Deutsche-Bank-Aktie Analysten halten Kursrutsch für übertrieben

Die Aktie der Deutschen Bank fiel am Morgen erstmals in der Historie des Instituts unter zehn Euro. Doch einige Analysten stärken dem Institut den Rücken: Warum sie die Marktreaktion für überzogen halten.
Update: 30.09.2016 - 13:23 Uhr 14 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank ziehen Dax nach unten

FrankfurtAm Freitagmorgen stürzte die Aktie der Deutschen-Bank erstmals unter die psychologisch wichtige Marke von zehn Euro. Ein neues Allzeit-Tief für die Aktie, die in diesem Jahr bereits 58 Prozent an Wert verloren hat. Inzwischen konnte sich das Papier wieder etwas erholen, doch die Unsicherheit an den Märkten bleibt groß.

Einige Analysten halten die Reaktion der Märkte für übertrieben und sind um Beruhigung bemüht. Die Experten von Goldman Sachs schreiben in einer Studie: „Wir halten die Liquiditätsreserven der Deutschen Bank für stabil.“ Sie verweisen auf die üppigen Liquiditätsreserven von 223 Milliarden Euro oder 20 Prozent der gesamten Bilanz. Damit seien die Cash-Reserven drei Mal so hoch wie zu Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2007.

Zudem betrage die Mindestliquiditätsquote 124 Prozent. Die Quote ist eine im Zuge von Basel III etablierte Kennzahl zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos von Kreditinstituten. Dabei muss diese Quote mindestens 100 Prozent oder mehr betragen, um den Mindeststandard zu erfüllen. Tatsächlich ist diese bei der Deutschen Bank höher als bei den Konkurrenten Citigroup (121 Prozent) und BNP Paribas (112 Prozent).

Auch die Schweizer Großbank Credit Suisse glaubt, dass die Investoren das Risiko überschätzen, dass Strafforderungen für dubiose Hypothekendeals in den USA die Bank finanziell überfordern könnten. „Die Höhe der Strafzahlungen wird am Ende kleiner erwartet ausfallen, als derzeit erwartet, wenn wir die Vergleiche direkter Wettbewerber als Grundlage nehmen“, schreiben die Analysten.

Allerdings betonte Goldman Sachs auch, dass die Deutsche Bank nun dringend gute Nachrichten brauche. Der strategische Umbruch, die nicht enden wollende Rechtsstreitigkeiten sowie die anhaltende Niedrigzinsphase belaste das deutsche Geldhaus weiter schwer.

Derweil fielen die sogenannten AT1-Bonds der Deutschen Bank auf ein Allzeittief. Das sind die riskantesten Bonds der Deutschen Bank, die bei einem Notfall in Eigenkapital umgewandelt werden. Die Papiere sind eine Art Zwangswandelanleihe für den Krisenfall und eine Antwort auf die neuen Anforderungen der Regulierer, die den Steuerzahler bei künftigen Bankenrettungen schonen wollen. Fällt die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank unter 5,125 Prozent, dann bekommen die Anleihe-Investoren keine Aktien der Bank. Stattdessen werden sie an den Verlusten beteiligt, indem die Papiere einfach abgeschrieben werden. Die Anleger verlieren ihren Einsatz, die Deutsche Bank wird entlastet. 

Der Deutsche-Bank-Chef John Cryan machte Spekulanten für den Absturz seiner Bank an den Finanzmärkten verantwortlich. Am Markt seien gerade einige Kräfte unterwegs, die das Vertrauen in das Institut schwächen wollten, schrieb der Manager am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter. „Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst.“

Cryan warnte vor einer Überbewertung der Meldungen, dass einzelne Hedgefonds-Kunden die Bank verlassen hätten. „Das sorgt zu Unrecht für weitere Unruhe.“ Er verwies darauf, dass der Konzern mehr als 20 Millionen Kunden habe

  • jau
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14 Kommentare zu "Deutsche-Bank-Aktie: Analysten halten Kursrutsch für übertrieben"

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  • Manch einer hat umsonst eine Banklehre gemacht und nichts verstanden.
    Der Ackermann war der Größte.

  • Jo A. wohin hast du dieses einst so stolze Haus gebracht? Wer 25% Eigenkapitalrendite ausruft, stachelt zum Zocken und betrügen an. Die Rechnung bezahlen jetzt Jahre später andere.

    Ich war ein stolzer Auszubildender der Deutschen und ein teuer Kunde aber jetzt wird mir angst und bang.

  • Die Banken mussen zu Ihren tatsächliche Gerschäft des Kreditgeber zurück kehren. Die Probleme werden weniger und Sie werden Geld verdienen. Eigengeschäft war einmal nicht in Niedrigzins Zeiten.

  • ...........die neuesten Nachrichten aus der Hochwasserzentrale.....der Pegel steigt nicht weiter an....die Prognosen waren zu hoch angesetzt.....die "Stars" an den Knöpfen und Schiebern haben sich zu weit aus dem Fenster gelehnt.. ..jetzt spricht Frau/Mann von Übertriebenheit....alles schon eingepreist, selbst wenn das "Hochwasser" alles mit sich reißt....et is (es ist) in de Preise drinn...so die einheilige Meinung de Presse...und ....und....und.... Respekt vor der Krise nicht mehr vorhanden.... alles schon einkulliert...sagen se..also kann kumme, wat will.....
    En Crash.....wat is dat überhaupt?......wird aus dem Börsenlatein gelöscht.....und im übrigen....die ältere Dame dort drüben am Hebel und hier der Herr der jrade im Berliner Parlament war, werden dafür sorgen.....dat nix passiert.....also weitermachen?.....ja, so isset......und so packen sich Otto und Erna an den Kopf und fragen sich......was sind das blos für Experten?......

  • Was mich bei der ganzen Sache faziniert (ausser der Tatsache, dass meine Aktien immerhin noch Altpapierwert haben ), ist, dass irgendwo riesige Geldstrafen ausgesprochen werden, dieses Geld jedoch nie bei den Geschädigten ankommt.
    Hier kann man auch von einem Betrug sprechen: Der Staat macht sich den Schaden anderer zunutze, klagt und streicht den Gewinn ein.

  • Jetzt geht es erst wieder nach oben.

  • Spätestens wenn es hier wieder richtig "scheppert" fangen wir alle wieder bei Null an.

  • @Petersen

    ich denke nicht, dass Ihr Vergleich mit den anderen europ. Banken hier zutreffend ist. Man kann über die Deutsche Bank viel sagen, aber im Vergleich zu den gestützten "anderen" europäischen Banken, ist sie wirklich solide.

    Zudem: vor Kurzem schrieeb das Handelsblatt: Draghi verzweifelt an den Deutschen, weil die Geldmenge trotz Niedrigstzinsen nicht ansteigt. Dafür gibt es aber einen Grund: Trotz des Immobilienbooms/Blase wächst die Geldmenge nicht, weil alle Altverträge für Immobilien nach 10 Jahren kündbar sind und die Leute auf Billigkredite umschwenken können. Sinnvollerweise werden diese Konditionen genutzt, dass bis zum Rentenalter die Schulden zurückbezahlt werden. Das heisst die niedrigen Zinsen vernichten jedes Monat über die höhere Tilgung Geldmenge M3.

    Inzwischen haben sich alle, die es sich auch sinnvoll leisten können, mit Geld versorgt. Jetzt würden tatsächlich nur noch die (Voll-)finanzierer mit 10% Eigenkapital als weiteres Geschäftsmodel übrigbleiben. Und genau das wollen wir nicht, weil das dann genau so unsolide wäre, wie im Rest von Europa (und die Blase zudem puschen würde). Daher sind diese Art der "Gewinne" für deutschen Banken auch nicht gangbar! Langfristig Gott sei Dank!

  • „Gerede über mögliche Pleite ist kontraproduktiv“

    Ob es nun "nur" Gerede ist oder nicht: Allein die Tatsache, dass es überhaupt aufkommt, sollte schon zu Denken geben.

  • in dem Punkt muß ich Drahgi recht geben, Die niedrigen Zinsen sind nicht das Problem. Die Banken verdienen an der Zinsdifferenz zwischen Leihen und Verleihen.
    Diese Liegt geschätzt bei 5-6% und bei Immobilien bei 2-3% wenn man mit 10% Eigenkapital arbeitet, Dann bekommt man für 100€ 5€ an zinsen. Zahlt der EZB
    für die 90€ 0,23€ bleiben 4,77€ auf die 10€ Eigenkapital. Bei Hypoteken weniger, bei Giroüberziehungen mehr. Wenn andere Banken in Europa damit sehr gut verdienen. Dann ist das ein eigenes Problem der deutschen Banken. Kauf der Dresdner, Postbank, zukauf in den USA , alles Verlust Geschäfte. Dann die Rechtsrisiken die man dazu gekauft hat. Heute Profit und Bonus und 2 Jahre später die Prozesse und im ganzen ein Verlust. Da hilft nur eine Radikal Kur. Deutschland kauft X Aktien in einer Kapitalerhöhung zu 9€ , Fusion von DB und Com Bank. Feuern der Manager, zusammen legen der Filialen, schließen von Außlandsgeschäften durch Pleite gehen lassen von Auslands AG's und so vermeiden der Strafzahlungen. Und schon ist die ganze sache erledigt. Und Deutschland macht einen satten Profit dabei

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