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Dax-Aufsteiger Milliardenschwere Kapitalerhöhung lässt Aktie von Delivery Hero taumeln

Der Lieferkonzern besorgt sich frisches Geld an der Börse. Das verschreckt die Anleger, die zuletzt eifrig zugeschlagen hatten. Der Kurs sackt ab.
06.01.2021 Update: 06.01.2021 - 19:05 Uhr 1 Kommentar
Der Lieferdienst stieg 2020 in den deutschen Leitindex Dax auf. Quelle: dpa
Logo von Delivery Hero

Der Lieferdienst stieg 2020 in den deutschen Leitindex Dax auf.

(Foto: dpa)

Hamburg Der Dax-Konzern Delivery Hero nutzt das Kursplus der vergangenen Wochen für eine Kapitalerhöhung. Der Lieferkonzern werde bis zu knapp 9,5 Millionen neue Aktien ausgeben, teilten die Berliner am Mittwochabend mit. Das sind 4,7 Prozent des Grundkapitals.

Zum Schlusskurs von 138,35 Euro könnte das Berliner Unternehmen damit 1,3 Milliarden Euro einnehmen. Die Aktie drehte nach der Ankündigung ins Minus: Im Frankfurter Späthandel gab sie um sieben Prozent nach. Die seit dem vergangenen Jahr im Leitindex Dax notierte Aktie hatte am Dienstag noch ein Allzeithoch erreicht.

Das Geld will Konzernchef Niklas Östberg nicht nur für „allgemeine Unternehmenszwecke“ verwenden, sondern sich damit auch für weitere Übernahmen rüsten. Delivery Hero hatte erst kurz vor dem Jahreswechsel grünes Licht von den südkoreanischen Kartellbehörden für die Übernahme des dortigen Lieferdienst-Marktführers Woowa erhalten.

Das Unternehmen zahlt den 3,6 Milliarden Euro schweren Zukauf allerdings zum Teil in eigenen Aktien. Zur Strategie gehört es, auch in anderen Ländern Wettbewerber zu schlucken, um Marktführer zu werden.

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    Delivery Hero war 2017 an die Börse gegangen und hatte damals eine Milliarde Euro eingesammelt. Sinn der Börsennotierung ist es auch, das Wachstum durch die Ausgabe neuer Aktien finanzieren zu können – schließlich schreibt der Konzern seit der Gründung stetig Verluste.

    Für den Korea-Deal beispielsweise hat sich das Unternehmen bereits im Januar 2020 rund 2,2 Milliarden Euro über Wandelanleihen und eine Kapitalerhöhung am Markt besorgt. Bislang funktioniert diese Art der Finanzierung problemlos.

    Aktie sackt auch aus technischen Gründen ab

    Dass die Aktie nach der Ankündigung am Mittwoch trotzdem gefallen ist, hat auch technische Gründe: Schließlich sind nach einer Kapitalerhöhung mehr Aktien am Markt, der Wert der Anteile wird also verwässert. Allerdings ist die Aktie in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen – auch befeuert von der Entscheidung der koreanischen Kartellwächter Ende Dezember.

    Im neuen Jahr muss es Firmenchef Östberg allerdings nach Meinung von Analysten gelingen, einen klaren Pfad Richtung Profitabilität aufzuzeigen: Er muss den konservativen Dax-Anlegern beweisen, dass auch ein wachstumsorientiertes ehemaliges Start-up langfristig in den Leitindex gehören kann.

    Einen Gewinn erwarten die Analysten jedoch ebenso wenig wie die Manager selbst: Für 2021 rechnet der Konzern mit einer bereinigten Verlustmarge (Ebitda) von immer noch 14 bis 18 Prozent. Allerdings steht dem eine stolze Verdopplung des Umsatzes auf gut 2,7 Milliarden Euro gegenüber – falls alles nach Plan läuft. Immerhin: Im Krisenjahr 2020 hielt Delivery Hero sein Wachstumstempo von 100 Prozent bei und konnte die finanziellen Erwartungen sogar übertreffen.

    2021 will Östberg vor allem das Asiengeschäft neu ordnen. Aus dem Zukauf in Korea soll eine in Singapur angesiedelte Technologieplattform für den Kontinent werden. Davon verspricht sich der Gründer Wachstum und mehr Effizienz. Auch in solche Investitionen könnte das Geld der Anleger fließen – und sich so, wenn alles glattgeht, rentieren.

    Die Kapitalerhöhung weist auch darauf hin, dass der Konzern bei entsprechenden Gelegenheiten weltweit rasch zukaufen könnte. Die Berliner dürften also 2021 für Überraschungen gut sein.

    Mehr: Kartell-Freigabe in Korea: Für Delivery Hero steht ein entscheidendes Jahr an

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    1 Kommentar zu "Dax-Aufsteiger: Milliardenschwere Kapitalerhöhung lässt Aktie von Delivery Hero taumeln"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hallo Handelsblatt,

      "Das verschreckt die Anleger, die zuletzt eifrig zugeschlagen hatten." Warum versuchen Sie immer Panik bei Anlegern auszulösen, hört auf damit.

      Jede Firma benötigt Geld, um Investitionen zu tätigen, einer der Möglichkeiten ist Kapitalerhöhung. Dadurch wird der sogenannte Verwässerungseffekt entstanden. Sie müssen nicht direkt Ereignisse und deren Auswirkungen, wie es Ihnen passend ist, interpretieren.

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