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Geldanlage Bescheidenheit zählt künftig an den Börsen

Der Vermögensverwalter Allianz Global Investors setzt derzeit auf europäische und asiatische Aktien. In den USA vermuten die Experten eine baldige Rezession.
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Gerade mit Blick auf den Handelskonflikt sei es sinnvoll, auf die hoch bewerteten US-Technologie- oder Konsumgüter-Aktien kritischer zu schauen. Quelle: dpa
Börsenhändler in New York

Gerade mit Blick auf den Handelskonflikt sei es sinnvoll, auf die hoch bewerteten US-Technologie- oder Konsumgüter-Aktien kritischer zu schauen.

(Foto: dpa)

FrankfurtInvestoren sollten sich auf anhaltend ungemütliche Zeiten an den Kapitalmärkten einstellen. Das geht aus einer Strategiesitzung des Allianz-Vermögensverwalters Allianz Global Investors (Allianz GI) hervor. Schließlich mehren sich in den USA die Anzeichen für eine Rezession und gleichzeitig befeuert US-Präsident Donald Trump weiterhin Handelskonflikte.

„Die Welt der Geldanlage wird aktuell immer politischer“, resümierte Neil Dwane, globaler Anlagestratege bei Allianz GI, auf der Konferenz in Frankfurt. Besonderes Augenmerk legen die Strategen des mit 535 Milliarden Euro größten Fondsanbieters am deutschen Markt nach seinen Worten derzeit auf den Handelsstreit zwischen den USA und China: Ein Szenario, in dem Gespräche dazu führen, dass die zuletzt erhobenen Strafzölle wieder zurückgenommen werden, gibt es nach Ansicht der Allianz-GI-Strategen nicht mehr.

Dwane hält die Wahrscheinlichkeit, dass sich US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping auf einen Kompromiss einigt, für ebenso hoch wie die eines Handelskrieges. „Trump gilt als unberechenbar“, ergänzte Raymond Chan, Chef-Anlagestratege Aktien für den Asien-Pazifik-Raum. Als Beispiel nennt er Trumps Androhung von Strafzöllen gegenüber Mexiko, die er rasch wieder fallen ließ, um kurz darauf neue Drohungen aufzubauen. Zugleich schätzt Chan, dass der Druck der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 Trump ein Stück weit besänftigen wird.

China auf der anderen Seite wolle selbstverständlich keinen Handelskrieg, wie Chan betonte. Gleichzeitig schätzt er: „Ein Handelskrieg würde dem Land aber auch nichts ausmachen“. Dwane vermutet, dass das Thema die Märkte in der zweiten Jahreshälfte in Atem halten wird. Zugleich sähen Strategen mehrere Anzeichen für eine US-Rezession: Etwa die sich abschwächende Industrieproduktion, niedrigere Verbraucher-Erwartungen und die Tatsache, dass kurzfristige Staatsanleihen derzeit höhere Erträge einbringen als langfristige.

US-Werte sind vergleichsweise unattraktiv

Jeff Parker, Chef-Anlagestratege Aktien für die USA, rechnet im kommenden Jahr denn auch mit einer leichten Rezession. Hinzu kämen die politischen Herausforderungen in Europa durch den Brexit, die Verschuldung in Italien, Populismus-Strömungen und einer stark mit sich selbst beschäftigten deutschen Regierung, die sich bestenfalls „weiter durchwurschtele“, wie Dwane konstatiert.

All das stimmt die Strategen des Vermögensverwalters „grundsätzlich sehr vorsichtig“, resümiert Dwane. Mit Blick auf Aktienbewertungen und Firmenzahlen hält er europäische, asiatische und Schwellenländer-Aktien aktuell für deutlich attraktiver als US-Werte. Gerade mit Blick auf den Handelskonflikt sei es sinnvoll, auf die hoch bewerteten US-Technologie- oder Konsumgüter-Aktien kritischer zu schauen, meint er. Nach dem jüngsten Kursanstieg und einer Bewertung deutlich über dem langfristigen historischen Durchschnitt sehen die Allianz-GI-Strategen dort ohnehin kaum noch Kurspotenzial für US-Titel.

In Europa dagegen gebe es nicht nur niedriger bewertete Aktien, sondern auch verlässliche Dividenden, die einen Puffer für Kursverluste bildeten, ergänzte Jörg de Vriess-Hippen, Chef-Anlagestratege Aktien für Europa. Bei Anleihen erkennen die Experten noch messbare Renditechancen bei US-Hochzinspapieren und Schwellenländerbonds. Beispielsweise halten sie asiatische Firmen- und Bankbonds guter und teils auch schwächerer Bonität für reizvoll, ebenso Staatsanleihen mittlerer Laufzeit aus Indien und Indonesien.

Doch insgesamt mahnt Dwane zur Bescheidenheit: Ertragsniveaus in zweistelliger Höhe der vergangenen Jahre seien passé. Unterm Strich sollten Anleger im Mittel nicht mehr als fünf bis acht Prozent Rendite im Jahr erwarten.

Mehr: Unter den US-Gouverneuren findet US-Präsident Donald Trump viele Unterstützer für seinen Handelskrieg. Lesen Sie hier, wie sie sich auf einem Investorengipfel in Washington äußerten.

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