Ein Jahr Facebook-Aktie Von wenigen Gewinnern und vielen Verlierern

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg strich beim Börsengang Milliarden ein, doch viele Anleger machten herbe Verluste. Ob nun sichtbare erste Erfolge mit neuen Werbeformen langfristig tragen, muss sich erst noch zeigen.
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Facebook setzt nun auf mobile Werbung. Ob das trägt, muss sich noch erweisen. Quelle: Reuters

Facebook setzt nun auf mobile Werbung. Ob das trägt, muss sich noch erweisen.

(Foto: Reuters)

San FranciscoEs sollte die Krönung einer beispiellosen Unternehmensgeschichte werden, der Börsengang des Jahrhunderts, der Beweis, dass im Silicon Valley einfach alles möglich ist. Aber herausgekommen ist ein Desaster, dessen Schockwellen heute noch spürbar sind im Reich der digitalen Glücksritter. Eine Mär von Größenwahn der Wall Street, Raffgier, Pleiten, Pech und Pannen. Am Ende machte der Facebook-Börsengang vor genau einem Jahr einige wenige unfassbar reich und viele andere arm.

Die Erwartungen waren gigantisch. Eine Börsenbewertung von 100 Milliarden Dollar stand im Raum für ein Soziales Netzwerk im Grundschulalter. 2004 gegründet hatte Mitgründer und CEO Mark Zuckerberg in nur acht Jahren aus dem kleinen studentischen Freundschaftsnetz ein Unternehmen mit Milliardenumsatz und damals schon über 800 Millionen Mitgliedern gemacht. Die 100 Milliarden Dollar waren viermal so viel,wie Google bei seinem Börsengang in 2004 bewertet wurde.

Facebook-Finanzchef Partick Pichette wusste den grenzenlosen Hype geschickt auszunutzen. Im letzten Moment wurde die Zahl der Aktien für den Börsengang nochmal um 25 Prozent angehoben. Noch mehr Altaktionäre wollten aussteigen. Ein Warnsignal? Ein ungewöhnlicher Schritt, ja, aber wer wollte in der heißesten Phase des Börsenrauschs da den Miesepeter spielen?

Am Morgen des 18. Mai 2012 läutete Mark Zuckerberg in sicherer Entfernung zur Wall Street vom kalifornischen Menlo Park aus per Fernbedienung die Glocke der Nasdaq zum Handelsauftakt – und die Hölle brach los. Begleitet von schweren Pannen beim Computerhandel, erlebte die Aktie für wenige Minuten einen leichten Anstieg über den Ausgabekurs von 38 Dollar, um einen beispiellosen Absturz hinzulegen. Aus den sicher geglaubten Zeichnungsgewinnen wurden schwere Verluste, die sich praktisch ohne Halt ausweiteten.

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11 Kommentare zu "Ein Jahr Facebook-Aktie: Von wenigen Gewinnern und vielen Verlierern"

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  • Wer an der Börse sein Geld verliert, der tut mir überhaupt nicht leid. Es ist immer nur SPEKULATION !!!

    Ehrliches Geld kann man nur durch ehrliche ARBEIT verdienen.

    Und daß jemand, der "Sakkkerbörg" heißt, eher mit dem Satan als mit der Arbeit zu tun hat, dürfte doch jedem klar sein.

  • Es war doch absehbar, daß dieser Zuckerman oder Goldberg die Hype- Blase sofort nutzen würde zur Selbstbereicherung. Ein Egomane, wie er nur zu typisch für diese Art von "Menschen" ist...

    Vielleicht kapieren die Facebook Nutzer ja endlich, daß sie dort nach allen Regeln der Finanzmafia ausgenommen werden! Aber mit der Jugend kann mans ja machen....

  • ur_kuhn

    M. Zuckerberg und seine paar Freunde haben ihre eigene Definition von Teilen!

  • All die Menschen, die bei FB-Aktie ihr Geld verloren haben, tun mir überhaupt nicht Leid. Es war schon vor dem Börsengang klar, dass die Aktie nur gepuscht und
    hoch manipuliert wird.
    Wer die Medien damals einiger maßen verfolgt hätte, hätte er wissen müssen, das da mehr Risiko als Chance gibt.
    Selbst als die Aktie ihren Tiefpunkt erlangte, war sie in Übermaßen überbewertet. Die angeblichen Computerpannen..., die plötzlich passiert sind...nun das ist eine neue Geschichte der Manipulation.
    Ich glaube, dass die institutionellen Anleger viel Geld verloren haben. Sie dachten: Schnell rein und schnell raus mit einem saftigen Gewinn. Nur, dass diese Strategie durch Computerpannen nicht funktioniert, war ihnen nicht so klar.

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  • Wer sich unbedingt auf der Platform bei dieses cleveren Bürschchen prostituieren möchte, kann dies bekanntlich tun oder lassen...

    Insgesamt sehe ich dies als gesellschaftliche Fehlentwicklung an:
    Mehr schein als sein als Lebensprinzip und Reichwerden auf Kosten anderer als universelles Geschäftsmodell!

  • Facebook hat einschließlich Karteileichen rund 1 Mrd Nutzer. Wenn ich mal von einer Marktkapitalisierung von rund 50 Mrd. ausgehe wären das rund 50$ pro Nutzer. Für rund 3 Aktien bekommt der Anleger die Einnahmen von einem Nutzer.
    Berücksichtigt man daß die Nutzer selbst ja nichts zahlen sondern lediglich Werbepartner für in deren Augen nützliche Nutzerdaten - kommen mir da schon Zweifel ob das Unternehmen fair bewertet ist.
    Zumal man ja auch noch das nicht unerhebliche Mode-Risiko berücksichtigen muß. Schon heute habe ich persönlich den Eindruck daß das Interesse an FB deutlich nachläßt. Wobei mir besonders zu denken gibt daß eher die jüngeren Nutzer das Interesse verlieren. Und bei den Älteren habe ich auch den Eindruck daß Viele das Medium nur nutzen um einen gewissen Minimalkontakt mit ehemaligen Klassen- und Studienkollegen aufrecht zu erhalten. Also wo viel Berührungsfläche zwischen Reklame und User entsteht da wohl gar nicht. Wenn diese Ernüchterung dann erst mal bei den Unternehmen rumspricht... könnte es für FB mit Blick auf die doch recht erheblichen Kosten für die Inftrastruktur auch mal schnell eng werden.

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