Herabstufung Chinas Moody's' Schlag gegen das Riesenreich

Reformstau, Schuldenberg und Wachstumsschwäche: Erstmals seit 1989 hat die Ratingagentur Moody's die chinesischen Kreditwürdigkeit gesenkt. Das schickt die Märkte auf Talfahrt – und weckt Zweifel an der Zentralregierung.
Update: 24.05.2017 - 15:17 Uhr Kommentieren
Chinas Bevölkerung altert und will mehr Wohlstand. Umso wichtiger ist die Versorgung durch Kredite, die nun teurer wird. Quelle: AFP
Jogger am Bund von Shanghai

Chinas Bevölkerung altert und will mehr Wohlstand. Umso wichtiger ist die Versorgung durch Kredite, die nun teurer wird.

(Foto: AFP)

Düsseldorf/TokioDie Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Chinas erstmals seit 1989 heruntergestuft. Die Analysten verwiesen am Mittwoch zur Begründung auf ein langsameres Wachstum der weltweit zweigrößten Volkswirtschaft und eine steigende Verschuldung, außerdem auf fehlende Reformen der Behörden.

Moody's senkte die Bonitätsnote um eine Stufe von Aa3 auf A1. Das ist die fünftbeste Bewertung der Rating-Agentur, wie sie zum Beispiel auch Japan hat. A1 steht für eine sichere Geldanlage, sofern keine negativen Überraschungen auftauchen. Nach dem Schritt setzte Moody's den Ausblick auf „stabil“, womit keine direkte weitere Abwertung zu erwarten ist. Auch Standard & Poor's (S&P) könnte die Kreditwürdigkeit Chinas bald schlechter einschätzen; noch liegt die Volksrepublik auf der viertbesten Stufe, allerdings mit einem negativen Ausblick.

Die Herabstufung ist weit mehr als eine technische Entscheidung. Schlechtere Ratings erhöhen in der Regel die Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt. Und sie werden als Zeichen eines gesunkenen Vertrauens in die politische Führung gewertet – was die chinesischen Anleger angesichts des Herrschaftsanspruchs der Kommunistischen Partei um Präsident Xi Jinping besonders beunruhigen dürfte.

Nach Handelseröffnung ging es an den chinesischen Börsen auf breiter Front abwärts. So fiel der Shanghai-Composite-Aktienindex zu Handelsbeginn um ein Prozent und erlebte damit einen der größten Tagesabstürze in diesem Jahr. Der Technologieindex Shenzhen Composite fiel um ganze 2,12 Prozent. Für den Mischindex CSI 300 ging zunächst um 0,8 Prozent abwärts, auch am Finanzlatz Hongkong gaben die Kurse nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,2 Prozent. Im weiteren Handelsverlauf stabilisierten sich die Kurse zum Teil wieder.

„Moody's China-Entscheidung dürfte weitere Bonitäts-Abwertungen bei chinesischen Unternehmen zur Folge haben, vor allem bei staatlichen Unternehmen“, kommentierte Analyst Sun Hung Kai von Financial Ltd. in Hongkong. „Das wird die Refinanzierungskosten in die Höhe treiben und die Aktienkurse belasten.“ Auch Chinas Landeswährung, der Yuan, gab nach und lag im chinesischen Handel zwischenzeitlich 0,11 Prozent niedriger. Der Kurs wird allerdings innerhalb einer gewissen Schwankungsbreite von der Zentralbank festgelegt.

Wo die Zahl der Millionäre steigt - und wo sie sinkt
Rang 1: Japan
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In Japan ist die Zahl der Zahl der Millionäre gegenüber dem Vorjahr um 738.000 Personen gestiegen. Damit leben im Reich der Sonne 2,8 Millionen Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Millionen US-Dollar. Insgesamt stieg dort das Vermögen um 3,9 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Credit Suisse Global Wealth Databook 2016

Rang 2: USA
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In den USA leben die meisten Millionäre weltweit: Derzeit 13,5 Millionen Personen. Doch mit einem Zuwachs von 283.000 schaffte es das Land der unbegrenzten Möglichkeiten nur auf den zweiten Platz bei dem Anstieg. Der Trend zu höherem Vermögen seit der Finanzkrise ist aber ungebrochen.

Rang 3: Deutschland
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Der Anstieg um 44.000 Personen gegenüber 2015 reichte für den dritten Platz. Die Rede ist von Deutschland, hierzulande leben aktuell 1,6 Millionen, die umgerechnet ein Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar verfügen. Das Vermögen definiert Credit Suisse als den Wert von Finanzwerten und nicht Finanzwerten wie Häuser und Grundstücke zu Marktpreisen abzüglich Schulden.

Rang 4: Neuseeland
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Am anderen Ende der Welt, auf den beiden Insel von Neuseeland leben nur 166.000 Millionäre – doch mit einem Plus von 33.000 „Kiwis“ mit einem Vermögen von umgerechnet mehr als eine Millionen US-Dollar.

Rang 5: Kanada
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Im den riesigen Land Kanada leben nur 1,1 Millionen mit entsprechendem Vermögen. Mit dem Anstieg um 25.000 Reiche schafft es der Staat auf den fünften Platz.

Rang 6: Belgien
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Das flächenmäßig kleinste Land in der Top-Ten-Tabelle ist Belgien, in dem insgesamt 307.000 Millionäre wohnen. Aber der Anstieg um 16.000 Personen reicht für den sechsten Rang.

Rang 7: Indonesien
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Der komplette Gegensatz zu Belgien ist Indonesien, der weltgrößte Inselstaat und die der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Doch dort leben nur 112.000 Millionäre, 12.000 mehr als noch 2015.

Auch die Preise für Industrie-Rohstoffe gaben nach Bekanntwerden der Herabstufung auf breiter Front nach: Der Preis für Eisenerz-Futures fiel um ganze 5,6 Prozent auf 452 Yuan pro Tonne und erholte sich nur wenig auf 455,50 Yuan. Der Nickelpreis an der Londoner Metallbörse sank um 2,4 Prozent, Kupfer um 0,6 Prozent, Bewehrungsstahl zur Lieferung im Oktober um 1,5 Prozent. Allein der Aluminiumpreis stieg. Rohstoff-Werte haben in der Vergangenheit stark von chinesischen Investitionen in die veraltete Schwerindustrie und Infrastruktur profitiert, die die weltweite Nachfrage ankurbelten. Nun gibt es erste Anzeichen für ein Abkühlen der Modernisierung, da die chinesische Regierung die Verschuldung senken will.

An den asiatischen Handelsplätzen wurde die Herabstufung Chinas aufmerksam registriert. Beim wichtigen Handelspartner Australien sank der Wert der Landeswährung zunächst deutlich. Die Tokioter Börse allerdings erwies sich am Mittwoch als zu robust, um sich von der Abwertung die Laune verderben zu lassen. Der japanische Nikkei-225-Index stieg um 0,7 Prozent auf 19 742,98 Yen. Denn ein etwas schwächerer Yen und ein möglicher Aufschwung der Weltkonjunktur und damit der Nachfrage aus dem Ausland verbessern die Aussichten für Japans Exporteure. Der deutlich kleinere südkoreanische Aktienmarkt legte sogar ein neues Rekordhoch aufs Parkett: Der Kospi stieg leicht auf 2314 Punkte. Denn die Analysten gehen bisher davon aus, dass die Firmengewinne der sehr exportabhängigen Wirtschaft im Einklang mit der Weltkonjunktur weiter steigen werden.

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