Depot-Contest „Langfristig nicht mehr als eine Episode“

Die Schwellenländer-Börsen sind zuletzt kräftig unter Druck geraten. Vermögensverwalter raten zur Vorsicht. Der Zeitpunkt für den Einstieg ist noch nicht gekommen. Abschreiben wollen sie die Emerging Markets aber nicht.
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Blick von der Galatabrücke in Istanbul auf den Bosporus: Die Finanzmärkte in der Türkei sind in heftige Turbulenzen geraten. Quelle: dpa

Blick von der Galatabrücke in Istanbul auf den Bosporus: Die Finanzmärkte in der Türkei sind in heftige Turbulenzen geraten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSie gelten als kraftvolle Weltwirtschafts-Lokomotive der Zukunft, doch das Image der Schwellenländer hat Kratzer bekommen. Anleger haben im Januar in großem Stil Geld aus den aufstrebenden Nationen abgezogen. Aufgeschreckt worden waren sie von massiven Wirtschaftsproblemen in Ländern wie der Türkei oder Argentinien. Es wächst die Angst, die Hoffnung von gestern könnte schon morgen der nächste globale Krisenherd sein.

Experten vom Kieler Institut für Weltwirtschaft und auch der Internationale Währungsfonds (IWF) halten diese Befürchtungen zwar für übertrieben. Trotzdem müssen Investoren mit Blick auf die Wirtschaftserwartungen für die Schwellenländer wohl bescheidener sein.

Und sie werden sich auch an die heftigen Turbulenzen an den dortigen Börsen gewöhnen müssen. Schon im vergangenen Jahr rutschten die Märkte teils empfindlich ab. Immer wieder zeigt sich: Schwellenland bleibt Schwellenland. Egal, wie stark sich aufstrebende Volkswirtschaften verändert und entwickelt haben – wenn es hart auf hart kommt, werfen Finanzinvestoren Argentinien, die Türkei, Brasilien oder Russland nach wie vor in einen Topf. Eine Art Sippenhaft.

Der aktuelle Ausverkauf von Währungen, Aktien und Anleihen der Schwellenländer erinnert stark an die 1990er-Jahre: Hat ein Land ein Problem, haben die anderen auch bald eins. Vorangeschrittene Industrialisierung, verbesserte Infrastruktur, höhere Kreditwürdigkeit, unter Kontrolle gebrachte Bilanzen - das alles hat die Länder nicht widerstandsfähiger gemacht gegen die Willkür von Investoren. Fast sechs Milliarden Dollar haben diese allein seit Jahresanfang nur aus Schwellenländer-Aktien abgezogen.

Experten wollen nicht ausschließen, dass diese Kapitalflucht anhält. Auch Patrick Laireiter, Vorstand der Opemo Aktiengesellschaft befürchtet, dass der Kursrutsch weitergeht. „Die Stimmungslage hat sich grundsätzlich verändert. Investoren blicken kritischer auf diese Märkte“, sagt der Vermögensverwalter. „Probleme, die es immer schon gab, werden nun intensiv besprochen.“ Sein Kollege Friedemann Wagner von PEH Vermögensmanagement erwartet, dass die Schwellenländer-Börsen bis auf ihre Tiefststände von Sommer 2012 und Sommer 2013 fallen. „Voraussichtlich werden die Emerging Markets schwächeln, solange die US-Notenbank Fed das Tapering zurücknimmt“, sagt er.

Investoren müssen sehr auf der Hut sein
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