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Fahrdienstvermittler Leerverkäufe bei Lyft nehmen zu und bescheren Aktie eine Horrorwoche

Die Aktie von Lyft hat in einer Woche fast 20 Prozent an Wert verloren. Die Leerverkäufer haben sich beim Uber-Konkurrenten in Stellung gebracht.
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Zum Börsengang war die Euphorie beim Fahrdienstvermittler noch groß. Quelle: Reuters
Lyft

Zum Börsengang war die Euphorie beim Fahrdienstvermittler noch groß.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfBeim Börsendebüt Ende März haben sich die Anleger noch um die Aktien des US-Fahrdienstvermittlers Lyft gerissen, doch alleine in der vergangenen Woche haben die Papiere fast 20 Prozent an Wert verloren. Während die Aktien des Uber-Konkurrenten an ihrem ersten Handelstag auf bis zu 87,24 US-Dollar nach oben geschnellt waren, lag der Schlusskurs am Freitag nur noch bei 59,90 Dollar.

Das wirkte sich auch auf die Marktkapitalisierung aus. Diese liegt aktuell nur nur noch bei knapp über 16 Milliarden Dollar, während es zum Börsendebüt noch rund 24 Milliarden waren.

Ein Grund für den Verfall der Aktie ist, dass sich Leerverkäufer in Stellung bringen. Fast zwei Drittel der handelbaren Aktien sind für die Wette auf fallende Kurse verwendet worden, wie aus Daten des Finanzdienstleisters 3S hervorgeht.

Das Short-Interesse belief sich am Freitag auf 944 Millionen US-Dollar bzw. 15,47 Millionen Aktien. Das sind 65 Prozent der Aktien im Streubesitz. Damit ist Lyft aktuell die viertgrößte Shortposition in den USA, die von S3 verfolgt wird, wie die „Financial Times“ berichtet.

Die einzigen Unternehmen, bei denen der Prozentsatz größer ist, sind demnach das Biotech-Unternehmen Polarityte, die Technologieplattform Health Insurance Innovations und das Kaufhaus Dillards. Bereits am zweiten Handelstag hatte das Short-Interesse bei Lyft laut S3 bei 40 Prozent der handelbaren Aktien betragen und sei seitdem stetig gestiegen.

Alleine am Freitag verlor die Lyft-Aktie 1,8 Prozent. Konkurrent Uber hatte am Vortag bei der Börsenaufsicht SEC seinen Antrag für den Start an der New Yorker Börse gestellt. Aus den sogenannten S-1-Filings ging auch der Umsatz von Uber hervor, der im vergangenen Jahr bei 11,3 Milliarden Dollar gelegen hatte. Bei Lyft waren es lediglich 2,2 Milliarden.

Auch beim Nettogewinn klaffen die Werte auseinander: Lyft berichtete in seinen Börsenunterlagen von einem Verlust von 911 Millionen Dollar. Uber gab für 2018 einen Nettogewinn von 997 Millionen Dollar an – wobei beim Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ein Minus von 1,85 Milliarden Dollar anfiel.

Zwar war somit schon vor dem Börsengang von Lyft klar, dass das Unternehmen rote Zahlen schreibt. Anleger und einige Analysten könnten aber zunächst zu große Hoffnungen in einen wachsenden Zukunftsmarkt gesetzt und die Aussichten zu positiv interpretiert haben.

Aswath Damodaran, Professor an der New York University, fasste die Bedenken der Experten unlängst gegenüber CNBC wie folgt zusammen: Sowohl der Fahrer als auch der Kunde seien in diesem Geschäft unabhängig und frei. „Das ist das grundlegende Problem, das ich mit dem Ride-Sharing-Geschäft habe, nicht nur bei Lyft.“

Das Geschäft mit Fahrdienstleistungen ist somit schwer planbar, weil weder der Fahrer noch dessen Kunde an Lyft gebunden sind und damit für verlässliche, wiederkehrende Einnahmen sorgen.

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