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Halbleiterhersteller AMS am Ziel im Übernahmepoker um Osram

Der Österreichischer Sensorhersteller hat 59 Prozent der Osram-Aktie sicher. Die restlichen Anteilseigner können ihre Papiere noch bis Weihnachten an AMS verkaufen.
27.09.2019 Update: 12.12.2019 - 10:29 Uhr Kommentieren
Osram-Aktie News: Was Anleger zur Osram-Übernahme wissen müssen Quelle: dpa
Osram-Schriftzug auf der Hauptversammlung

Das Pokerspiel geht weiter.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der österreichische Sensorhersteller AMS hat das Ziel seines Übernahmeangebots für Osram deutlich übertroffen. Insgesamt wurden dem Konzern so viele Aktien angeboten, dass er mit den Papieren, die er bereits hielt, auf 59,3 Prozent am Münchner Lichtkonzern kommt, wie AMS am Dienstag mitteilte.

Dass das Ziel von 55 Prozent erreicht wurde, war bereits am Freitag klar. Ab Mittwoch startet nun noch eine Nachfrist, in der Aktionäre ihre Anteile bis zum 24. Dezember ebenfalls für 41 Euro je Papier an AMS verkaufen können.

Dies wäre aktuell allerdings ein schlechtes Geschäft: Nach dem Erfolg des Übernahmeangebots waren die Osram-Aktien deutlich gestiegen - am Dienstagvormittag lagen sie knapp oberhalb von 44 Euro.

AMS strebt an, seinen Anteil an Osram weiter zu erhöhen. Eine wichtige Zielmarke sind 75 Prozent. Mit diesem Anteil könnte ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen werden.

Der Weg dorthin könnte für AMS angesichts des aktuellen Aktienkurses allerdings noch teuer werden - zumal sich zuletzt Hedgefonds bei Osram eingekauft hatten, die laut Finanzkreisen genau darauf spekulieren.

Übernahme muss schnell erfolgen

Zuvor lieferten sich AMS und Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle einen harten Bieterwettkampf. Osram-Aktionäre mussten Ende September diesen Jahres entscheiden, ob sie das Übernahmeangebot des österreichischen Chip- und Sensorherstellers AMS akzeptieren.

AMS hatte sein Übernahmeangebot an die Osram-Aktionäre um 2,50 auf 41 Euro je Aktie erhöht und damit insgesamt 4,5 Milliarden Euro für das angeschlagene Unternehmen geboten.

Der in Premstätten bei Graz ansässige Konzern wollte so potenzielle Konkurrenten ausstechen. Parallel dazu lief das Angebot der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle, die pro Aktie aber nur 35 Euro boten. Der Fall schien aus Aktionärssicht klar: Das Angebot von AMS war besser als das von Bain und Carlyle.

Doch dann mischte ein dritter Akteur im Übernahmepoker mit: Osram teilte mit, dass Bain zusammen mit Investor Advent einen „bedeutenden Aufschlag“ plane.

Die Osram-Führung hatte auf eine Übernahme einer der Investoren gesetzt. Es schien, als wollten sie nach mehreren Gewinnwarnungen die Neustrukturierung im Unternehmen mit Private-Equity-Eigentümern in Ruhe fortzusetzen. Doch es kam anders.

Die Osram-Führung muss nun kooperieren. Kritisch ist, was die Übernahme für die Mitarbeiter und Aktionäre bedeutet. Es droht ein Stellenabbau und der Verkauf von Unternehmensteilen. Auch die Führung wird nach einer Übernahme durch AMS vermutlich ausgetauscht.

Die Zusammenlegung muss schnell erfolgen, weil die Schulden abgebaut werden müssen. „Schönreden hilft da nichts. Deswegen brauchen wir eine schnelle, erfolgreiche Integration“, sagte Osram-Chef Olaf Berlien im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Grundsätzlich ist die Idee von AMS, die eigene Sensorik mit der Lichttechnik von Osram zu verbinden, sinnvoll, heißt es auch aus Seiten von Osram.

Osram-Aktie legt zu

AMS stellt Sensorlösungen für Konsumgüterhersteller, Industrie, Auto- und Handyhersteller her. Zu den größten Kunden des Konzerns mit 9.000 Mitarbeitern zählt Apple. Mit der geplanten Übernahme wollen die Österreicher ihre Abhängigkeit von dem Silicon-Valley-Konzern reduzieren. AMS-Chef Alexander Everke will einen europäischen Champion im Sensorbereich schaffen.

Der aggressive Kurs von AMS freut indes die Anleger des Münchener Lichtkonzerns. Die Osram-Aktie ist seit dem Bieterkampf stark gestiegen. Lag der Kurs Anfang Dezember noch bei 36 Euro stieg die Aktie um 20 Prozent auf 44,72 Euro. Die AMS-Aktie hingegen gab in den vergangenen drei Monaten um sechs Prozent nach.

Mehr: Osram-Chef Olaf Berlien sorgt sich, dass die Integration des Lichtkonzerns nicht gelingen könnte. Auch Aufsichtsrats-Vize Klaus Abel blickt skeptisch auf den Sensorikspezialisten AMS.

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