Elektroautobauer Chinesischer Tesla-Rivale Nio bleibt bei Börsengang deutlich hinter den Erwartungen

Teslas Produktionsschwierigkeiten hemmen Anleger auch beim Börsengang der Konkurrenz: Der chinesische E-Autobauer Nio wird bei seinem IPO deutlich geringer bewertet als erhofft.
Update: 12.09.2018 - 16:22 Uhr Kommentieren
Tesla-Probleme überschatten Börsengang von Rivalen Nio Quelle: Reuters
Chinesische Konkurrenz

Nio hat ein Konkurrenzfahrzeug zu Teslas Model X im Programm. Am Mittwoch feierte der Autobauer sein Debüt an der New Yorker Börse.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, New York, HongkongEinen Marktwert von bis zu 20 Milliarden Dollar soll sich der chinesische Elektroautobauer Nio bei seinem Börsengang erhofft haben – stattdessen sind es nur 6,4 Milliarden Dollar geworden. Der Ausgabepreis der Aktie wurde bei 6,26 US-Dollar festgelegt, wie Nio am Mittwoch mitteilte.

Der Wert liegt damit am unteren Ende der Preisspanne der ursprünglich angebotenen 6,25 bis 8,25 Dollar. Nio geht ausgerechnet zu einem Zeitpunkt an die Börse, zu dem Aktienmärkte weltweit durch den schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China belastet sind.

Vor allem aber wird der Börsengang des chinesischen Elektroautobauers von den Problemen des Hauptrivalen Tesla überschattet. Der Branchenpionier kämpft mit Schwierigkeiten, seine Produktionsziele zu erreichen. Für Druck auf den Aktienkurs des Unternehmens sorgte zuletzt auch, dass Konzernchef Elon Musk zunächst über einen Rückzug von der Börse nachdachte, das Vorhaben dann aber aufgab.

Diese Probleme wecken bei potenziellen Investoren wohl Zweifel daran, dass es schnell gelingen kann, einen Massenmarkt für Elektroautos zu entwickeln.

Nio hat während des IPO Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar verkauft und ist somit immerhin das drittgrößte in den USA notierte chinesische Unternehmen in diesem Jahr. Am Börsengang von Nio waren unter anderem die Bank of America, die Credit Suisse, die Citigroup, die Deutsche Bank und die UBS beteiligt.

Die 2014 vom chinesischen Unternehmer William Li gegründete Firma hat ein Konkurrenzfahrzeug zu Teslas Model X im Programm. Hinter dem Start-up-Unternehmen stehen der chinesische Internetkonzern Tencent, die Investmentfirmen Hillhouse Capital und Sequoia Capital sowie ein Beteiligungsfonds des chinesischen Suchmaschinenbetreibers Baidu.

Ziel chinesischer Elektroautobauer ist es auch, autonomes Fahren und Batterie-Technologien voranzutreiben. Das hat das Land nötig, denn es muss dringend die Smog-Belastung in den großen Städten reduzieren. Außerdem will die Regierung in Peking für Energiesicherheit sorgen und High-Tech-Industrien fördern.

Nio will die Einnahmen aus dem IPO für Forschung und Entwicklung von Produkten und Technologie nutzen, ebenso wie für Marketing und die Entwicklung von Betriebsstätten. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verlor Nio 502,6 Millionen Dollar von den vorherigen 6,95 Milliarden Dollar an Erträgen.

Im Juni begann die Firma, ihr rein elektrisches SUV ES8 mit sieben Sitzen an Kunden zu liefern, das sie als Rivalen für das Tesla Model X betrachtet. Im Börsenprospekt heißt es, Nio habe Ende August etwa 1.600 Stück des ES8 geliefert. Außerdem stünden 15.778 Reservierungen für das Fahrzeug aus. Geplant ist zum Ende dieses Jahres auch ein zweites, günstigeres SUV namens ES6.

Auch andere Startups, die Elektroautos bauen wollen, haben bereits Milliarden von Dollar von schwergewichtigen Investoren wie Alibaba, Baidu und Tencent eingesammelt. So zum Beispiel WM Motor Technology und Xpeng Motors.
Mit Material von Reuters und dpa

Startseite

Mehr zu: Elektroautobauer - Chinesischer Tesla-Rivale Nio bleibt bei Börsengang deutlich hinter den Erwartungen

0 Kommentare zu "Elektroautobauer: Chinesischer Tesla-Rivale Nio bleibt bei Börsengang deutlich hinter den Erwartungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%