Deutsche Bank John Cryan kauft Anleihen zurück

Die Deutsche Bank will Anleihen im Wert von fast fünf Milliarden Euro zurückkaufen. Ein entsprechendes Rückkaufangebot hat der Konzern jetzt unterbreitet. Die Aktie schießt nach oben.
Update: 12.02.2016 - 15:31 Uhr 12 Kommentare
Der Co-Chef der Deutschen Bank bemüht sich darum, das Vertrauen der Aktionäre und Anleiheeigner zu gewinnen. Quelle: dpa
John Cryan

Der Co-Chef der Deutschen Bank bemüht sich darum, das Vertrauen der Aktionäre und Anleiheeigner zu gewinnen.

(Foto: dpa)

Die Deutsche Bank unterbreitet Anlegern ein Rückkaufangebot für bestimmte Anleihen. Damit will die Bank ihre Kapitalkraft unter Beweis stellen und Misstrauen unter Investoren bekämpfen. Mit einem Rückkauf der Schuldscheine könnte der Dax-Konzern einen Kapitalgewinn einstreichen und sich künftige Zinszahlungen sparen.

Zurückkaufen will Co-Chef John Cryan fünf Euro-Anleihen mit einem angestrebten Volumen von drei Milliarden Euro und acht US-Dollar-Anleihen mit einem Volumen von zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro).

„Die starke Liquiditätsposition der Bank erlaubt es ihr, diese Wertpapiere zurückzukaufen, ohne dass dies Auswirkungen auf den Emissionsplan für das Jahr 2016 hat“, teilte das Institut mit. Es handelt sich bei den Papieren um bestimmte unbesicherte Anleihen.

Diese Anleihen hat Deutschlands größte Bank im Visier

DEUTSCHE BANK AG FLR-MTN V.14(19)

WKN
ISIN
DE000DB7XHM0
Börse
STU

-0,01 -0,01%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG FLR-MTN V.14(19)
DE000DB7XHM0
1 von 13

Ausgabetag: 15.4.2014

Fälligkeitstag: 15.4.2019

Zinskupon: 0,406 Prozent

Zinsfrequenz: vierteljährlich

DEUTSCHE BANK AG MED.TERM NTS.V.2014(2021)

WKN
ISIN
DE000DB7XJB9
Börse
STU

-0,09 -0,09%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG MED.TERM NTS.V.2014(2021)
DE000DB7XJB9
2 von 13

Ausgabetag: 8.9.2014

Fälligkeitstag: 8.9.2021

Zinskupon: 1,25 Prozent

Zinsfrequenz: jährlich

DEUTSCHE BANK AG FLR-MTN V.14(21)

WKN
ISIN
DE000DB7XJC7
Börse
STU

0,00 0,00%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG FLR-MTN V.14(21)
DE000DB7XJC7
3 von 13

Ausgabetag: 10.9.2014

Fälligkeitstag: 10.9.2021

Zinskupon: 0,534 Prozent

Zinsfrequenz: vierteljährlich

DEUTSCHE BANK AG MED.TERM NTS.V.2013(2023)

WKN
ISIN
DE000DB5DCS4
Börse
STU

-0,09 -0,09%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG MED.TERM NTS.V.2013(2023)
DE000DB5DCS4
4 von 13

Ausgabetag: 11.1.2013

Fälligkeitstag: 11.1.2023

Zinskupon: 2,375 Prozent

Zinsfrequenz: jährlich

DEUTSCHE BANK AG MED.TERM NTS.V.2015(2025)

WKN
ISIN
DE000DB7XJP9
Börse
STU

-0,11 -0,12%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG MED.TERM NTS.V.2015(2025)
DE000DB7XJP9
5 von 13

Ausgabetag: 17.3.2015

Fälligkeitstag: 17.3.2025

Zinskupon: 1,125 Prozent

Zinsfrequenz: jährlich

DEUTSCHE BANK AG DL-SENIOR NOTES V.15(20)

WKN
ISIN
US25152R2U64
Börse
STU

-0,02 -0,02%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG DL-SENIOR NOTES V.15(20)
US25152R2U64
6 von 13

Ausgabetag: 20.8.2015

Fälligkeitstag: 20.8.2020

Zinskupon: 2,95 Prozent

Zinsfrequenz: halbjährlich

DEUTSCHE BANK AG DL-SENIOR NOTES V.16(21)

WKN
ISIN
US25152R2X04
Börse
STU

-0,07 -0,07%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG DL-SENIOR NOTES V.16(21)
US25152R2X04
7 von 13

Ausgabetag: 13.1.2016

Fälligkeitstag: 13.1.2021

Zinskupon: 3,125 Prozent

Zinsfrequenz: halbjährlich

Die Deutsche Bank kann sich den angekündigten milliardenschweren Anleihe-Rückkauf nach eigener Einschätzung locker leisten. Per Ende 2015 hätten die Liquiditätsreserven bei rund 215 Milliarden Euro gelegen, teilte Finanzchef Marcus Schenck am Freitag in einer Botschaft an die Mitarbeiter mit, die auf der Internetseite der Bank veröffentlicht wurde. Auch der Refinanzierungsplan für das laufende Jahr müsse nicht angepasst werden. Durch den Rückkauf der Bonds unter deren Ausgabepreis kann die Deutsche Bank einen kleinen Gewinn einstreichen.

„Die Bank nutzt die Marktbedingungen, um diese Anleihen zu attraktiven Preisen zurückzukaufen und so ihre Verschuldung zu verringern“, erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck den Schritt in einer Mitteilung. „Indem diese Anleihen unter ihrem Ausgabepreis zurückgekauft werden, realisiert die Bank einen Gewinn.“ Zudem spare sich die Bank so künftige Zinszahlungen für diese Papiere.

„Ich mache mir überhaupt keine Sorgen um die Deutsche Bank“
Ulrich Grillo
1 von 7

Ich mache mir überhaupt keine Sorgen um die Deutsche Bank oder die Commerzbank“, so Ulrich Grillo am Donnerstag in Berlin. Grillo ist Präsident des mächtigen Bundesverbands der Deutschen Industrie.

Grillo widersprach damit ausdrücklich dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dessen Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sich am Vortag anders geäußert hatte.

Martin Wansleben
2 von 7

Die Wirtschaft macht sich da schon mehr Gedanken über den Zustand des Geldhauses. „Uns macht natürlich Sorgen, was da geschieht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. Die deutsche Wirtschaft mit ihren vielen mittelständischen Firmen und Familienunternehmen brauche starke Banken auf dem Heimatmarkt: „Keine Volkswirtschaft ist so sehr darauf angewiesen, dass Banken ausreichend Darlehen geben.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)
3 von 7

Ungeachtet der jüngsten Kursturbulenzen sieht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei der Deutschen Bank keinen Geldbedarf. „Die Deutsche Bank hat genügend Kapital“, sagte Schäuble am Freitag nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Das Geldhaus sei eine „starke Bank“ und habe genug Vorsorge getroffen. Der CDU-Politiker verwahrte sich gegen die Darstellung, dass er mit der Äußerung, er mache sich keine Sorgen um das Institut, die Nervosität an den Finanzmärkten angefacht habe.

Regierungspolitiker
4 von 7

Am deutlichsten bringt es ein Koalitionspolitiker hinter vorgehaltener Hand auf den Punkt: „Hier geht es nicht um Kapitalismus, sondern um Gesellschaftspolitik.“ Die Deutsche Bank mit ihren bekannten Doppeltürmen in Frankfurt sei ein „Symbol nationaler Identität“. Trotz der Misere gibt es de facto also eine Bestandsgarantie. „Bei einem Übernahmeversuch würde die Regierung intervenieren.“

John Mack, ehemaliger CEO von Morgan Stanley
5 von 7

Die Deutsche Bank als größter Kreditgeber Deutschlands sollte Anlegern Vertrauen in ihre Fähigkeit geben, Schuldzinsen zu zahlen, sagte John Mack, der ehemalige CEO von Morgan Stanley. „Die Leute reagieren über“, sagt Mack. „Ihr Name ist Deutsche Bank. Sie ist die Deutsche Bank. Wenn es nötig ist, spannt die Regierung ein Sicherheitsnetz.“

Fondsmanager Marc Hellingrath, Union Investment
6 von 7

“Die Niedrigzinsen lasten schwer auf den Märkten, die Kreditvergabe gerät ins Stocken, und im Wertpapierhandel halten sich die Kunden zurück,” sagte der Fondsmanager Marc Hellingrath von Union Investment.

Christian Gattiker, Chefstratege und Leiter Research bei Julius Bär
7 von 7

Deutsche Ankündigungen bezüglich der Deutschen Bank hätten ein wenig vom generellen Bedenken am System genommen, sagte Christian Gattiker, Chefstratege und Leiter Research bei Julius Bär. „Investoren drängen auf eine Antwort auf die Fragen des europäischen Bankensystems – zumindest bekamen sie eine Antwort. Es ist nicht eine Wiederholung der Finanzkrise.“

Der Analyst Roger Francis von Mizuho International hält dies für einen strategischen Schachzug. „Mit diesem Mittel kann die Deutsche Bank Panik reduzieren“, sagt Francis der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dennoch würden damit nicht die grundsätzlichen Sorgen über die Bank beschwichtigt. „Dafür benötigen die Anleger Erlöse der Bank, damit sie Dividenden und Anleihen-Kupons bezahlen kann“, erklärt Francis. Doch genau an diesem Punkt stünden noch immer Fragezeichen.

Die Aktie der Deutschen Bank reagierte positiv auf die Offerte, über die bereits Anfang der Woche spekuliert worden war. Die Deutsche-Bank-Aktie baute ihre bereits deutlichen Kursgewinne aus und notierte um 14.30 Uhr zehn Prozent im Plus bei 15 Euro.

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12 Kommentare zu "Deutsche Bank: John Cryan kauft Anleihen zurück"

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  • @ Rainer von Horn
    Haben Sie vielleicht noch Mitleid mit Leuten, die glauben, dass "Geld", das man beliebig nachdrucken kann (bzw. heutzutage großteils am Computer "druckt), irgend einen Wert hat, und man damit sparen kann?? Ob nun ein Zettel Papier (= Bargeld) wertlos ist oder das Computer-Giralgeld, ist doch letztendlich komplett gleichgültig. MIt ausschließlichem Konto-Giralgeld kann der Überwachungsstaat "nur" die Finanztransaktionen der Bürger lückenlos nachverfolgen, und die Geschäftsbanken können aufgrund des Fractional Reserve Banking mehr Kreditexpansion betreiben. Wird das Konto-Giralgeld aber von den Bürgern nicht mehr akzepztiert, kann auch der Staat daran nichts ändern, auch wenn er es mit noch so totalitären (Zwangs-)Maßnahmen durchzusetzen versucht...

  • Das Geld sollten die bessere auf der hohen Kante behalten, denn so wie das aussieht, brauchen sie es bald. Wenn alle möglichen Leute meinen, sie müssten sich äussern und die Situation gutreden, erinnert mich das fatal an die Lehman-Story. Die CDS Prämien explodieren und Hedgefonds verkaufen leer. Leute, das geht in die Hose !

  • Eigentlich richtig, die Zockerbuden arbeiten längst übers Netz.

  • Wenn es schon eine EILMELDUNG wert ist, dass ein Institut Anleihen zurück kauft, dann muss gewaltig Feuer unterm Dach sein.
    Gelogen wird bei Bankstern und Politstern sowieso immer bis ganz zum Schluss, und ganz besonders, wenn es ernst wird (gelle, Herr Juncker!!!)
    So auch damals von Mutti und "Kavallerie-Peer" ("die Sparguthaben der Deutschen sind sicher"), als die Sparer bereits zum Bankensturm angesetzt hatten.
    Schön für mich persönlich: ich bin nicht "ultrashort" Deutsche Bank (und wenn solche Hasardeure gegrillt werden, ist es auch überhaupt nicht schlimm), aber ich habe in aller Ruhe Zeit, meine Konten zu räumen...

  • Wenn der Schäuble mit dem Bargeldverbot schnell genug ist, dann könnte sich das Zusperren erübrigen.

  • Aus dem Handelsblatt:
    Für fast fünf Milliarden Euro will die Deutsche Bank Schuldpapiere zurückkaufen. Der Clou: Da die Anteile zumeist bei weniger als 100 Prozent notieren, kann das Institut so Gewinn einstreichen.

  • Wenn ich Kredite tilge zu einem günstigeren Kurs als ich seinerzeit dafür bezahlen musste, ist das ein gutes Geschäft für die Dt. Bank. So einfach ist das.

    Kein Wunder, dass die Aktie mit der News ca. 40 Cents gehüpft ist. Gut gemacht von Mr. Cryan

  • Als gebeutelter Aktionär habe ich den Eindruck (endlich), dass sich in dieser kriminellen Bande Mühe gibt, der Bank wieder einen Bankstatus zurückzugeben.
    Hoffentlich schafft Herr Cyan es, diesen Stall auszumisten und Altlasten, gleich welcher Art, zu entfernen. Mut hat er und Mühe gibt er sich auch.

  • Es stellt sich die Frage warum die Deutsche Bank AG sich überhaupt der Mühe begeben hatte, um diese Anleihen aufzulegen. Vielleicht ein Beschäftigungsprogramm für die Mitarbeiter. Die Zeichner können jedenfalls frohlocken, wenn sie die Papiere quitt sind.

  • Egal was die Herrschaften machen, mit nur 4% Eigenkapital können die Leute die Bank zusperren, der Rest sind die üblichen Nebelkerzen.

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