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Erdöl-Riese CEO von Saudi Aramco bestätigt baldigen Gang an die heimische Börse

Der Ölriese sei bereit für seinen internationalen Börsengang, verkündet der CEO in Abu Dhabi. Ein heimischer Börsengang solle außerdem sehr bald erfolgen.
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Saudi Aramco-CEO bestätigt baldigen Gang an die heimische Börse Quelle: AFP
Amin Nasser

Der Vorstandschef von Saudi Aramco kündigte die Erstnotierung des Konzerns an der heimischen Börse an.

(Foto: AFP)

Abu Dhabi Der lange angekündigte Börsengang des größten Ölkonzerns der Welt könnte schneller kommen als gedacht. „Saudi Aramco ist bereit für den Börsengang und es wird nicht mehr lange dauern“, kündigte CEO Amin Nasser am Dienstag auf der Weltenergiekonferenz in Abu Dhabi an. Zunächst werde das Unternehmen allerdings an die heimische Börse gehen.

Wieviel an der saudi-arabischen Tadawul-Börse vor dem großen internationalen Börsengang verkauft werden soll, ließ der Aramco-Chef offen. Bis zum Jahresende will der Energieriese an der Börse in Riad ein Prozent platzieren, ein weiteres Prozent soll 2020 folgen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Auch der neue Energieminister Abdulaziz bin Salman al Saud hatte bereits am Montag erklärt, Saudi Aramco sei für den geplanten Börsengang bereit. „Wann auch immer sich die Anteilseigner dafür entscheiden, diesen Schritt zu gehen, wir sind bereit.“ Das königliche Ministerium werde außerdem alles dafür tun, um Saudi Aramco dabei zu unterstützen, auch wenn der Prinz eine offizielle Trennung zwischen dem bislang rein staatlichen Ölkonzern und dem Energieministerium weiterhin betonte.

Fünf Prozent seiner Anteile will Saudi Aramco insgesamt an die internationale Börse bringen – für bis zu 100 Milliarden Dollar. Es wäre der größte Börsengang aller Zeiten. Saudi Aramco würde dies mit insgesamt zwei Billionen Dollar bewerten. Das ist allerdings nicht der erste Versuch des Ölriesen, an die Börse zu gehen. Im vergangenen Jahr hatte es bei Interessenten jedoch noch Zweifel gegeben, ob der Konzern überhaupt so viel wert ist.

Dies und interne Streitigkeiten über die Wahl des zweiten Handelsplatzes waren der Grund, weshalb der frühere Energieminister Chalid al-Falih die ursprünglichen Pläne für eine Aktienplatzierung im vergangenen Sommer auf Eis gelegt hatte. Al Falih wurde vor kurzem nicht nur von seinem Posten als Energieminister, sondern auch in der Rolle des Vorstandsvorsitzenden von Saudi Aramco abgelöst.

Ab jetzt leitet Yasir Othman Al-Rumayyan die Geschicke des fossilen Giganten. Gleichzeitig ist er Vorsitzender des staatlichen Public Investment Fund (PIF), dem die erhofften Milliarden für den Börsengang direkt zufließen sollen.

Schwankende Ölpreise setzen Saudi-Arabien zu

Mit dem bevorstehenden Börsengang will Kronprinz Mohammed bin Salman eine weitere Einnahmequelle für sein Land schaffen und den Umbau der Wirtschaft finanzieren. Es ist Teil der so genannten 2030-Strategie. Dazu gehören unter anderem ein gigantisches Infrastruktur-Projekt zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Akaba, wo sich Unternehmen aus allen möglichen Branchen wie der Energie- und Wasserwirtschaft, der Biotechnologie und der Unterhaltungsbranche ansiedeln sollen. Der Kronprinz will Saudi-Arabien für die Zeit nach dem Öl vorbereiten. Bislang macht der Öl- und Gassektor den Großteil der Export-Einnahmen des Königreichs aus.

Außerdem machen dem Königreich die stark schwankenden Ölpreise zu schaffen. Am Dienstag kostete ein Barrel der Sorte Brent mit 63 Dollar so viel, wie seit Anfang August nicht mehr. Saudi-Arabiens Energieminister bin Salman hatte am Montag in Abu Dhabi angekündigt, dass es von saudischer Seite keine „radikale Änderung“ an der Förderpolitik der Opec+ geben solle, woraufhin die Preise am Dienstag etwas zugelegt hatten.

Mit Blick auf seinen Börsengang dürfte das Land stark daran interessiert sein, dass die Ölpreise weiter steigen, sagt Energieanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank. „Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine fortgesetzte Übererfüllung der vereinbarten Produktionskürzung unerlässlich. Die Ablösung des bisherigen Energieministers al-Falih dürfte mit den zu niedrigen Ölpreisen zusammenhängen“, analysiert Fritsch.

Währenddessen verkündete Dan Brouillette, Staatsminister im US-Energieministerium, dass die Amerikaner den Ölmarkt dominieren wollen – und zwar ohne Rücksicht auf die Folgen für den Preis. Für 2019 erwartet Brouillette ein Produktionsvolumen von 13 Millionen Barrel. „Wir werden so viel Energie produzieren wie wir können, so sauber und günstig wie möglich. Der Ölpreis hat auf diese Strategie keinen Effekt“, betonte er.

Mehr: Eigentlich müsste bei der Weltenergiekonferenz die Wende von Öl und Gas zu erneuerbaren Energien im Fokus stehen. Aber die Realität ist eine ganz andere.

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