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Elektrokonzern Sharp-Aktie bricht um ein Drittel ein

Anleger des japanischen Elektronikkonzerns Sharp reagieren verunsichert auf Berichte über eine Kapitalherabsetzung um 99 Prozent: Die Sharp-Aktie bricht am Montag um bis zu 31 Prozent ein.
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Das Unternehmen ist ein wichtiger Zulieferer etwa für Apple. Quelle: dpa
Der japanische Elektronikkonzern Sharp

Das Unternehmen ist ein wichtiger Zulieferer etwa für Apple.

(Foto: dpa)

Tokio Der japanische Elektronik-Konzern Sharp will mit radikalen Kapitalmaßnahmen die Voraussetzung schaffen, um dringend benötigtes Geld von neuen Investoren zu bekommen. Sharp teilte am Montag mit, es werde über eine Kapitalherabsetzung nachgedacht. Diese gilt aus Voraussetzung, um Altlasten aus der Bilanz zu bekommen und in näherer Zukunft wieder Dividenden zahlen zu können.

Die Anteilsscheine der jetzigen Eigentümer würden durch die Ausgabe von Vorzugsaktien allerdings deutlich verwässert. Denn mehrere Papiere könnten zu einer neuen Aktie zusammengefasst werden. Deswegen brachen Sharp-Papiere zu Wochenbeginn zeitweise um bis zu 31 Prozent ein und notierten so niedrig wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Die Top- und Flop-Aktien im April 2015

Diebold Nixdorf AG

WKN
ISIN
DE000A0CAYB2
Börse
n. a.

Chart von Diebold Nixdorf AG
Wincor Nixdorf: Ausblick und aktuelle Zahlen enttäuschen
1 von 21

Das Paderborner Unternehmen senkte Mitte April seine Prognose für Umsatz und operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 und löste damit den heftigsten Kurseinbruch seit 2008 aus; an einem Tag brachen die im MDax notierten Titel sogar um bis zu 15,3 Prozent ein. Weitere Kursrückgänge lassen die Aktie auf den letzten Platz im 110 Werte umfassenden HDax fallen. Die ursprünglich anvisierten Ziele werden der Firma zufolge nicht erreicht. Wincor Nixdorf erwartet einen Umsatzrückgang um drei bis fünf Prozent.
Kursentwicklung im April: -22,9 Prozent

BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005909006
Börse
L&S

+0,44 +1,42%
+31,20€
Chart von BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.
Bilfinger: Prognosesenkung schockt Investoren
2 von 21

Auch der Baukonzern Bilfinger, dessen Aktien ebenfalls im MDax notieren, enttäuschte im April die Börsianer. Zum fünften Mal senkte er die Prognose und schockte damit die Investoren. Sie flüchteten in Scharen; die Aktien stürzten an einem einzigen Tag in der Spitze um mehr als 16 Prozent ab; die Aktie landet auf dem vorletzten Platz im HDax, dem Sammelindex aus Dax, MDax, und TecDax. Wegen der schlechten Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts in den USA sowie einer sinkenden Nachfrage in der Kraftwerksparte rechnet der Konzern mit "erheblichen Rückgängen" beim operativen Gewinn.
Kursentwicklung im April: -16,5 Prozent

Jenoptik: Beteiligungsverkauf drückt auf Aktienkurs

WKN
ISIN
Börse

Chart von Jenoptik: Beteiligungsverkauf drückt auf Aktienkurs
Jenoptik: Beteiligungsverkauf drückt auf Aktienkurs
3 von 21

Die Aktie des Technologiekonzerns Jenoptik, die zum TecDax gehört, verliert 15 Prozent an Wert. Offenbar wirkt nach, dass die österreichische ECE Industriebeteiligungen GmbH ihren kompletten Anteil am deutschen Technologiekonzern verkauft hat. Das sei eine Überraschung gewesen, schrieb Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank Anfang April in einer Studie. Die Veräußerung sieht Schlamp eigentlich nicht negativ. Die Fundamentaldaten seien unberührt geblieben. Ende März hatte Finanzvorstand Andreas Günther das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger Hans-Dieter Schumacher hielt aber bislang an bereits eingeleiteten Maßnahmen, zum Beispiel der Umstellung der Finanzierungsstruktur, fest.
Kursentwicklung im April: -15,0 Prozent

ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007856023
Börse
L&S

-0,02 -0,25%
+7,82€
Chart von ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
ElringKlinger: Kapazitätsengpass drückt auf Ergebnis
4 von 21

Noch eine Enttäuschung, die eine Aktie innerhalb weniger Tage in die Riege der schlechtesten zehn Papiere des HDax schiebt: Der Autozulieferer ElringKlinger frustrierte Ende April die Anleger mit einer Gewinnwarnung. Die negative Überraschung bei der Gewinnentwicklung im ersten Quartal sowie die negativen Aussichten hätten seine vorsichtige Einschätzung für den Autozulieferer untermauert, schrieb Michael Raab vom Analysehaus Kepler Cheuvreux in einer Studie. Tragisch: Zumindest die zurückliegende Ergebnisschwäche resultiert anscheinend nicht aus einer mangelnden Nachfrage. Im Gegenteil: Einige Produkte seien offenbar so gefragt, dass die Produktionskapazitäten an die Grenze stießen, erklärt Raab.
Kursentwicklung im April: -12,6 Prozent

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

-1,30 -0,50%
0,00€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück: Niedrige Zinsen lassen auch Kurs erodieren
5 von 21

Unter dem niedrigen Zinsumfeld leiden Versicherer, die mit ihren Rücklagen weniger Erträge erzielen. So macht Mark Cathcart vom Analysehaus Jefferies denn auch die „anhaltende Zinserosion in der Vermögensverwaltung“ neben eingetrübten Ergebnisperspektiven dafür verantwortlich, dass Versicherer-Aktien derzeit eine Flaute durchmachen. Für die Munich-Re-Aktie sieht der Experte ein Abwärtspotenzial von weiteren 15 Prozent. Auch die Tochter Ergo dürfte in den kommenden Monaten trotz eines bevorstehenden Management-Wechsels wenig zu weiteren Erfolgen beitragen, meint Frank Kopfinger von der Commerzbank. Der neue Ergo- und bisherige Deutschland-Chef der Allianz, Markus Riess, werde neue Strategien erst ab 2016 implementieren können.
Kursentwicklung im April: -12,0 Prozent

TAG IMMOBILIEN AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008303504
Börse
L&S

0,00 0,00%
0,00€
Chart von TAG IMMOBILIEN AG INHABER-AKTIEN O.N.
TAG Immobilien: Luft ist aus der Aktie raus
6 von 21

Bei Immobilien müsste das Geschäft doch eigentlich brummen, lässt sich mit Blick auf die Häusermärkte vermuten – und dennoch zählt ein Wert aus dem Sektor zu den schlechtesten zehn Aktien des HDax. Der Immobilienkonzern TAG Immobilien verliert im April zehn Prozent. Marktbeobachter sehen verschiedene Ursachen. Die niedrige EU-Inflation könnte die teilweise daran gekoppelten Mietrenditen europäischer Immobiliengesellschaften belasten, schrieb Analyst Stephen Bramley-Jackson von HSBC in einer Branchenstudie. Kollege David Prescott von Barclays glaubt, dass bei TAG Immobilien der Spielraum für weitere Kurszuschläge inzwischen fast ausgereizt sei.
Kursentwicklung im April: -10,4 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

+0,08 +1,17%
+6,66€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank: Beobachter bleiben skeptisch
7 von 21

Die Nachrichten sprechen für sich, um zu erklären, wieso Deutschlands Branchenprimus im Bankensektor im April an der Börse ebenfalls rund zehn Prozent an Wert verliert. Gerade stehen neben dem Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, vier weitere Top-Banker vor Gericht im Zusammenhang mit der Kirch-Insolvenz gegen den Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs verteidigen. Erst kürzlich zahlte die Bank eine Milliardensumme in Folge des Libor-Skandals. Und auch die Pläne zur Konzern-Umstrukturierung werden von Marktbeobachtern mit Skepsis beurteilt.
Kursentwicklung im April: -10,1 Prozent

Sharp wollte zunächst keine weiteren Details nennen. Entscheidungen würden aber noch diese Woche getroffen. Am Donnerstag sollen die Einzelheiten des neuen Geschäftsplans vorgelegt werden. Nach Reuters-Informationen haben die Hauptgeldgeber von Sharp – die Geldhäuser Mizuho und Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ – rund 1,5 Milliarden Euro zugesagt und sollen dafür am Unternehmen beteiligt werden. Der auf Restrukturierungen spezialisierte Fonds Japan Industrial Solutions wurde zudem gebeten, bis zu etwa 225 Millionen Euro Kapital zur Verfügung zu stellen. Eine Kapitalherabsetzung könnte darüber hinaus den Weg für weitere neue Investoren freimachen.

Das Sharp-Management hat Insidern zufolge den Geldgebern versprochen, im Rahmen der Sanierung weitere 5000 Stellen abzubauen und das schwächelnde Geschäft mit Smartphone-Displays abzuspalten.

2012 wurde der Konzern, der Produkte vom Solarmodul über Taschenrechner und LED-Lampen bis hin zu Fernsehern und Bildschirmen herstellt, mit rund 2,7 Milliarden Euro vor dem Aus gerettet. Damals fielen bereits 5000 Stellen weg, und Sharp stieg aus dem europäischen Fernseher-Geschäft aus.

Das Unternehmen steht im Display-Bereich, in dem es unter anderem Apple beliefert, wegen der günstigeren Konkurrenz aus anderen asiatischen Ländern unter Druck. Deswegen muss Sharp immer wieder rote Zahlen verkraften.

  • afp
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