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Insolventes Modeunternehmen Aktie von Gerry Weber legt mehr als 20 Prozent zu

Die Aktie der insolventen Modefirma Gerry Weber liegt am Montag deutlich im Plus. Im Jahresvergleich ist die Entwicklung dennoch verheerend.
Update: 28.01.2019 - 14:40 Uhr Kommentieren
Der Modehersteller ist insolvent. Quelle: dpa
Gerry Weber

Der Modehersteller ist insolvent.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Kursbewegungen bei der Aktie von Gerry Weber gibt es aktuell nur in zweistelligen Raten. Am Montag war die Aktie des insolventen Modeunternehmens mehr als 20 Prozent im Plus, nachdem sie am Freitag um bis zu 77 Prozent abgestürzt war. Am Montagnachmittag lag das Tagesgewinn bei 23,3 Prozent, ein Anteilsscheine war zuletzt 75 Cent wert. Vor einem Jahr lag der Kurs allerdings noch bei 9,48 Euro.

Der Absturz des seit 1989 an der Börse notierten Modeunternehmens ist extrem. Zu den Hochzeiten des Aktienkurses, im Geschäftsjahr 2013/2014, erzielte Gerry Weber ein operatives Ergebnis von 109 Millionen Euro, die Aktie war 2014 im Frühjahr fast 40 Euro wert. Seitdem ging es bergab: Für das Geschäftsjahr 2017/18 steht ein Minus von 192 Millionen Euro zu Buche, die Aktie verlor mehr als 98 Prozent ihres Wertes.

Am vergangen Freitag erreichte die Aktie ihr Allzeittief von 43 Cent, nachdem das Unternehmen beim Amtsgericht Bielefeld einen Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenregie gestellt hatte. Dieser Schritt war notwendig geworden, nachdem die Gespräche des Modeherstellers mit Banken und Gläubigern über die weitere Finanzierung des Konzerns gescheitert waren.

Von der Insolvenz ist zunächst nur die börsennotierte Dachgesellschaft Gerry Weber International mit 580 Mitarbeitern betroffen. Für die Tochtergesellschaften – inklusive Hallhuber – wurden keine Anträge gestellt.

Analysten hatten bei Gerry Weber seit geraumer Zeit den starken Fokus auf das Einzelhandelsgeschäft und die zu aggressive Expansion der Läden kritisiert. Ob künftige Ladenschließungen und Entlassungen dem Unternehmen wieder zu einem profitablen Wachstum verhelfen könnten, sei fraglich, schrieb etwa Christian Salis von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Zudem forderte er radikalere Restrukturierungsmaßnahmen beim Modekonzern.

Auf dem deutschen Modemarkt ist Gerry Weber mit seinen Problemen nicht alleine. Auch bekannte Namen wie Esprit oder Tom Tailor kämpfen mit roten Zahlen. Denn während die Ausgaben der Verbraucher für Bekleidung kaum zunehmen, wächst der Online-Handel und reduziert die Umsätze der etablierten Unternehmen.

Bei Gerry Weber plant Chef-Sanierer Florian Frank deshalb starke Einschnitte. Unter anderem sollen bis zu 900 der 6500 Arbeitsplätze abgebaut und 230 der 1230 Gerry-Weber- und Hallhuber-Läden geschlossen werden. Die Finanzierung des laufenden Geschäfts sei dank der vorhandenen flüssigen Mittel bis ins nächste Jahr hinein gesichert, erklärte Gerry Weber.

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