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Insiderbarometer Investor Anders Holch Povlsen kauft weiter Zalando-Aktien

Der Milliardär hat seine Beteiligung am Onlinehändler weiter ausgebaut. Auch andere Topmanager greifen gezielt bei Aktien der eigenen Firma zu.
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Insiderbarometer: Milliardär investiert erneut in Zalando-Aktien Quelle: Bloomberg
Zalando

Aufsichtsrat Povlsen hält jetzt gut zehn Prozent der Aktien.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtAnders Holch Povlsen hat viel Geld und offensichtlich starke Nerven. Anfang September stockte der milliardenschwere Investor, der im Aufsichtsrat von Zalando sitzt, seine Beteiligung an dem Onlinehändler um knapp 6,4 Millionen Euro auf. Dafür zahlte er um die 45,50 Euro je Aktie.

Kurze Zeit später stürzte die Zalando-Aktie nach einer Gewinnwarnung ab und verlor bis Jahresende rund 46 Prozent. Mit seinem Investment vom September liegt Povlsen heute noch im Minus, obwohl die Aktie in diesem Jahr mit einem Kursplus von rund 55 Prozent der beste MDax-Wert ist.

Der Milliardär scheint an weiteres Aufwärtspotenzial zu glauben. Bereits von Anfang bis Mitte März kaufte er Aktien für 9,2 Millionen Euro nach. In den vergangenen beiden Wochen griff er über eine Holding erneut zu und investierte gut 9,4 Millionen Euro. Dafür zahlte er um die 34,50 Euro pro Aktie – und baute seine Zalando-Beteiligung auf 10,2 Prozent aus.

Sollen Privatanleger es dem Dänen nachmachen und ebenfalls in die Zalando-Aktie investieren? Es gibt zwar viele Kaufempfehlungen von Banken, und zumindest seine gesenkte Gewinnprognose hat Zalando im abgelaufenen Jahr erreicht. Dennoch raten die meisten Analysten nur zum Halten der Aktie. „Anleger sollten nicht das spekulative Moment der Aktie vernachlässigen“, meint auch Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Privatuni Frankfurt School of Finance & Management.

Stotz beobachtet seit vielen Jahren die Aktientransaktionen, die Aufsichtsräte und Vorstände an die Finanzaufsicht Bafin melden müssen. Daraus berechnet er alle 14 Tage gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management das Insiderbarometer für das Handelsblatt. Zuletzt ist es leicht auf 151 Punkte gesunken, liegt damit aber weiter auf hohem Niveau.

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Insgesamt gibt es jedoch seit Mitte Januar nur relativ wenige Käufe. Da indes die Verkäufe noch geringer sind, zeigt sich laut Stotz eine positive Grundstimmung der Insider. Daraus leitet er ab, dass sich der Markt zunächst seitwärts entwickeln dürfte. Den größten Verkauf gab es zuletzt bei der Munich Re. Vorstand Torsten Jeworrek trennte sich zum Kurs von 214,50 Euro von einem Aktienpaket von knapp 1,8 Millionen Euro. Damit verkaufte er die Aktien nahe ihrem kurz zuvor erreichten Allzeithoch.

Für Stotz ist das eine typisch antizyklische Insidertransaktion: „Ein Verkauf nahe einem Allzeithoch in einer wenig euphorischen Gesamtmarktphase sollte auch Privatanleger darüber nachdenken lassen, Gewinne bei der Munich Re zu realisieren.“ Die meisten Analysten raten dagegen, die Aktie zu halten.

Vorsichtige Hoffnung bei Gea

Bei den Käufen ist für Stotz die zweitgrößte Transaktion der jüngsten Zeit womöglich interessanter als der Zalando-Kauf. Stefan Klebert, der neue Vorstandschef von Gea, hat Aktien für gut 800.000 Euro gekauft. Der Konzern, der unter anderem Nahrungsmittel- und Getränkehersteller mit Prozesstechnik wie Abfüllanlagen, Tablettenpressen oder Brausystemen ausstattet, soll laut Klebert „das Vertrauen des Kapitalmarkts wiedergewinnen“.

Dieses ist nach vielen Gewinnwarnungen verloren gegangen. Im vergangenen Jahr brach die Aktie um 44 Prozent ein und hat seither unter dem Strich weniger als vier Prozent zugelegt. Klebert soll das Unternehmen umstrukturieren und in verschiedene Teilbereiche aufsplitten.

Analysten wie Peter Reilly vom Analysehaus Jefferies betonen zwar, dass Klebert die geerbten Probleme des Anlagenbauers korrekt identifiziert habe. Das Schwierige sei nun aber, sie loszuwerden. Mit der Zeit sieht Reilly zwar positives Potenzial, für eine Kaufempfehlung hält er es wie viele Analysten aber für zu früh.

Dennoch dürfte es in diesem Jahr zumindest von Gea-Vorständen noch mehr Aktienkäufe geben. Um den Anreiz des Managements zu erhöhen, den Unternehmenswert zu steigern, sind Vorstände seit diesem Jahr dazu verpflichtet, Gea-Aktien am Markt zu kaufen.

Klebert hat schon einmal als Firmenchef ein gutes Gespür beim Aktienkauf bewiesen. Als Chef des Metallpressenherstellers Schuler hatte er im Sommer 2011 Aktien für gut 200.000 Euro zum Preis von zehn Euro je Aktie gekauft. Nach rund anderthalb Jahren verkaufte er sie mit einem Kursplus von 100 Prozent.

Schuler wurde damals vom österreichischen Maschinenbauer Andritz übernommen. Die Schuler-Aktionäre bekamen ein Angebot von 20 Euro je Aktie. Auch bei Gea könnte es Spekulationen zufolge eine Übernahme geben. Finanzkreise zumindest zählen den Anlagenbauer zu den Unternehmen, die von Private-Equity-Firmen gekauft und von der Börse genommen werden könnten.

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