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Französische Großbank Société-Générale opfert Top-Mann wegen Libor-Skandals

Dass Didier Valet, stellvertretender Chef von Société Générale, seinen Hut nimmt, überrascht Beobachter. Er galt als möglicher Kronprinz.
Update: 15.03.2018 - 14:37 Uhr Kommentieren
Die französische Großbank verkündete überraschend einen Wechsel in der obersten Etage. Quelle: AFP
Société Générale

Die französische Großbank verkündete überraschend einen Wechsel in der obersten Etage.

(Foto: AFP)

Paris Hinter dem überraschenden Ausscheiden von Didier Valet, Top-Manager der französischen Großbank Société Générale (Soc Gen), steht offenbar der Druck der amerikanischen Justiz. Soc Gen hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, dass Valet, einer von drei Stelle+vertretern des CEO Frédéric Oudéa, mit sofortiger Wirkung das Haus verlasse. Es gebe „Meinungsverschiedenheiten über die Behandlung eines speziellen juristischen Themas, das vor seiner Zeit entstanden“ sei.

Ganz so ist es offenbar nicht. Wie die Tageszeitung „Le Monde“ am Donnerstag schreibt, war Valet verwickelt in die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor in Dollar 2010/2011. Damals war er zwar noch nicht stellvertretender Bankchef, aber Finanzdirektor. Soc Gen war betroffen von der im Zuge der Finanzkrise auftretenden Dollarverknappung bei einigen europäischen Großbanken. Um das Misstrauen der Marktteilnehmer nicht weiter zu steigern, soll die Bank die täglichen Angaben über die für ihre Refinanzierung gezahlten Zinsen nach unten gedrückt haben. Deshalb ermittelt die amerikanische Justiz. In diesem Zusammenhang soll Valet in ihr Fadenkreuz geraten sein.

Zwei Mitarbeiterinnen der Bank, die direkt an den Libor-Meldungen beteiligt waren, mussten schon die Bank verlassen. Doch diese Bauernopfer haben offenbar nicht ausgereicht, um die US-Behörden zu besänftigen. Beobachter ziehen Parallelen zu der Affäre um BNP-Paribas, die im Zuge ihrer Auseinandersetzung mit den USA wegen des Bruchs von Embargo-Bestimmungen mehrere Top-Manager in den Ruhestand versetzte.

Für die Bank ist der Abgang von Valet ein herber Verlust: Der 50-Jährige galt als möglicher Nachfolger von Oudéa. Zudem erschüttert sein Abschied das Vertrauen in die Bank. Die wollte am Donnerstag nicht dazu Stellung nehmen, inwiefern die US-Behörden Druck ausgeübt haben. Finanzkreise bestätigten, dass die Libor-Affäre Hintergrund des Ausscheidens von Valet sei. Sie ist derzeit das größte finanzielle Risiko für Soc Gen.

Daneben laufen Auseinandersetzungen mit den Amerikanern wegen der Verwicklung in einen Bruch des Kuba-Embargos, die aber sehr begrenzte Ausmaße haben, und mit dem libyschen Staatsfonds, an den Soc Gen bereits fast eine Milliarde Euro gezahlt hat. Für alle drei Rechtsrisiken hat die Bank Rückstellungen in Höhe von 2,32 Milliarden Euro gebildet in der Hoffnung, dass das ausreicht.

Die Aktie der Bank verlor bis Mittag knapp drei Prozent ihres Werts. Ein Analyst der Investmentbank Jefferies erklärte das damit, dass der Markt bislang erwartet habe, der Konflikt mit der US-Justiz könne ohne den Abgang von Topmanagern beigelegt werden. Nun seien die Anleger in Sorge, dass er doch noch weitere Kreise ziehen könne. Eine Soc-Gen-Sprecherin sagte, man erwarte keine weiteren Personalveränderungen.

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