Commerzbank-Aktie „Eine klare Strategie fehlt”

Der Commerzbank droht ein drastisches Sparprogramm. Vorstandschef Martin Blessing muss reagieren, weil der Wert seines Unternehmens sinkt. Können die Aktionäre von einem Sparprogramm profitieren?
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Der Commerzbank-Chef Martin Blessing muss sparen. Quelle: dpa

Der Commerzbank-Chef Martin Blessing muss sparen.

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Falls Commerzbank-Chef Martin Blessing – wie von Zeitungen berichtet - morgen einen drastischen Stellenabbau verkünden wird, hat das vor allem einen Grund. Die Bank verliert rapide an Wert.

Der Marktwert des Instituts ist deutlich stärker gefallen, als bei vergleichbaren Banken in Kontinentaleuropa. Selbst ein Gewinn im dritten Quartal dürfte nicht ausreichen, um den Aktienkurs zu beflügeln. Aus Sicht des Vorstands und der Aktionäre bedeutet das: Die Kosten müssen runter, je schneller desto besser.

Der Marktwert der zweitgrößten deutschen Bank ist in den vergangen fünf Jahren um 95 Prozent eingebrochen. Nach einer Rally von 12 Prozent im laufenden Quartal wird am Markt in den kommenden 12 Monaten mit einem Kursrutsch von 6,2 Prozent gerechnet, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Am Dienstag verteuerte sich die Aktie um 2,7 Prozent, das war der größte Anstieg seit einer Woche.

Die Commerzbank ist viele Jahre lang ein kranker Mann gewesen und hat das Kapital der Aktionäre verbrannt”, sagte Christian Hamann, Analyst bei der Hamburger Sparkasse in Hamburg. Die Aktie wird sich nur erholen, wenn das Privatkunden- und das Investmentbankengeschäft schlanker und die Altlasten aus der Schiffs- und Immobilienfinanzierung reduziert werden.”

Vorstandschef Martin Blessing wird am Donnerstag bei der Ergebnisvorlage für das dritte Quartal auch Einzelheiten zu der strategische Neuausrichtung bekannt geben. Die Commerzbank hatte während der Finanzkrise Staatshilfen im Umfang von 18,2 Milliarden Euro erhalten und muss risikogewichtete Aktiva in Höhe von 67,5 Milliarden Euro abwickeln.

Eine klare Strategie fehlt”, sagt Christian Muschik, Analyst bei Silvia Quandt Research in Frankfurt. Ohne eine Strategie kann man eine Bank nicht umstrukturieren.” Es habe noch keine großen Veräußerungen gegeben, fügte er an.

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9 Kommentare zu "Commerzbank-Aktie: „Eine klare Strategie fehlt”"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn bei uns in Berlin-Hellersdorf der Bankschalter spätesten 14 Uhr schließt, frage ich mich als berufstätiger Mensch für wen ist diese Bank eigentlich da???

  • Eine Vorstand der die von Herbert Walter gemeinsam mit McKinsey gegen die Wand gefahrene Dresdner Bank übernimmt und das als strategische Glanzleistung bejubelte, von dem ist nichts mehr zu erwarten.

  • Eine Bank mit dem Namen "Commerzbank" braucht weder globale Schnittigkeit noch irgendwelche "brains" on top, die glauben sie könnten auf der ganz großen Tröte blasen. Wie wär´s damit: wir nehmen unsere deutschen Kunden ernst, wir kümmern uns um Mittelstand und Kleinunternehmer, wir bieten jedem Gehaltsempfänger ein Konto zu wettbwerbsfähigen Konditionen? Ach ja - das ist mit Arbeit verbunden? Wenn ein Vorstand diese Chancen nicht erkennt, dann soll er zur Hölle fahren! Soviel Dämlichkeit gehört höllenmäßig bestraft!

  • @Henry
    Die haben so oft Kapitalerhöhungen durchgedrückt, so viele Gewinne können, schon gar nicht nach Schließen der meisten Geschäftsfelder, generiert werden.

    Es war zwar richtig umzustrukturieren, aber nicht doch auf pump, denn nichts anderes sind kapitalerhöhungen. Mit seiner komischen Informationspolitik ist alles Vertrauen verloren gegangen. Ein klar denkender Manager hätte Fehler eingeräumt, den ganzen Mist auf dem Tisch gepackt und sich Asche aufs Haupt gestreut.

    Dann hätte man Vertrauen aufbauen können.

  • Bei dem "Geschäftsmodell" dass die Commerzbank vorzulegen hat ist das ein Amateurhafter Rat! Diese Bank ist so pleite, dass der Staat diese Bank irgendwann verstaatlichen muss und dann kann man froh sein, wenn man als Aktionär überhaupt noch 0,50 Euro pro Aktie bekommen würde. (Beispiel: HRE)

  • In der Commerzbank ist aufzuräumen.
    Weitgehende Kostensenkungen werden durchzusetzen. Auch die Vorstände müssen ihre Gehälter kürzen. Zudem wird es wohl oder übel Stellenabbau geben müssen. Es geht um die Rettung der Commerzbank und nicht mehr um soziale Wünsche.

    Die Commerzbank wird ihre Geschäftsfelder gen Süden (Arabische Welt) erweitern. Geschäfte in Europa sind sehr heikel. Die Schuldenkriese in Europa wird sich so oder so verselbständigen. Das sich die CoBa Aktie im Pennystock bewegen wird, ist eher unwahrscheinlich. Dafür gibt es genug Druck von den Großaktionären, besonders von der Bundesregierung.

    Ich empfehle, CoBa Aktien kaufen, 2-3 Jahre ausruhen, entspannen und verkaufen oder behalten. Vielleicht geht noch mehr.

  • Denen fehlt keine "klare Strategie", sondern eine Führung in Vorstand und AR, die ihr Geschäft versteht.
    Die jetzigen Figuren haben - schon seit Jahren - grandios abgewirtschaftet und Milliarden von Aktionärsgeld verbrannt.

  • Ich hatte selber einmal diese Aktien. Damals hatte ich sie noch bei 3,21 Euro gekauft und bei 7,05 Euro verkauft. Ich hatte alles richtig gemacht! Danach hatte ich noch gesagt, dass diese Aktie nie wieder so hoch gehen würde. Ich habe bis heute recht behalten! Wer diesen Müll immer noch hat und glaubt, dass die wieder bei 5, 6 oder 7 Euro landet, der muss krank im Kopf sein.

  • Handelsblatt sollte Blessing zum schlechtesten Manager des Jahres küren.

    Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.

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