Chance oder Blase? Der neue Boom der Internet-Aktien

Die unseligen Zeiten der New Economy kehren zurück - das fürchten viele Anleger. Doch die Internet-Unternehmen, die heute an der Börse sind, ticken anders. Worauf Anleger unbedingt achten müssen.
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Die Nasdaq in New York: Internet-Firmen drängen wieder an die Börse. Quelle: AFP

Die Nasdaq in New York: Internet-Firmen drängen wieder an die Börse.

(Foto: AFP)

FrankfurtEine Meldung ließ in dieser Woche rational denkende Anleger aufhorchen und Skeptiker noch skeptischer werden: Facebook, mittlerweile weltweit der Inbegriff für ein soziales Netzwerk im Internet, kaufte Instagram, eine App zur Fotobearbeitung auf dem Smartphone, für eine Milliarde Dollar. Für diese stolze Summe bekommt Facebook-Chef Mark Zuckerberg ein zwei Jahre altes Unternehmen mit 13 Angestellten ohne Umsatz.

Spätestens jetzt sorgen sich viele Anleger, dass die unseligen Zeiten der New Economy zurückgekehrt sind. Damals, um die Jahrtausendwende, wurde bei Internet-Aktien extrem viel Fantasie gehandelt – heute wieder. „Wir sehen Entwicklungen von damals teilweise wieder, dennoch fehlt die Vergleichbarkeit“, sagt einer, der die Entwicklungen damals wie heute täglich auf seinen Handelsterminals verfolgt. Roger Peeters, Vorstand beim Frankfurter Wertpapierhaus Close Brothers Seydler, kann sich noch gut an das Ende der neunziger Jahre erinnern, als sich teilweise bis zu einem halben Dutzend Börsenneulinge – vor allem aus dem Internet-Sektor – bei Investoren vorstellten.

Viele von den damaligen Unternehmen, die am Neuen Markt, dem Technologiesegment der Deutschen Börse, und an der US-Tech-Börse Nasdaq den Ruf der Branche über Jahre verdarben, sind heute verschwunden. Gründe dafür gab es verschiedene: Ihre Geschäftsmodelle gingen nicht auf, sie wurden viel zu schnell von noch innovativeren Unternehmen überholt oder sie mussten feststellen, dass ihre Klickzahlen in keinem direkten Verhältnis zu Umsatz oder gar Gewinn standen.

Unvergessen sind Namen wie Lycos Europe oder Kabel New Media. Sie alle erlebten nach einer kurzen Phase des Überschwangs den jähen Absturz. Die Suchmaschine Lycos Europe, an der auch der Bertelsmann-Konzern beteiligt war, wurde Ende 2008 aufgelöst. Die Multimedia-Agentur Kabel New Media mit dem charismatischen Hamburger Peter Kabel als Gründer und Chef verhob sich an weit mehr als einem Dutzend sündteurer Zukäufe von Kleinstunternehmen. International führen einst gefeierte Stars wie AOL oder Yahoo mittlerweile eine Schattendasein. Undurchsichtige Strategiewechsel brachten den Verlust der Marktführerschaft und den Einbruch der Aktienkurse. Zum Leidwesen der Investoren.

Die Internet-Unternehmen, die heute an der Börse sind oder wie Facebook bald dorthin streben, ticken jedoch anders. „Geht heute ein Unternehmen an die Börse, dann macht es das nicht nur mit einer vagen Idee, sondern dann hat es am Markt schon bewiesen, dass diese funktioniert“, so Peeters. Die Kurse der Internet-Aktien schwanken mittlerweile weniger als die von Finanz- oder Stahlkonzernen. Die Web-Firmen der neuen Generation schreiben in guten wie in schlechten Zahlen solide Gewinne. Und immer mehr von ihnen zahlen ihren Anlegern sogar Dividende.

In den Krisenjahren 2008 und 2009, als weltweit die Kurse in den Keller rauschten, zeigten sich Internetwerte zudem häufig erstaunlich resistent. Acht Gründe nennen Experten dafür, dass die Internet-Firmen heutiger Zeit trotz eines vereinzelt allzu lockeren Umgangs mit ihren Finanzen für Anleger weitaus interessanter sind als ihre Vorgänger.

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Acht Gründe, die für Internet-Aktien sprechen
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10 Kommentare zu "Chance oder Blase?: Der neue Boom der Internet-Aktien"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer nicht mindestens 100.000 Euro "Spielgeld" übrig hat, sollte sich von der Börse fernhalten. Die ganzen Klein und Kleinstanleger werden von einem Heer von Analysten, Beratern und diversen Fondgesellschaften über kurz oder lang nur abgezockt.
    Und wenn an die Börse, dann Alles in Eigenregie!

  • Blase. Punkt.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

  • kann man was erkennen?

    http://www.flickr.com/photos/heiratsschwindlerfrank/
    http://deranschlag.dynip.name/20120415/

  • Ja genau !
    Dahinter stecken doch die Bilderberger, alles abgekatert, eine Weltverschwörung !

    Lächerlich ist sowas.
    Gierige Kleinanleger sind mündig, selbst zu entscheiden.
    Beim Autokauf und anderen Anschaffungen spricht man den Verbrauchern und Anlegern Verstand, Intellekt und Entscheidungsfähigkeit zu, nur bei Finanzinvestitionen sind sie auf einmal alle ahnungslos, überhaupt nicht gierig und plötzlich auch nicht mehr in der Lage, über Produkte selbst nachzudenken.
    Da wird dann die Katze im Sack gekauft, man verlässt sich blind und schimpft dann anschließend, wenn das Investment ein Fehler war.

    Bei ALLEN anderen Anschaffungen lässt man sich nichts andrehen, man würde nicht mal auf die Idee kommen, sich blind auf einen Verkäufer zu verlassen.
    Nur in Sachen Geldanlage sind die Menschen aufeinmal zu dumm, nachzudenken.

    SELBST SCHULD

  • @ Norbert60

    Leider ja! Dass ist wie eine Pokerrunde, bei dem 3 Spieler (Börse, Investmentbank, AG) gemeinsam gegen die unwissenden Kleinanleger spielen.

    Der Kurs der Aktie wird durch (Börse, Investmentbank, AG) künstlich nach oben gebracht und die Kleinanleger steigen ein, plötzlich wenn genug Geld der Kleinanleger in der Aktie investiert ist, dann wieder der Kurs fallengelassen, die Kleinanleger verlieren einen Großteil ihres Vermögens und dann verkaufen die Kleinanleger kurz vor dem Totalverlust und verlieren ca. 50-90% Ihres Vermögens, danach kaufen (Investmentbank, AG) die Aktien wider billig zurück und dass Spiel geht vor vorne los, bis die Aktie ausgelutscht ist.

  • Wer Google, Amazon und Ebay mit Social Media Networks wie Facebook vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
    Erstere haben ein Geschäftsmodell dem ein Verkauf werthaltiger Güter zu Grunde liegt die tatsächlich nachgefragt werden, letztere versprechen im Bereich Werbung Geld zu verdienen der schon von Google gut abgedeckt wird.
    Facebook verspricht auf Grund von detaillerten Nutzerdaten zielgerichtetere Werbung und will damit seine gigantische Bewertung irgendwann mal rechtfertigen.
    Jeder der in Facebook investiert sollte sich mal fragen auf wieviele Anzeigen er dort tatsächlich geklickt und wieviele Produkte er dann auch gekauft hat. Bei mir kommt da null raus. Ich nutze das Internet regelmäßig und kaufe sowohl bei Amazon ein als auch bei Ebay, Facebook dient der Pflege von Kontakten die ich sonst aus dem Auge verlieren würde und sonst nix. Facebook ist ein Hype der den Besitzern viel Geld einbringen wird und viele Menschen die am Anfang einsteigen viel Geld kosten wird und sonst nix.

  • Seit dem Börsengang der T-online habe ich fast 85% meines
    Vermögens verloren. Hier werden die Anleger legitim betrogen.
    Ist dies die neue Akienkultur ?!

  • Wie die Betrugsdienstleister (s.Griechenland) von Goldman Sachs eine Bewertungsblase schaffen:
    Im ersten Schritt inszenierte Goldman Sachs den Kauf eines winzigen Anteiles an Facebook .
    Der abgesprochene Preis für den Unternehmensbruchteil wurde anschließend - ohne dass ein einziger realer Cent zusätzlich floss - rein rechnerisch auf alle übrigen Firmenanteile übertragen:
    Fertig war eine schlagzeilenträchtige Gigabewertung.
    Das Vorgehen ist vergleichbar mit einem Kiesgrubenvermarkter, der bei einem Initial-Geschäft nur einen einzelnen Kiesel "verkauft" - zum abgekarteten Preis von 100 €.
    Anschließend bewerten die Luftbuchungsdienstleister von Goldman Sachs die angebotenen Kiesberge - Stein für Stein mit 100€ . Fertig ist der initiale 50-Milliarden-Schotterhaufen.
    Zur Steigerung inszeniert Goldman Sachs zudem einen abgeschotteten Scheinmarkt, auf dem einige wenige Erstkiesel hin-und hergeschoben werden.
    Einziger Sinn dieses Schrittes ist die Generierung von Marketing-Schlagzeilen.
    Auf gleiche Weise verfahren Hütchenspieler mit abgekarteten Erstgewinnen, um am Ende die angelockten Dummköpfe auszunehmen.
    Ähnlich wurde AOL bis auf 350 Mrd hochgeredet - um dann bis auf ein Hundertstel zu kollabieren.

  • Kampagne: AOL wurde auf 350 Mrd. USD hochgeschrieben - um bei 3 Mrd. zu enden
    Sie erinnern sich an die AOL-Berichterstattung ?
    Täglich prahlte AOL mit immer höheren, niemals validierten Nutzerzahlen.
    Ehrfürchtig kolportierten die Printmedien jede Verlautbarung der AOL-Werber.
    AOL setzte den selbstgeschaffenen Mythos in klingende Münze um:
    Mit "neugedruckten" eigenen Aktien als Kaufwährung erwarben die Wunderknaben reale Unternehmen.
    Als sogar der Traditionskonzern Time Warner erworben wurde, ließ AOL über die verzückten Hofberichterstatter einen AOL-Wert von 350 Mrd. USD vermelden.
    Sie wissen, wie die Sache endete:
    Time Warner und AOL wurden wieder aufgespalten. Insbesondere wegen der unbefriedigenden Geschäftsentwicklung bei der Kern- AOL. Danach "wog" der einstige Medienliebling AOL gerade einmal 3 Mrd. USD.
    Facebook ist weniger ein Konzern als eine Medienkampagne.
    Damals wie heute lassen sich die klassischen Medien vor den Karren spannen - im Vorfeld eines Börsenganges.
    Das Spiel ist derart abgekartet, dass die Aufsichtsbehörde SEC bereits intervenierte. Goldman Sachs musste "freiwillig" darauf verzichten, US-Anleger mit seinem Facebook-Hütchenspiel zu behelligen. Die übrige Welt darf weiterhin irregeführt werden.

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