Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Hightech-Unternehmen Erste Neuemission in Deutschland 2019 ist da: Frequentis gelingt Börsengang

Mit dem Anbieter von Kommunikationssystemen hat Deutschland seinen ersten Börsengang im Jahr 2019. Frequentis plant nun eine Expansion – inklusive Übernahmen.
Kommentieren
Das Familienunternehmen verdient sein Geld mit Kommunikations- und Informationssystemen für Leitzentralen. Quelle: M. Cveljo
Frequentis-Börsengang

Das Familienunternehmen verdient sein Geld mit Kommunikations- und Informationssystemen für Leitzentralen.

(Foto: M. Cveljo)

FrankfurtUm Punkt 9:15 Uhr und 24 Sekunden beenden zwei Österreicher die Flaute bei den Börsengängen in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt läuten Norbert Haslacher und Sylvia Burdach die Glocke auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse. Damit haben der CEO und die Vorständin für Finanzen und Controlling die Neuemission ihres österreichischen Familienunternehmens Frequentis verkündet. Bisher hatte es in diesem Jahr keinen offiziellen Börsengang in Deutschland gegeben.

Mit 18 Euro glich der erste Handelspreis der Frequentis-Papiere dem vorher festgelegten Ausgabepreis. Die Preisspanne hatte Frequentis bei 18 bis 21 Euro festgelegt. Gleichzeitig ging das Unternehmen auch in der Wiener Heimat an die Börse, dort lag die erste Taxierung bei 18,10 Euro.

Frequentis kommt damit auf eine Bewertung von etwa 200 Millionen Euro, das Platzierungsvolumen beläuft sich auf 54 Millionen Euro. Kontrollierender Eigentümer bleibt die Familie Bardach, die bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption einen Anteil von rund 67 Prozent halten wird, hieß es von der Aktiengesellschaft. Aktionäre könnten künftig mit einer Ausschüttung in Höhe von 20 bis 30 Prozent des Konzerngewinns als Dividende rechnen, erwarten Finanzkreise.

Der Gang an die Börse war ein Schritt, den Haupteigentümer Bardach in die Wege leitete, erklärte Frequentis-CEO Norbert Haslacher. „Er als Haupteigentümer hat sich überlegt, wie er die Firma in die nächste Generation überführen kann. Er kam zu dem Schluss, dass Familienunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besser als börsennotierte Familienunternehmen aufgestellt sind“, sagte Haslacher dem Handelsblatt.

Das Familienunternehmen verdient sein Geld mit Kommunikations- und Informationssystemen für Leitzentralen. Insgesamt 70 Prozent des Umsatzes entfallen auf den Bereich Flugsicherung. Den Rest steuern Kommunikationssysteme für Leitzentralen von Feuerwehren, Rettungsdiensten, der Polizei und der Bahn bei.

Ferquentis will mit den Erlösen des Börsengangs expandieren. „Das Unternehmen ist mittlerweile in 140 Ländern weltweit im Flugsicherungsbereich tätig. Im Bereich von Rettungs- und Feuerwehreinsatzleitzentralen sind wir erst 2030 da“, sagte Haslacher. Auch durch Übernahmen wolle man sein Produktportfolio erweitern. Zu den Konkurrenten von Frequentis im globalen Wettbewerb zählen unter anderem Thales und Saab.

Bisher blieb es in diesem Jahr äußerst ruhig, wenn es um Börsengänge in Deutschland ging. International sieht es ebenfalls noch mau aus – wenngleich sich das nach der Mega-Emission des US-Fahrdienstleisters Uber ändern dürfte.

Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY brach das Emissionsvolumen in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahresquartal global um 74 Prozent auf 13,1 Milliarden US-Dollar ein. Die Zahl der Newcomer fiel um 41 Prozent auf 199. In Deutschland traute sich in diesem Jahr kein neuer Kandidat auf das Parkett.

Zu den Gründen für die Flaute zählen die Experten von EY vor allem die geopolitischen Risiken, insbesondere den Brexit. In den vergangenen Tagen ging zudem die Angst um vor einem verschärften Handelskonflikt zwischen China und den USA um.
Laut Vorstandschef Haslacher seien die internationalen Handelsstreit auch für Frequentis eine Gefahr: „Natürlich ist uns das Marktumfeld nicht gerade entgegengekommen. Umso stolzer sind wir, dass wir hier die 18 Euro und 18,10 Euro in Wien erreicht haben.“

Bereits am Vortag des Frequentis-Börsengangs ereilte die Börsianer eine gute Nachricht. Volkswagen will seine Lkw-Sparte Traton nun doch an die Börse bringen. Der Vorstand habe einen entsprechenden Beschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrats gefasst, gab der Autobauer bekannt. Der Börsengang werde „vorbehaltlich der weiteren Kapitalmarktentwicklung vor der Sommerpause 2019“ angestrebt.

Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter. Die Pläne für einen Börsengang hatte VW Mitte März noch gestoppt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Hightech-Unternehmen - Erste Neuemission in Deutschland 2019 ist da: Frequentis gelingt Börsengang

0 Kommentare zu "Hightech-Unternehmen: Erste Neuemission in Deutschland 2019 ist da: Frequentis gelingt Börsengang"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.