Flut von Neuemissionen Europäische Börsen erleben einen Boom

Die europäischen Börsen boomen: Immer mehr Firmen drängen auf die Finanzmärkte. Der Markt wächst schneller als im weltweiten Maßstab. Einzig in Deutschland sieht es derzeit eher mau aus.
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Bei den Börsengängen ist in London am meisten los. Quelle: ap

Bei den Börsengängen ist in London am meisten los.

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LondonÜber die europäischen Börsen bricht eine Flut von Neuzugängen herein. Seit Jahresbeginn haben Börsengänge in Europa zwölf Milliarden Dollar eingespielt, mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr im gleichen Zeitraum, wie aus Daten von Thomson Reuters hervorgeht, die am Freitag veröffentlicht wurden.

Damit wächst der Markt in Europa erstmals seit langem schneller als im weltweiten Maßstab, wo sich die Erlöse aus Neuemissionen auf 37 Milliarden Dollar gut verdoppelt haben. Der dänische Dienstleistungskonzern ISS war mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Dollar bereits der dritte Milliarden-Börsengang in Europa in diesem Jahr.

„Der IPO-Pfad ist wieder offen für Verkäufer - ganz anders als in den vergangenen zwei Jahren“, sagte Kapitalmarktexperte Gareth McCartney bei der UBS. „Es ist viel Liquidität im Markt.“ Davon profitieren vor allem Finanzinvestoren, die nun ihre Portfolio-Bestände endlich auch über die Börse abstoßen können.

So war der britische Tierfutter-Lieferant Pets at Home in den vergangenen zehn Jahren dreimal von einer Beteiligungsgesellschaft zur nächsten weitergereicht worden. Schon 2009 hatte der damalige Eigentümer Bridgepoint den Gang an die Börse angepeilt - vergeblich. Erst KKR schaffte es am Mittwoch, Pets at Home an die Londoner Börse zu bringen. Am gleichen Tag erlöste Warburg Pincus mit der Billigladen-Kette Poundland 1,7 Milliarden Dollar.

Nur in Deutschland sind bisher keine Börsengänge in Sicht, wenngleich Investmentbanker sicher sind, dass es in diesem Jahr mindestens zehn werden. „Aber die allermeisten davon sind erst im zweiten Halbjahr zu erwarten, frühestens im Juni oder Juli“, sagte ein Börsengangs-Experte einer Großbank in Frankfurt. „Aber die Gespräche, die wir mit Interessenten führen, sind schon sehr konkret.“ Der letzte nennenswerte Neuzugang in Frankfurt war im Juli 2013 der Immobilienkonzern Deutsche Annington. Der große Hoffnungsträger für das laufende Jahr bleibt der Mode- und Schuhversender Zalando, der inzwischen mit fast vier Milliarden Euro bewertet wird.

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