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Britische Kreditplattform Funding Circle will mit Börsengang 300 Millionen Pfund einsammeln

Die Finanzplattform vermittelt Kredite von Investoren an kleinere Unternehmen. Jetzt besorgt sich Funding Circle selbst Geld – an der Börse.
Update: 03.09.2018 - 16:13 Uhr Kommentieren
Bislang schreibt Funding Circle rote Zahlen: 2017 fiel bei Erträgen von 94,5 Millionen Pfund ein operativer Verlust von 36,9 Millionen Pfund an. Quelle: Bloomberg
Funding-Circle-CEO Samir Desai

Bislang schreibt Funding Circle rote Zahlen: 2017 fiel bei Erträgen von 94,5 Millionen Pfund ein operativer Verlust von 36,9 Millionen Pfund an.

(Foto: Bloomberg)

LondonAcht Jahre nach der Gründung strebt Funding Circle an die London Stock Exchange und will 300 Millionen Pfund mit neuausgegebenen Aktien erlösen. Das teilte die britische Kreditplattform am Montag mit. Als Ankerinvestor steht Anders Poulsen bereit. Der dänische Milliardär hat zugesagt, zehn Prozent der Anteile bis zu einem Firmenwert von 1,65 Milliarden Pfund zu kaufen. Poulsens Holding „Heartland“ ist bereits an den Onlinehändlern Asos und Zalando beteiligt.

Funding Circle vergibt selbst keine Kredite, sondern bringt auf einer Onlineplattform private und institutionelle Investoren mit kreditsuchenden Start-ups zusammen. Die Ankündigung deutet darauf hin, dass der Börsengang unmittelbar bevorsteht. Die Macher wollen offenbar die günstigen Marktbedingungen nutzen und rechnen mit einer Bewertung von mindestens 1,5 Milliarden Pfund. Der Börsengang wäre damit einer der größten eines Finanztechnologie-Unternehmens im Jahr 2018.

Neben neu ausgegebenen Aktien werden auch Anteile bisheriger Investoren angeboten, sodass der Erlös am Ende über den 300 Millionen Pfund liegen soll. Mindestens 25 Prozent der Aktien sollen nach dem Börsengang in Streubesitz sein.

Das Kapital wird für die weitere Expansion gebraucht. „Das Unternehmen wächst sehr schnell“, sagt Gründer und CEO Samir Desai dem Handelsblatt. „Wir wollen weiter in Marketingkampagnen investieren, um bekannter zu werden. Es gibt noch zu viele kleine Unternehmen, die uns nicht kennen.“

Rund 40 Prozent der Erträge gibt Funding Circle für Marketing aus. Das werde auf absehbare Zeit so bleiben, sagt Desai. Auf die Frage, warum er nicht noch mehr Anteile an die Börse bringe, entgegnet er: „Mehr Kapital brauchen wir erst mal nicht. Wir sind ein vernünftiges Unternehmen.“

Seit der Gründung 2010 hat Funding Circle Kredite im Wert von fünf Milliarden Pfund an 50.000 kleine und mittlere Unternehmen vergeben. Allein eine Milliarde Pfund floss im ersten Halbjahr 2018. Das Geld stammt von 80.000 privaten und institutionellen Anlegern. Diese können laut Funding Circle aktuell auf eine Rendite zwischen 4,6 und 7,6 Prozent hoffen. Abgesichert sind die Kredite jedoch nicht.

Die Rendite lockt zunehmend auch institutionelle Investoren an: So gab der US-Vermögensverwalter BNY Mellon gerade bekannt, in den USA eine Milliarde Dollar über Funding Circle verleihen zu wollen.

Inzwischen ist die Kreditplattform in vier Märkten vertreten: Neben Großbritannien und den USA auch in den Niederlanden und Deutschland. Mittelfristig wolle man in weitere Länder in Europa und Nordamerika expandieren, sagte Desai. Auch dafür sei das Kapital aus dem Börsengang gedacht.

Bisher wird der Markt für Unternehmenskredite von Banken dominiert. Selbst im britischen Heimatmarkt hat Funding Circle nur einen Marktanteil von 1,9 Prozent. In Deutschland ist der Anteil noch geringer. Laut Desai zeigt dies, wie groß das Wachstumspotenzial seiner Firma noch ist. Banken vergäben zwar gern Kredite an den Mittelstand, aber kleinere Unternehmen wie Restaurants und Einzelhändler hätten es oft schwer, sagt der 35-Jährige.

Diese Nische für Kredite bis 500.000 Pfund will man bedienen. Funding Circle wirbt damit, schnellere Kreditzusagen zu machen als die Banken: Die meisten Kunden erhielten eine Antwort binnen 24 Stunden. Kritiker warnen, dass die Schnelligkeit zulasten der Bonitätsprüfung geht. Funding Circle kontert, die Ausfallraten seien nicht höher als bei klassischen Bankkrediten.

Das Start-up wächst seit Jahren rasant. 2017 erwirtschaftete es Erträge von 94,5 Millionen Pfund – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2018 stiegen sie auf 63 Millionen Pfund. Am schnellsten wächst das Geschäft in Deutschland und den Niederlanden. Die Erträge im ersten Halbjahr lagen bei 5,2 Millionen Pfund – rund fünfmal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Mit der rapiden Expansion wachsen allerdings auch die Verluste: Im Gesamtjahr 2017 betrug das operative Minus 36,9 Millionen Pfund; im ersten Halbjahr 2018 waren es schon 27,3 Millionen Pfund.

Geht bei der Vorbereitung des Börsengangs alles glatt, sollen die ersten Aktien im Oktober gehandelt werden. Auch Kleinanleger sollen zum Zug kommen. Die bisherigen Investoren, darunter Accel Partners, Baillie Gifford und Rocket Internet, hoffen, dass Funding Circle auf dem Parkett eine ähnliche Begeisterung auslöst wie der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen. Dessen Bewertung hatte sich beim Börsengang im Juni verdoppelt.

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