Insider-Barometer Top-Manager nutzen das Auf und Ab

Vorstände und Aufsichtsräte nutzen die Kurs-Schwankungen geschickt: Sie kaufen bei niedrigen und verkaufen bei hohen Notierungen. Ein genereller Markttrend lässt sich aus den Insiderdaten aktuell nicht ableiten.
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Metro-Vorstandschef Olaf Koch: Er bekam die Aktien so günstig wie nie. Quelle: Reuters

Metro-Vorstandschef Olaf Koch: Er bekam die Aktien so günstig wie nie.

(Foto: Reuters)

FrankfurtEs waren zuletzt Börsentage, wie sie die Anleger lieben. Da gab es reichlich Nachrichten, deutliche Kursschwankungen und demzufolge hohe Börsenumsätze. Doch nicht nur Fondsmanager, Vermögensverwalter und Privatanleger handelten kräftig, auch die Topmanager mischten in großem Stil mit. Allerdings ohne klaren Trend - und damit agierten sie anders als in den Vorwochen. Vorstände und Aufsichtsräte platzierten zuletzt mehrfach Kauf- und Verkaufsorders in Millionenhöhe. „Die Motivation der Chefs ist vor allem unternehmensbezogen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

Die Konzernlenker schauen also in Auftragsbücher und Warenlager, erkunden die Stimmung bei Kunden und auf Messen, anschließend vergleichen sie das mit dem Aktienkurs ihres Hauses. Hat der sich vom allgemeinen Abwärtstrend zuletzt absetzen können, dann wird gerne mal ein Teil der Papiere verkauft. Hat er dagegen zuletzt zu sehr gelitten, dann nutzen viele die ihrer Ansicht nach günstige Gelegenheit wieder zum Kauf.

Dabei treibt alle Akteure am Markt die allgemeine Unsicherheit um: Wie geht es in Griechenland und den anderen Problemländern weiter? Wird in Ländern wie China das Wachstum tatsächlich dauerhaft so stark sein wie bisher? „Wir sind zurück auf unbekanntem Terrain", bringt es Martin Gilles, Chefstratege bei der WestLB, auf den Punkt.

Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) zusammen mit Commerzbank Asset Management alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt berechnet, stieg zuletzt leicht auf den Stand von 110 Punkten und damit an das obere Ende des neutralen Bereichs. Aktien entwickeln sich demnach in den kommenden Monaten nicht besser oder schlechter als die anderen Anlageklassen. „Ein positiver oder negativer genereller Markttrend lässt sich aktuell aus den aggregierten Insiderdaten nicht ableiten", heißt es in der jüngsten Auswertung der Fifam.

Wohl aber, dass speziell die Aktien verkauft werden, die zuletzt weiterhin sehr gut liefen und nicht abstürzten. Der Hannoveraner Online-Reifenhändler Delticom gehört beispielsweise dazu. Mit einem Volumen von über 20 Millionen Euro gehören die Verkäufe der vergangenen beiden Wochen zu den größten Insiderorders in diesem Jahr. Zwar hat die Aktie in den vergangenen Wochen ebenfalls verloren, trotzdem ist sie im Moment noch immer mehr als sechsmal so viel wert wie vor drei Jahren.

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