Brexit-Gefahr Frankfurt und Paris könnten das neue London werden

Die Briten werden bald über den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union abstimmen. Ein „No“ könnte für die Finanzbranche in London schwerwiegende Folgen haben. Und Deutschland könnte profitieren.
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Selbstbewusst präsentiert ein Mann zum Besuch der Queen in Berlin einen „Union Jack“. Doch scheidet Großbriannien aus der EU aus, könnte Bescheidenheit angesagt sein. Quelle: dpa
Britische Fahne in Berlin

Selbstbewusst präsentiert ein Mann zum Besuch der Queen in Berlin einen „Union Jack“. Doch scheidet Großbriannien aus der EU aus, könnte Bescheidenheit angesagt sein.

(Foto: dpa)

LondonFür den Fall, dass Großbritannien die Europäische Union verlässt, könnten Frankfurt, Paris oder Dublin die Rolle Londons als Finanzplatz übernehmen. Diese Einschätzung vertritt die Ratingagentur Standard & Poor's.

Die britische Finanzdienstleistungsbranche beschäftigt rund 1,4 Millionen Menschen und lockt die meisten Direktinvestitionen unter den reichen Nationen an, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten Bericht von S&P. Ein Austritt aus der EU würde demnach zu einer Verringerung der Direktinvestitionen in Großbritannien und insbesondere in den Finanzdienstleistungssektor führen und die Kosten für die Geschäftstätigkeit erhöhen.

„Dieser Trend würde sich potenziell verstärken, wenn sich Großbritannien außerhalb des gemeinsamen EU-Wirtschaftsraums befindet oder die Freizügigkeit von Arbeitnehmern beschränkt würde“, schrieben die S&P-Analysten um Frank Gill. „Es ist zu erwarten, dass ausländische Bankenkonzerne einen Teil ihrer Handelsaktivitäten von London weg verlagern würden.“

Die Analysten schreiben, dass ein Großteil des Wachstums der Finanzindustrie im Land mit der Aufnahme in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ab 1973 und der Deregulierung der Finanzmärkte im Jahr 1986 zusammenhänge.

Rückzug aus London?
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8 Kommentare zu "Brexit-Gefahr: Frankfurt und Paris könnten das neue London werden"

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  • Was sollte denn die Akteure nach Alteuropa ziehen?

    Etwa die Überregulierung, die Ablehnung von Austerity, die Lohntreiberei, die andauernden Streiks, die ignoranten sozialistisch triefenden Politiker unteren Kalibers, die in sämtlichen Ecken nistende Insolvenz infolge des kaputten Euro - oder doch eher die katastrophale Kostentreiberei durch das unüberlegte dumme EEG mitsamt ruinösen Zwangsabgaben auf Industrie und Privaten?

    Wer den schnellen Konkurs und die kurzfristige Pleite sucht, wäre in Alt-EU, speziell aber im abgewirtschafteten Deutschland hoch willkommen.

    In London spielt derweil die globale Musik.
    Dort lacht man sich schon heute einen Ast über die naiven Politiker in den Nationen, in Brüssel und all den überflüssigen Institutionen dazu - und natürlich die längst sichtbare, wenn auch krampfhaft versteckte Überschuldung aller Steuerzahler dort.

  • London koennte ein neuer Kristallisationspunkt fuer EU2 werden.
    Der eine oder andere Waehler waere sicher begeistert !

    Frankfurt und/oder Paris koennten die alte EU-Sued bedienen.

  • Ich sag mal lieber so: London könnte das neue Luxemburg werden, wo z.Zt. wegen der harten EU-Vorgaben gerade der milliardenschwere Finanzplatz zusammenbricht.

  • Die Tommys werden sich wundern, wie billig die Lebenshaltungskosten in Deutschland im Vergleich zum Heimatland sind. Wenn man(n) z.B. nicht mehr umgerechnet mind. 5.000 € Monatsmiete in Canary Wharf , und damit knapp 50 % des Netto-Monatseinkommens, alleine dafür berappen muss.

  • Die Tommys werden sich wundern, wie billig die Lebenshaltungskosten in Deutschland im Vergleich zum Heimatland sind. Wenn man(n) z.B. nicht mehr umgerechnet 5.000 € Monatsmiete in Canary Wharf , und damit knapp 50 % des Netto-Monatseinkommens alleine dafür berappen muss.

  • "Und Deutschland könnte profitieren. "
    Besonders "profitieren" wird Deutschland wenn der Steuerzahler dann diese kriminellen Vereinigungen alternativlos retten darf.

  • London wird mit Hilfe der USA dafür sorgen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Man ist hier auf einem guten Weg: Ukrainekrise, Migrantenschwemme, Europrobleme usw.

  • So ein Schwachsinn! Wer will schon ins Pleite-Euroland?!
    Die Schweiz ist nicht in der EU und hat ihre eigene Währung und Finanzplatz. Die USA ist nicht in der EU und hat seine eigene Währung und Finanzplatz. Japan ist nicht in der EU und hat sein eigene Währung und Finanzplatz usw. usw.
    Der EURO und die EU sind zu den Wettbewerbskillern Nummer 1 in Europa geworden!

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