Facebook-Börsengang Die 100-Milliarden-Dollar-Frage

Börsianer fragen, wie viel ist Facebook wirklich wert? Die Verunsicherung angesichts astronomischer Summen ist groß. Denn die Nutzerzahlen bröckeln. Und das ist nicht das einzige Problem.
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Facebook-Schriftzug spiegelt sich im Auge eines Computernutzers: Facebook verliert Fans. Quelle: dpa

Facebook-Schriftzug spiegelt sich im Auge eines Computernutzers: Facebook verliert Fans.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSatte 100 Milliarden Dollar will Facebook wert sein. Damit wird der Börsengang des Social-Media-Giganten Anfang nächsten Jahres konkret - doch Anleger stehen ratlos vor dieser Zahl.

Bisher musste Facebook keine Geschäftszahlen veröffentlichen, viele Annahmen über den finanziellen Erfolg des Unternehmens sind Spekulation. Auf die zentrale Frage im Geschäftsmodell - "Wie macht Facebook seine Hunderte Millionen von Nutzern zuverlässig zu Geld?" - weiß keiner eine Antwort. Und zudem gibt es kaum einen angemessenen Vergleich, der Orientierung bietet.

Vor einigen Wochen staunten Anleger noch über den Börsengang des Karrierenetzwerks Linkedin. Zehn Milliarden Dollar war es an seinem ersten Börsentag wert. Die Aufregung war groß. Beobachter sprachen wieder von einem Hype, von Internetblasen und einer neuen New Economy - Beunruhigung und Begeisterung über die Social-Media-Unternehmen gehen seitdem Hand in Hand.

Doch der Linkedin-Börsengang lebte schon von den Erwartungen an Facebook, sagt Marcus Silbe, Analyst bei Close Brothers Seydler Research: "Der Hype um Social-Media-Unternehmen hat erst richtig angefangen, als Facebook vor einigen Monaten zum ersten Mal verlautbaren ließ, dass es an die Börse will. Darauf warten die Investoren schon lange."

Während sie warten, steigt der Preis für das junge Internetunternehmen exponentiell. Im Juni 2010 war das Unternehmen mit 23 Milliarden Dollar bewertet worden; im Januar bewertete Goldman Sachs Facebook schon mit 50 Milliarden Dollar. Am Zweitmarkt für Mitarbeiteraktien war zuletzt von 85 Milliarden Dollar die Rede.

Facebook hat den Börsengang nicht unbedingt nötig, zumindest nicht, um Kapital heranzuschaffen. Das hat Vorteile: Fernab von der Börse kann sich Firmengründer Zuckerberg bisher die Quartalsberichte sparen. Doch in diesem Jahr wird das Unternehmen voraussichtlich das Maximum von 500 Anteilseignern übersteigen. Danach wird nach US-Regeln die Veröffentlichung der Geschäftszahlen Pflicht. Ab da macht es Sinn, auch den nächsten Schritt zu gehen und den Geldsegen der Anleger anzunehmen. Facebook-Managerin Sheryl Sandberg beschreibt den Börsengang sogar als "unvermeidlich".

Geldverdienen bleibt schwierig
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6 Kommentare zu "Facebook-Börsengang: Die 100-Milliarden-Dollar-Frage"

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  • @youngster

    Zitat: "Alt wird jeder dazu braucht es keine besondere Leistung AS1."

    Stimmt, aber nachhaltig zu wirtschaften, dazu braucht es Leistung und Weitsicht! Erst wenn Unternehmen wie Facebook auf mindestens 10, 20 oder 30 Jahre zurück blicken können, darf man sie schon ernster nehmen. Aber der im Artikel genannte Börsenwert, den sehe ich auch mit viel Fantasie nicht.

  • ich sehe es praktisch als erwiesen an das junge Menschen bis 30Jahre Ahnung von nix haben.
    Ich bin seit 16 Jahren Unternehmer und der durchschnittliche unter 30 jährige hat einen großteil anderer Sorgen. Sicher mag es Ausnahmen geben, vielleicht mag es sogar so sein das in den USA die Jugend anders gefördert wird als hier, jedoch ist die kurzsichtigkeit der Jugend beim erwirtshaften der profite nicht unschuldig an der aktuellen Situation. Wohl haben die zuviel von den alten gelernt. Nur daraus gelernt haben sie auch nicht.
    Ich persönlich halte von Firmen wie Facebook nichts, es fehlt die Substanz. Für mich ist es ein neues großes Grab, ein Geldgrab.

  • Sind die Nutzerdaten so viel Wert, dass dieses "Unternehmen" nachhaltig hohe Umsätze generieren kann? Könnte funktionieren, wäre da nicht der "Online-Wutbürger", der ja aus dem Netzwerk austreten kann!

    GS will doch nur die "kleinen Fische" anlocken! GS gewinnt dann:

    1. an der Kurssteigerung, da sie sich schon reichlich eingedeckt haben
    2. an der Kurssteigerung, wenn sie gleichzeitig long gehen werden.
    3. wenn die Blase platzt, dann werden sie frühzeitig aussteigen und short gehen.

    Perfekt! Erschaffe eine eigene Blase und bestimme den Zeitpunkt ihrer Zerstörung!!

  • Bei dem "Sozialen Netzwerk" Facebook werden Anfang kommenden Jahres noch ein paar Blöde gesucht, welche die Datenkrake via Aktienmarkt zu einem Preis von 100 Milliarden Dollar kaufen.

    Facebook ist zwar weltweit das größte "Soziale Netzwerk" auf Erden - allerdings könnte die Datenkrake ihren Höhepunkt bereits überschritten haben.
    Es bleibt also spannend, ob es Banken und Initiatoren noch rechtzeitig schaffen werden, den Aktienmarkt abzuzocken und ahnungslose, naive Anleger zu finden, welche die Aktie auch noch zu dieser irren Bewertung kaufen werden. Möglich ist auch, dass die Spekulanten auf ihren Beständen hängen bleiben und die Rechnung nicht aufgeht.


    Wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat: Internetunternehmen kommen und gehen. Auch wenn sie noch so groß sind, kann es passieren, dass sie irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Das scheint bei Facebook derzeit zwar nicht vorstellbar - ausgeschlossen ist es aber auch nicht.






  • wenn auch die Argumente nachvollziehbar erscheinen, so fällt an der Wortwahl junger Schnösel auf, dass in Deutschland immer noch allzu oft erst ein grauer Bart im Gesicht wuchern muss, bis einem Kompetenz zugetraut wird. Auch dass ist ein Grund weshalb wir in Deutschland im Bereich Innovation und Spitzentechnologie immer schlechter werden. Alt wird jeder dazu braucht es keine besondere Leistung AS1.

  • Ich persönlich halte von solchen Unternehmen wie Facebook und Co. relativ wenig, weil sie keine wirklichen Unternehmenswerte haben. Sie produzieren nichts und haben dementsprechend auch keine Reserven, die man in der Not zu Geld machen kann. Und was mit solchen Unternehmen passieren kann, hat die Subprime-Krise vor ca. 10 Jahren gezeigt. Solche Unternehmen, von jungen Schnöseln geleitet, die in kurzer Zeit schnell damit Geld verdient haben, können sich auch von heute auf morgen wieder in ein Nichts pulverisieren.

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