Insiderhandel Wie Hacker und Händler Millionen erbeuteten

Die Lottozahlen einen Tag vor der Ziehung bekommen? Ein Traum für jeden Spieler. Dieser Traum wurde nun für 30 Händlern wahr, die dank modernster Technik innerhalb von Minuten reich wurden – und nun ins Gefängnis müssen.
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Händler und Hacker haben unveröffentlichte Börsennews benutzt, um an der Börse schnelles Geld zu verdienen. Quelle: dpa
Hacker erbeuten Börsennews

Händler und Hacker haben unveröffentlichte Börsennews benutzt, um an der Börse schnelles Geld zu verdienen.

(Foto: dpa)

San FranciscoDer Insiderhandel ist im 21. Jahrhundert angekommen: Im bislang größten Online-Insiderskandal sollen 32 Beschuldigte bis zu 100 Millionen Dollar illegale Gewinne eingefahren haben. Die benötigten Informationen besorgten zwei Hacker, die in die Server großer Nachrichtendienste einbrachen und über 150.000 noch unveröffentlichte Nachrichten erbeuteten. Viele davon waren bares Geld wert: Zum Beispiel unveröffentlichte Quartalsergebnisse. Das ist so, wie die Lottozahlen am Vortag der Ziehung zu erhalten.

Insgesamt ermittelt die Börsenaufsicht SEC gegen 30 Wertpapierhändler und Brokerhäuser und zwei Ukrainer, die die Daten besorgt haben sollen.

Die Professionalität des Vorgehens verblüfft selbst die abgebrühten Ermittler in New York: „Die internationale Dimension ist in Umfang und Art beispiellos“, zeigte sich SEC-Chefin Mary Jo White auf einer Pressekonferenz am Dienstag sprachlos, „Das gilt auch für die Zahl der beteiligten Wertpapierhändler, die Anzahl der gehandelten Aktien und die erzielten Gewinne.“

Insider-Informationen per Mausklick

Wurde früher im Börsensaal oder auf dem Golfplatz mal ein „heißer Tipp“ unter zwei Vertrauten ausgetauscht, leierten die beiden Ukrainer ein professionelles Internetgeschäft an. Sie infiltrierten mindestens zwei der großen Datenbanken für Finanznachrichten, die regelmäßig im Auftrag von börsennotierten Gesellschaften kritische Finanznachrichten wie Quartalsergebnisse, Gewinnwarnungen oder Übernahmepläne veröffentlichen.

Die gestohlenen Informationen, insgesamt rund 150.000 Pressemeldungen oder SEC-Pflichtmitteilungen, landeten auf einem Internetportal, wo sie wie in einem Internet-Kaufhaus per Mausklick geordert wurden. Die Händler dies- und jenseits des Atlantiks erstellten Wunschlisten, zu welchen Papiere sie wann Informationen erwarteten. Die Hacker produzierten Videoanleitungen, wie man auf dem Marktplatz die richtigen Daten heraussucht.

511.000 Dollar auf einen Schlag
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  • manchmal ist der tote Briefkasten eben immer noch das sicherste Kommunikationsmittel ^. Computer sind Fluch und Segen, wobei ich mittlerweile denke sie werden eher zum Fluch.

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