Erstnotiz Erfolgreicher Börsengang von Covestro

Im zweiten Anlauf hat die ehemalige Bayer-Kunststoffsparte ein gutes Debüt auf dem Börsenparkett hingelegt. Der erste Kurs, zu dem gehandelt werden kann, liegt über dem Emissionspreis.
Update: 06.10.2015 - 09:43 Uhr

Börsen-Experte: „Bayers Beteiligung sorgt für gute Anreize“

Der Bayer-Kunststofftochter Covestro gelingt ein erfreulicher Börsengang. Der Kurs liegt mit 26,50 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 24 Euro. Die Bookbulding-Spanne von Covestro lag bei 21,50 bis 24,50. Nach Angabe des Unternehmens hatten Anleger bis Freitag vergangener Woche deutlich mehr Aktien gezeichnet als überhaupt ausgegeben würden.

Es ist der größte Börsengang in Deutschland seit dem Boomjahr 2000. Covestro-Vorstandschef Patrick Thomas zeigte sich im Vorfeld zufrieden, „besonders vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt“, sagte er. Der Bayer-Konzern nimmt damit 1,5 Milliarden Euro ein. Begleitet wurde der Börsengang von der Deutschen Bank und Morgan Stanley.

Auch am Graumarkt, dem Handel vor dem Börsengang, lagen die Kurse über dem Emissionspreis. Auf der Plattform Schnigge notierte der Kurse zwischen 24,75/25,50 Euro, bei Tradegate lag der Preis für eine Covestro-Aktie vor der Erstnotiz bei 25,40 Euro.

Das Unternehmen wollte seine Aktien ursprünglich für einen Preis zwischen 26,50 bis 35,50 Euro platzieren. Wegen der eingetrübten Stimmung am Aktienmarkt senkte die Bayer-Kunststofftochter die Preisspanne aber auf 21,50 Euro bis 24,50 Euro. Der Börsengang ist Teil eines großangelegten Umbaus des Bayer-Konzerns. Covestro beschäftigt mehr als 16 000 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von rund 12 Milliarden Euro.

Der in Leverkusen ansässige Konzern fertigt Vorprodukte für die Auto-, Möbel-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie. Covestro-Kunststoffe finden sich im Schaumstoff von Matratzen, Autositzen, aber auch in Blu-ray-Discs und dem Fußball-WM-Ball wieder. Mit dem Geld aus dem Börsengang will die Firma vor allem Schulden tilgen, die ihr der Mutterkonzern Bayer aufgebürdet hat.

Derzeit ist das Klima für Börsengänge nicht einfach. Der Autozulieferer Schaeffler musste seine Pläne abspecken und die Erstnotiz auf Freitag dieser Woche verschieben. Zumindest im Oktober wird sich nun wohl kein gewichtiger Kandidat mehr aufs Parkett trauen. Und selbst das erfolgreiche Börsendebüt des Online-Marktplatzes Scout24 verlief am Donnerstag nicht ungetrübt: Am gestrigen Mittwoch notierte die Aktie unter dem Ausgabepreis von 30 Euro.

Das sind Deutschlands größte Börsengänge
Schaeffler
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Gleich drei milliardenschwere Börsengänge stehen Anfang Oktober an. Die Schaeffler-Inhaber Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg W. Schaeffler wagen den Gang aufs Parkett: Der Auto- und Industriezulieferer will am 5. Oktober sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Ab dem 28. September können die Aktien gezeichnet werden, der Preis für die bis zu 166 Millionen Papiere wird am 2. Oktober festgelegt, wie aus einer Präsentation des Familienkonzerns am Montag hervorging.

Scout24
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Börsengang Nummer zwei: Bereits am 1. Oktober will Scout24 sein Debüt an der Frankfurter Börse geben. Der Betreiber der Internet-Kleinanzeigenbörsen ImmobilienScout24 und AutoScout24 will bei entsprechend hoher Nachfrage bis zu 1,6 Milliarden Euro einsammeln.

Covestro
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Der Kunststoff- und Matratzenschaumhersteller Covestro wird der dritte große Börsengang in Deutschland. Die Aktien der Bayer -Kunststofftochter Covestro, die 2,5 Milliarden Euro einsammeln will, sollen am 2. Oktober erstmals in Frankfurt gehandelt werden. Ab 2016 können Covestro-Aktionäre mit einer Dividende rechnen. Geplant sind Ausschüttungen von 30 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses.

Platz 10 – Norma Grouop AG
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Der Maschinen- und Werkzeugbauer hat sich rund um Rohr- und Leitungsverbindungen einen Namen gemacht. Obwohl das zunächst nach Nische klingt, waren Investoren beim Börsengang am 7. April 2011 bereit, 336 Millionen Euro für die neuen Aktien locker zu machen. An der Börse ist Norma mit rund einer Milliarde Euro bewertet.

Platz 9 – GSW Immobilien AG
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In den Jahren seit 2009 wagten gleich mehrere große Wohnungsgesellschaften den Sprung an die Börse. Die GSW Immobilien AG überzeugte Anleger und bekam für ihre Aktien-Neuemission 467 Millionen Euro. An der Börse ist GSW zwei Milliarden Euro wert.

Platz 8 – Kion Group AG
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Der Gabelstaplerhersteller Kion ist eine Abspaltung der Linde-Gruppe und ging am 26. Juni 2013 an die Börse. Investoren gaben dem Unternehmen für die neuen Aktien 475 Millionen Euro. Die Börse bewertet Kion zur Zeit mit 2,9 Milliarden Euro.

Platz 7 – Talanx AG
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Mit Talanx gelang am 1. Oktober 2012 einem der größten deutschen Versicherer der Börsengang in Frankfurt. Zu Talanx gehören unter anderem die Versicherer Ergo und Victoria. Zum Börsengang erhielt Talanx frisches Kapital in Höhe von 517 Millionen Euro. An der Börse ist der Konzern derzeit 6,6 Milliarden Euro wert.

Der Duisburger Baustoffhersteller Xella schiebt einem Insider zufolge seine Börsenpläne auf die lange Bank. Das vor allem für den Porenbeton „Ytong“ bekannte Unternehmen zolle damit dem Abwärtstrend an den Aktienmärkten Tribut, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Schon in den vergangenen Handelstagen zeichnete sich ab, dass die hohen Kursschwankungen an der Börse alle weiteren Pläne für neue IPO-Kandidaten durchkreuzen. „Im Moment ist das Börsenfenster nahezu geschlossen. Zyklische Unternehmen sind in diesen Wochen nur sehr schwer an die Börse zu bringen. Das kann aber im November schon wieder ganz anders ein“, meint Klaus Fröhlich, Leiter Kapitalmarktgeschäft für Deutschland bei Morgan Stanley. 

  • rtr
  • dpa
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