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Fusion der Autobahnbetreiber Experten raten von Abertis ab

Die geplante Mega-Fusion des spanische Autobahnbetreibers Abertis mit der italienischen Autostrade findet in Finanzkreisen Anklang. Analysten begrüßen den Zusammenschluss zum weltgrößten Konzern der Branche mit mehr als 6 700 Kilometern Straßennetz und einem Börsenwert von 25 Mrd. Euro als „strategisch richtig“. Skeptisch zeigen sich einige Experten aber mit Blick auf die Aktien der beiden Unternehmen. Diese hätten schon vieles vorweggenommen, fürchten sie.
  • Stefanie Müller

MADRID. Die Abertis-Aktie ist innerhalb eines Jahres bereits von 17,50 auf rund 21 Euro gestiegen, Autostrade-Titel legten allein seit Januar von gut 20 auf mehr als 24 Euro zu. „Es handelt sich hier um reife Firmen, die nicht mehr so viel Wachstumspotenzial aufweisen“, sagt Luis de Toledo vom Madrider Broker Ibersecurities. Sein Urteil für Abertis lautet „verkaufen“.

Neben der deutlich gestiegenen Bewertung stimmen auch die Kosten im Zusammenhang mit der Fusion die Analysten skeptisch. Autostrade-Aktionäre können ihre Anteile eins zu eins in Abertis-Titel umtauschen. Außerdem erhalten sie eine Sonderdividende in Höhe von 3,75 Euro je Aktie. Für diese muss Abertis insgesamt 2,1 Mrd. Euro zahlen. „Die Sonderdividende und die angekündigten Investitionen der neuen Gruppe in Höhe von 15 Mrd. Euro machen uns Sorgen“, sagt Mariana Supelveda, Analystin der Ratingagentur Fitch. Sie hat das Gütesiegel „A“ für Abertis auf den Prüfstand gestellt, weil sie eine deutliche Zunahme der Verschuldung fürchtet.

Entscheiden werde sie über eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit aber erst, wenn mehr Details bekannt seien, sagt Supelveda. Da die Geschäftsentwicklung von Abertis sehr positiv ist – im vergangenen Jahr steigerten die Spanier den Umsatz von 1,5 auf 1,9 Mrd. Euro und erzielten einen Gewinn von 511 Mill. Euro – erwartet sie jedoch, dass die finanzielle Situation insgesamt solide bleibe.

Zu den Optimisten unter den Analysten zählen die Experten der Deutschen Bank. Sie haben ihr Kursziel für Abertis-Aktien kürzlich von 20 auf 24 Euro angehoben und raten zum Kauf der Aktie. Vorsichtiger geben sich die Banker der spanischen Ahorro Corporación Financiera. So lange keine Einzelheiten über die Strategie des neuen Giganten bekannt sind, halten sie an ihrer Verkaufsempfehlung fest.

Wie ihre regionale Strategie aussehen wird, haben die Fusionspartner bereits erklärt. Ihr Hauptinteresse werde weiter auf Europa und hier vor allem auf Italien liegen, teilten Abertis und Autostrade mit. Ibersecurities-Analyst de Toledo kann sich für diese Ausrichtung nicht begeistern. Er bevorzugt die Strategie – und die Aktien – des Konkurrenten Cintra: „Der Konzern ist nicht so stark auf Europa konzentriert wie Abertis und Autostrade und schon viel stärker in den USA präsent“, lobt de Toledo.

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