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Fusion mit VW wackelt Staatsanwälte schicken Porsche-Aktie auf Talfahrt

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bei Porsche ziehen sich in die Länge. Das behindert die Fusion mit VW. Die Folge: Anleger verkaufen Porsche-Aktien, die Papiere brechen ein. Und weitere Rückschläge drohen.
Update: 24.02.2011 - 16:39 Uhr Kommentieren

DüsseldorfSchock für Porsche-Aktionäre: Die Ermittlungen gegen die ehemalige Führungsspitze des Sportwagenbauers ziehen sich hin. Das könnte die geplante Verschmelzung mit Volkswagen verzögern. Die Anleger fliehen aus Porsche-Papieren. Aktuell notiert die Aktie des Sportwagenbauers rund zehn Prozent im Minus bei 55,46 Euro

"Es hat keiner damit gerechnet, dass die Ermittlungen 2011 abgeschlossen werden", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft werde im Lauf des Tages eine Teileinstellung und Teilerweiterung der Ermittlungen gegen den ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzchef Holger Härter bekanntgeben. "Das sind ziemlich schlechte Nachrichten für Porsche, weil damit auch die ab Ende 2011 geplante Verschmelzung von Porsche und VW auf dem Spiel stehen könnte", sagte ein Händler in Frankfurt..

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wiedeking und Härter wegen Geschäften im Rahmen der geplatzten Übernahme von VW. Die sich hinziehenden Ermittlungen würden den Fusionsprozess allerdings verzögern und das Gelingen der Verschmelzung gefährden, warnte Porsche. Auch Volkswagen teile die vorsichtigere Einschätzung von Porsche zum Zeitpunkt und zur Wahrscheinlichkeit der Verschmelzung, erklärte der Wolfsburger Konzern. VW stehe aber weiter voll hinter der Verschmelzung mit Porsche und arbeite an der Umsetzung.

An der Börse wird die Lage weitaus skeptischer eingeschätzt: "Die Gefahr von Rückschlägen bei der Aktie bleibt auch in der Zukunft bestehen", sagt Frank Schwope, Autoanalyst der Norddeutschen Landesbank. Über der Fusion von Porsche und VW hängt ein Damoklesschwert. Hedge-Fonds planen Klagen in verschiedenen Ländern gegen Porsche wegen vermeintlicher Manipulationen. Wenn ein deutsches Gericht den Klägern einen Ansatzpunkt bietet, wächst die Unsicherheit. Ein negatives Urteil für Porsche oder ein Vergleich mit den Klägern wären teuer. "Es geht um Risiken im Milliardenbereich", sagt Schwope. Beim Aktienkurs von Porsche seien in den nächsten Monaten deutliche Ausschläge nach unten möglich.

Durch den heutigen Kursrutsch ist auch die 2011er-Bilanz der Porsche-Aktie ins Minus gerutscht. Seit Jahresanfang steht nun ein Minus von fünf Prozent. Im vergangenen Jahr hatten die Papiere noch 36 Prozent zugelegt, waren damit aber deutlich hinter den Konkurrenten VW und BMW zurückgeblieben, deren Aktien 2010 jeweils mehr als 80 Prozent gewannen.

Die meisten Analysten geben sich mit Blick auf die Porsche-Aktien noch optimistisch: Daniel Schwarz von der Commerzbank bestätigte am Donnerstag trotz der jüngsten Nachrichten seine Kaufempfehlung für Porsche mit einem Kursziel von 74 Euro. Die Wahrscheinlichkeit einer Fusion mit Volkswagen noch im laufenden Jahr habe sich verringert. Die Nachrichten seien insgesamt positiv für die Kaufoption von VW und negativ für die Verkaufsoption von Porsche. Dennoch bleibe die Aktie der Porsche-Holding ein guter Zugang zu einem Investment in Volkswagen, meint Schwarz.

Skeptischer äußert sich die Citigroup. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenschlusses mit Volkswagen sei längst nicht so hoch wie der Markt glaube, schrieb Analyst John Lawson bereits in einer am Montag vorgelegten Studie. Sie liege seiner Auffassung nach bei lediglich 60 Prozent, da noch rechtliche Risiken bestünden und die Mehrzahl der Volkswagen-Vorzugsaktionäre von den Vorteilen einer Fusion erst noch überzeugt werden müsse. Daher zähle der Titel zu den "Least Preferred Calls". Lawson empfiehlt Anlegern, Porsche-Aktien zu verkaufen.

Die Staatsanwaltschaft geht weiter dem Verdacht der informationsgestützten Marktmanipulation nach. Zudem wird nun auch wegen des Verdachts der Untreue sowie des Kreditbetrugs ermittelt. "Es besteht der Verdacht, dass die ehemaligen Vorstände im Zuge des Übernahmeversuchs der Volkswagen AG existenzgefährdende Risiken für das Unternehmen durch Abschluss von Aktienkurssicherungsgeschäften eingegangen waren", erklärte die Staatsanwaltschaft. Man gehe ferner dem Verdacht nach, drei Verantwortliche aus dem Finanzbereich von Porsche hätten bei den Verhandlungen über Kredite zur Refinanzierung des Unternehmens unrichtige oder unvollständige Angaben gegenüber einem der beteiligten Kreditinstitute gemacht. Die Verfahren gegen Verantwortliche von Porsche und der beratenden Maple Bank wegen Verdachts der handelsgestützten Marktmanipulation seien dagegen eingestellt worden.

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