem Bericht zufolge erwägt Neumann zwei Optionen. Zum einen könnte Son einen großen Teil der Aktien zum Börsengang kaufen. We wollte ursprünglich drei bis vier Milliarden Dollar am Kapitalmarkt einsammeln. Damit könnte es der zweitgrößte Börsengang in diesem Jahr hinter Uber werden. Zum anderen sei auch denkbar, dass We den Börsengang auf 2020 verschiebt und Softbank erneut in We als privat gehaltenes Unternehmen investiert.

Ob sich Softbank darauf einlässt, ist derzeit jedoch noch unklar. Der japanische Konzern hatte im Januar zwei Milliarden Dollar investiert, deutlich weniger als ursprünglich geplant. Über den konzerneigenen Vision Fund, der in Technologie-Start-ups investiert, hatte Softbank zuvor bereits in We investiert.

Beide Optionen wären extrem ungewöhnlich, gerade für die erfolgsverwöhnten Start-ups aus dem Silicon Valley. Es wäre ein Eingeständnis, dass die hohen Bewertungen von We und vielen anderen sogenannten Einhörnern – Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden – übertrieben waren und an den Kapitalmärkten nicht standhalten können.

We hatte im August den Börsenprospekt veröffentlicht, damit jedoch mehr Zweifel als Begeisterung bei Analysten und potenziellen Investoren ausgelöst. Rett Wallace, Chef der New Yorker Analysefirma Triton, nannte das 380 Seiten schwere Zahlenwerk ein „Meisterstück der Verwirrung“, da es nicht mit gängigen Analysemodellen vereinbar sei. Wichtige Daten würden verschleiert, die jedoch wichtig wären, um die Erfolgschancen von We zu verstehen.

WeWork mietet langfristig Büroflächen an und vermietet sie dann an Selbstständige, Start-ups und Unternehmen weiter, die kurzfristig Bedarf an Schreibtischen haben und selbst keine langfristigen Mietverträge eingehen wollen.

Hohe Verluste

Das Start-up konnte den Umsatz in den vergangenen Jahren deutlich steigern. 2018 lag er bei 1,8 Milliarden Dollar. We ist jedoch hochdefizitär. In den vergangenen zwei Jahren machte es mehr Verluste als Umsatz, der Cashflow ist negativ, weil die Einnahmen die Kosten für die Mieten, das Marketing und den Ausbau des Geschäfts nicht decken.

Analysten wie Wallace ist unklar, wie das Start-up in den kommenden Jahren profitabel werden soll. In einer Rezession dürfte We zudem hohe Verluste erleiden, weil Kunden schnell ihre Mietverträge kündigen können. Der Appetit der Investoren auf Aktien scheint daher gering.

Auch, weil andere große Börsengänge von Unternehmen aus den Silicon Valley in diesem Jahr gefloppt sind. Die Papiere der Fahrdienstanbieter Uber und Lyft, aber auch die der Büro-App Slack liegen unter dem Ausgabewert. Dabei wurden sie zunächst, ähnlich wie WeWork, stark gehypt.

Neumann machte auch ein weiteres Zugeständnis. Er war in die Kritik geraten, weil sein Family-Office die Namensrechte für „The We Company“ für knapp sechs Millionen Dollar an das Start-up verkauft hatte. Diesen Deal macht er nun rückgängig, wie aus einem aktualisierten Börsenprospekt hervorgeht. Zudem ernannte das Unternehmen die erste Frau für den Verwaltungsrat: Frances Frei, eine Professorin für Technologie an der Harvard Business School, soll ins Kontrollgremium, das sonst nur mit Männern besetzt ist und nicht mit Diversität punkten kann.

Wenn alles nach Plan läuft, könnte schon in der kommenden Woche die Roadshow beginnen, berichtete der Finanzdienstleister Bloomberg am Mittwoch. JP Morgan Chase und Goldman Sachs haben die Führung.

Mehr: Airbnb, WeWork, Rent-the-Runway: Das sind die erfolgreichsten Jungunternehmen der USA.

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