Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax & Dow Jones Warum der Februar ein besonders schlechter Monat an den Märkten war

Der Aufwärtstrend an den Börsen ist im Februar abgerissen. Der Leitindex Dax verliert so viel wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.
Update: 01.03.2018 - 15:44 Uhr 2 Kommentare
Der Februar war kein Monat für Aktienanleger. Quelle: dpa
Händler an der Börse New York

Der Februar war kein Monat für Aktienanleger.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer erste Schock des Börsenbebens mag verdaut sein, die Unsicherheit an den Märkten aber bleibt – und der Februar zeigt deutlich, welche Folgen die Kurseinbrüche vor einem Monat hinterlassen haben: Die zehn Monate andauernde, längste Aufwärtsphase der US-amerikanischen Börsengeschichte seit 1959, wurde abrupt gestoppt.

Den Februar schloss der Dow Jones mit einem Minus von 4,3 Prozent, der breiter gefasste S&P 500 mit einem Minus von 3,9 Prozent ab. Für den deutschen Leitindex Dax lief es noch schlechter: Unter dem Strich hat er im Februar 6,2 Prozent verloren – so viel wie seit August 2015 nicht mehr. Damals hatte der Dax 9,3 Prozent verloren.

Ausgelöst wurden die Kursrutsche von der anziehenden Inflation in den USA und der damit verbundenen Erwartungen, dass die Notenbank Fed ihre Zinsen schneller steigen lassen könnte als gedacht. In der Interpretation von Investoren schmälert dies die Gewinnsituation der Unternehmen, da mit den Zinsen auch die Finanzierungskosten steigern. Je höher sichere Anleihen wie etwa zehnjährige US-Bonds rentieren, desto stärker dürften sie zum Rivalen für Aktien bei der Geldanlage werden – was wiederum die Kurse belastet.

Die Inflation in den USA lag im Januar bei 2,1 Prozent, also leicht über dem Inflations-Ziel der Fed von zwei Prozent. Derzeit liegt der Leitzins in den USA innerhalb einer Spanne von 1,25 bis 1,5 Prozent.

Die amerikanische Notenbank hat die Zinswende bereits im Dezember 2015 eingeleitet. Seitdem hat die Fed die Zinsen fünf Mal erhöht. Und in diesem Jahr wurden bislang drei weitere Zinsschritte diskutiert. Nach der ersten Rede des neuen Fed-Chefs Jerome Powell im Kongress ziehen jedoch Spekulationen an, dass es sogar vier Schritte allein in 2018 werden könnten. Die Folge: Die Aktienmärkte stehen unter großem Druck.

Investmentprofis wollen diesem aber keine allzu große Bedeutung beimessen. So erklärt etwa Michael Hasenstab, Fondsmanager von Franklin Templeton, in einem Blog, dass sich die Volatilität „wirklich nicht auf einem Niveau“ befinde, „das Auswirkungen auf die reale Wirtschaft hätte“. Und weiter: „Abgesehen von den wichtigsten Aktienmärkten waren auch keine Effekte auf sämtliche riskanten Anlagen zu erkennen. Bislang treten diese Faktoren nur vereinzelt auf und sind recht überschaubar.“

Schließlich, so betonen es Investoren allerorten, spreche das fundamentale Umfeld – in diesem Jahr wird weltweit ein Wirtschaftswachstum von fast vier Prozent erwartet – für weiter steigende Kurse.

Die Kursrutsche seien ein „Schuss vor den Bug“ gewesen, aber nicht der Anfang einer Baisse, sagte der Fondsverwalter Jens Ehrhardt in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Solange die zehnjährige Staatsanleihenrendite in den USA unter 3,5 Prozent bleibt, die zweijährige unter drei Prozent, bleibe ich entspannt. Anleihen werden auch in diesem Jahr eine schlechte Anlage sein“, sagte Ehrhardt.

Dass die Unruhe so groß war, hatte gute Gründe: Der Dow Jones verlor am 5. Februar knapp 1.200 Punkte – in absoluten Zahlen gemessen so viel wie nie zuvor. Das entsprach einem Minus von 4,6 Prozent. Obwohl noch weit davon entfernt, erinnerte der große Verlust doch an den schwärzesten Tag der Wall Street-Geschichte, den 19. Oktober 1987, als der Dow um knapp 23 Prozent einbrach.

Trotzdem bleiben Anleger nervös, was auch die jüngsten Kursbewegungen zeigen. Nach den Kursrutschen vor einem Monat bleibt die Richtung, in die die Börsen laufen, unklar. „In einem Moment glaubt man, die Korrektur für beendet erklären zu können und stellt sich auf einen Lauf in Richtung 13.000 Punkte ein, im nächsten Augenblick muss man schon wieder bangen, dass nicht wieder die Tiefs von Anfang Februar heimgesucht werden“, wertet Börsenexperte Stephan Heibel die jüngsten Ergebnisse des Handelsblatts Dax-Sentiments aus. Jochen Stanzl von CMC Markets urteilt nüchtern: „Der Deutsche Aktienindex befindet sich ein wenig im charttechnischen Niemandsland.“

Stanzl zeigt sich zuversichtlich, denn die Börse starte nun in den März, den saisonal stärksten Börsenmonat. Bislang sieht es allerdings nach einem gehörigen Fehlstart aus: Am Donnerstagnachmittag liegt der Dax mit 1,5 Prozent deutlich im Minus.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Dax & Dow Jones - Warum der Februar ein besonders schlechter Monat an den Märkten war

2 Kommentare zu "Dax & Dow Jones: Warum der Februar ein besonders schlechter Monat an den Märkten war"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da es immer mehr Leerverkäufer gibt, ist es doch eigentlich klar, daß so ein kleiner Index wie der Dax in die Knie geht. Vor allem an der Börse Frankfurt kann man doch mit etwas Geld jeden Kurs machen.
    Selbst starke Werte werden hoch und runter manipuliert wie es der Derivaten-Gauner oder dem Leerverkäufern passt. Das Ganze ist mittlerweile ein Riesenbetrug am Aktionär. Es wird Zeit, das hier die Polizei eingreift.

  • Sehr geehrter Herr Streit,

    einer betet es dem anderen nach: Anscheinend waren es ganz plötzlich aufgekommene Zinsängste, die im Februar zu einer Korrektur geführt haben. Widerlegewn kann ich diese These nicht. Aber darauf hinweisen, dass an der Zinsfront real gesehen herzlich wenig geschehen ist.

    Aber vielleicht gibt es eine ganz andere Erklärung. Ins Bild gehört auch, dass in den USA im Januar die Aktienkurse steil nach oben geschossen sind und diese Übertreibung dann im Februar teilweise wieder korrigiert worden ist.

Serviceangebote