Deutsche Bank Braucht Deutschlands großes Geldhaus neues Kapital?

Einen Rekordverlust für das Gesamtjahr und ein schwaches viertes Quartal hat die Deutsche Bank am Mittwochabend gemeldet. Die Aktie ist am Vormittag größter Verlierer im Dax. Die Sorge vor einer Kapitalerhöhung kommt auf.
Update: 21.01.2016 - 10:16 Uhr 13 Kommentare

Diese Verfahren drücken Deutsche Bank tief ins Minus

FrankfurtDer neue Chef der Deutschen Bank, John Cryan, wird zu einem der schlimmsten Wertvernichter für die Aktionäre. Am Vormittag verloren die Anteilsscheine von Deutschlands größtem Geldhaus in der Spitze 9,5 Prozent und notierten nur noch bei 16,03 Euro. Damit ist das Papier mit Abstand der größte Verlierer im Leitindex Dax, der sich leicht im Plus hält. Das Allzeittief der Deutschen-Bank-Aktie von 14,69 Euro vom Januar 2009 ist schon in Sichtweite. Insgesamt gab der Aktienkurs seit Cryans Amtsantritt im Juli des vergangenen Jahres um sage und schreibe vierzig Prozent nach.

Am Vorabend hatte die Deutsche Bank den größten Jahresverlust ihrer Geschichte vermeldet. Nach Steuern soll das Minus 6,7 Milliarden Euro betragen, auch das vierte Quartal fiel mit einem Verlust von 2,1 Milliarden Euro miserabel aus. Das Ergebnis fiel deutlich schlechter aus als Analysten befürchtet hatten. Sie rechneten auf Jahressicht im Schnitt mit einem Defizit von 5,2 Milliarden Euro und im vierten Quartal nur einen Fehlbetrag von 647 Millionen.

Unter anderem belasten Abschreibungen im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft sowie Kosten für Stellenstreichungen, aber auch einmal mehr Rechtsstreitigkeiten das Institut. 1,2 Milliarden Euro legt die Deutsche Bank noch einmal zur Seite und hat nun eine Vorsorge von 5,2 Milliarden Euro aufgebaut. „Die Kosten für Gerichtsprozesse enden nicht mit dieser Rückstellung - wir gehen davon aus, dass es sie noch mehrere Jahre geben wird", sagte Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen.

Börsianer befürchten nun, dass die Deutsche Bank eine weitere Kapitalerhöhung benötigt. „Wenn das Umfeld schwierig bleibt, könnten die Sorgen um die Kapitalbasis wieder kommen und sogar zunehmen“, schrieben die Analysten der Bank Exane BNP. Citibank-Experte Andrew Coombs sagte, das Ergebnis der Bank für 2015 sei extrem schwach. „Wir sehen noch mehr Prozessrisiken und erwarten weitere Kosten in Höhe von 3,6 Milliarden Euro in diesem Jahr. „Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung.“

Mehr Kapital nötig?
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13 Kommentare zu "Deutsche Bank: Braucht Deutschlands großes Geldhaus neues Kapital?"

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  • Liebe HB-Redaktion

    Sie sollten Ihren Vorspann zur Leserkommentarfunktion abändern, in dem sie die Möglichkeit einer Kommentierung bis 20h zusagen

    Diese Kommentierung bis 20h ist weitgehend nicht mehr möglich wie jetzt bei dem Artikel des Herrn Scheidges.

    Machen Sie sich also "ehrlich" Vielen Dank

  • Zwar kann der Neue bestimmt Q4 Anshu noch in die Schuhe schieben. Aber womit will die Dt. Bank denn in Zukunft Geld verdienen, wenn sie das Investmentbanking (noch) weiter zurückfahren und die besten Leute das Haus freiwillig verlassen um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Entweder bei der Konkurrenz oder sich eben auf eigene Füße stellen und mit eigenem Kapital auf eigene Rechnung arbeiten ? Joe hat uns jedenfalls allen gezeigt, wie das geht. Wie man(n) Geld mit Geld verdient bzw. aus Geld mehr Geld macht.

  • Braucht Deutschlands großes Geldhaus neues Kapital?
    Ohne Frage und zwar das Doppelte von derzeit 4% auf ca. 9% sonst ist Ende, siehe die amerikanischen Banken, alle über 8% EK.

  • @Rainer von Horn

    "Der neue Chef der Deutschen Bank, John Cryan, in Davos: "In zehn Jahren wird es kein Bargeld mehr geben""

    Ich glaube eher, in zehn Jahren gibt es die Deutsche Bank nicht mehr.
    Die Deutsche Bank-Aktie ist ein Verliererpapier. Die Deutsche Bank ist ein Verliererunternehmen.

    Niemand braucht die Deutsche Bank.

  • Keine Sorge, der Steuerzahler wirds schon richten. Ist ja schliesslich alternativlos und gehoert inzwischen fest zum Geschaeftsmodell.

  • Frisches Geld? schon möglich - "herrn" breuer gab das BISHER WELTWEIT TEUERSTE INTERWIEW - Euro 925 Mio kostete das die DB-Aktionäre - wenn das so weitergeht.

  • Was für eine Bank ? Das ist eine ANWALTSKANZLEI mit nebenbei etwas Bankgeschäft.

  • Die Deutsche Bank war in allen Finanzskandalen der letzten Zeit verwickelt - jetzt hört man nichts mehr - schwächeln die etwa ??

  • Wir müssen auch offen über die Bilanzierungsgrundsätze und in der Konsequenz über die Steuergesetzgebung diskutieren!

    Ich hoffe, dass es Allgemeinkenntnis ist, dass in Deutschland die Gesetze von Lobbyisten und nicht von den Politikern gestaltet wurden und werden. So geht es nicht (weiter). Das wird auch nicht geheilt, indem sich die Lobbyisten das was kosten lassen.

    Hier muss aufgeräumt werden!

    Wie der Fall "Deutsche Bank" zeigt, gibt es die "Manipulationen" nicht zum Nulltarif.

    Eine weitere Manipulation, die mir am Herzen liegt, ist das Handeln der EZB. Sehen wir nicht, dass Draghi die Ersparnisse der kleinen Leute einsetzte, um das Vermögen der Reichen zu sichern? Wenn jetzt Kassensturz gemacht würde, würde jeder sehen, dass es nichts gebracht hat, nichts bringen könnte.

    Was ich aber noch viel schlimmer finde, ist die Tatsache, dass die Politiker sich zwar das Recht gaben, die EZB zu erschaffen, aber keine Kontrollaufgaben bei sich sehen.

    Wenn Sie wollen, können Sie diesen Vorwurf auch auf den ESM-Rettungsschirm übertragen. ...

  • John Cryan ist nur der "Vollstrecker" einer desolaten Bank, dank H. Ackermann und Konsorten. Sie haben alle den Hals nicht voll bekommen und dicke Tantiemen eingestrichen obwohl ursächlich nachhaltig keine Gewinne erwirtschaftet wurden. (siehe Bilanzen, versteckte Zahlen, Abschreibungen die nicht vorgenommen wurden, und keine Wertpapierberichtigungen, Zockermentalität)
    H. Ackermann war aber enger Berater von Angela Merkel. Das Ergebnis kann jeder jeden Tag neu erfahren.

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