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Fondsmanager-Umfrage Investoren sind so skeptisch wie selten zuvor

Mehr als ein Drittel der institutionellen Investoren hat sich für die kommenden drei Monate gegen fallende Aktienkurse abgesichert. Das ist ein Rekord.
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Jeden Monat befragt die US-Großbank Hunderte von institutionellen Investoren zu ihren Positionierungen auf den Märkten. Quelle: Imago
Bank of America

Jeden Monat befragt die US-Großbank Hunderte von institutionellen Investoren zu ihren Positionierungen auf den Märkten.

(Foto: Imago)

FrankfurtSelbst Michael Hartnett ist überrascht. Der Chefanlagestratege der Bank of America Merrill Lynch betreut seit vielen Jahren die monatliche Umfrage der US-Großbank unter institutionellen Investoren. 195 Profi-Anleger antworteten diesmal, zusammen verwalten sie 588 Milliarden Dollar. Und davon haben sich 34 Prozent mit Sicht auf die kommenden drei Monate vor fallenden Aktienkursen abgesichert. So hoch war dieser Anteil noch nie.

Auslöser dafür ist der sich zuspitzende Handelsstreit zwischen den USA und China, der viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt hat. Die Merrill-Umfrage fand in der ersten Maiwoche statt, also kurz nach den ersten neuen Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen China.

Von daher ist wenig überraschend, dass die Investoren einen Handelskrieg als größtes Risiko für die Märkte sehen. 37 Prozent der Anleger nennen ihn das Risiko Nummer eins. Das sind doppelt so viele wie im April. Von August bis Oktober vergangenen Jahres waren die Ängste indes noch größer als aktuell.

Auch wenn die Investoren sich so deutlich vor fallenden Kursen abgesichert haben wie noch nie, ist Chefanlagestratege Michael Hartnett überzeugt, dass die Anleger nicht auf einen kompletten Abbruch der Handelsgespräche vorbereitet sind. Auch die meisten Strategen bei anderen Banken glauben nicht, dass der Handelskonflikt komplett eskaliert. Die Folgen würden schließlich nicht nur die USA, sondern auch China teuer zu stehen kommen.

Institutionelle Anleger können sich vor fallenden Kursen zum Beispiel über Verkaufsoptionen schützen. Damit kaufen sie das Recht, eine Aktie oder einen Index zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher vereinbarten Kurs, zum Beispiel dem aktuellen Marktkurs, zu verkaufen.

Die auch Puts genannten Verkaufsoptionen kosten Geld, aber mit ihnen gleichen Investoren den Kursverfall ihrer abgesicherten Aktien aus. Ähnlich funktioniert eine Absicherung über Termingeschäfte, wobei die Investoren hier das Geschäft auf jeden Fall ausüben müssen. Privatanleger können sich über Optionsscheine oder bestimmte Zertifikate vor fallenden Kursen schützen. Das kostet indes Geld.

Vorsichtig werden die Investoren auch gerade mit Blick auf die US-Aktien. Unter dem Strich sind nur zwei Prozent der befragten Investoren in US-Aktien übergewichtet, halten also mehr US-Aktien als die Indizes, an denen sie sich messen. Vor einem Monat lag die Übergewichtung noch bei vier Prozent. Damit sind die Investoren aber nicht so pessimistisch wie im Februar, als die Investoren erstmals seit neun Monaten weniger US-Aktien als ihre sogenannten Benchmarks hielten.

Auf eine Zinssenkung der US-Notenbank hoffen nur noch wenige der befragten Investoren. Die meisten erwarten, dass die Fed an ihrem Kurs festhält und die Leitzinsen bis Jahresende unverändert lässt.

Erst wenn der US-Aktienindex S&P 500 unter 2305 Punkte fallen würde, wird die Fed nach Meinung der befragten Fondsmanager die Zinsen senken. Der S&P 500 müsste nach Einschätzung der Fondsmanager um rund 18 Prozent einbrechen, damit die Fed die Zinsen senkt.

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