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IPO Global Fashion Group rettet sich mit Mühe aufs Börsenparkett

Discountpreise – diesmal für die eigenen Aktien: Der Online-Modehändler muss den Ausgabepreis auf 4,50 Euro je Aktie senken. Er geht damit bis zur Schmerzgrenze.
Update: 29.06.2019 - 11:30 Uhr Kommentieren
Die Startup-Schmiede muss deutlich mehr für Börsengang seiner Tochter Global Fashion Group ausgeben als zunächst geplant. Quelle: Reuters
Rocket Internet

Die Startup-Schmiede muss deutlich mehr für Börsengang seiner Tochter Global Fashion Group ausgeben als zunächst geplant.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der defizitäre Online-Modehändler Global Fashion Group (GFG) hat seinen Börsengang nur mit Mühe über die Bühne gebracht. So musste das Unternehmen weitere Abstriche beim Volumen machen und die Großaktionäre noch stärker zur Kasse bitten als zuletzt gedacht. Die Platzierung von bis zu 44 Millionen Aktien für je 4,50 Euro gelang nur mit kräftiger Unterstützung der beiden Großaktionäre, dem schwedischen Investor Kinnevik und dem deutschen Start-up-Brutkasten Rocket Internet, wie das Unternehmen am Samstag in Luxemburg mitteilte.

Von den neuen Anteilen übernehmen Kinnevik und Rocket Internet Papiere für 60 Millionen Euro beziehungsweise rund 50 Millionen Euro - das sind zusammen rund 60 Prozent der bei dem Börsengang über eine Kapitalerhöhung platzierten Aktien. Damit muss Rocket Internet noch etwas mehr Geld investieren als zuletzt erwartet, um den Börsengang der wichtigen Beteiligung zu retten.

Am Mittwoch hatte das Unternehmen noch angekündigt, 40 Millionen Euro für neue Aktien des Online-Modehändlers auszugeben. Dieser hatte zudem die Erwartungen an den Börsengang bereits Mitte der Woche die Erwartungen des Börsengangs deutlich nach unten geschraubt. So wurde der Angebotspreis stark gesenkt und die Zeichnungsfrist verlängert. Mit der jetzt platzierten Aktienzahl und einem Maximalerlös von knapp 198 Millionen Euro liegt GFG noch einmal rund 30 Millionen Euro unter dem, was sich das Unternehmen noch Mitte der Woche erhofft hatte.

Vom ursprünglichen Ziel ist die Rocket-Internet-Beteiligung weit entfernt: Zum Start des Platzierungsprozesses Mitte Juni hatte das Unternehmen aus dem Börsengang Erlöse von bis zu 392 Millionen Euro für möglich gehalten. Rocket Internet hielt vor dem Börsengang rund ein Fünftel der Anteile der Global Fashion Group - wegen der Investition von rund 50 Millionen Euro in die neuen Aktien wird der Anteil von Rocket Internet mit dem Börsengang sogar leicht steigen. Eigentlich wollte das Unternehmen die Beteiligung an GFG verringern.

Hauptaktionär bleibt weiter der schwedische Investor und Mitgründer Kinnevik, dessen Anteil leicht von den bisher knapp 37 Prozent sinken dürfte. Die GFG-Aktien sollen erstmals am 2. Juli in Frankfurt in Frankfurt gehandelt werden.

Global Fashion Group wurde 2011 gegründet und betreibt unter anderem die Internet-Modehändler Dafiti in Südamerika, Lamoda in Russland oder Zalora in Südostasien. Vorbild dabei ist das erfolgreiche deutsche Unternehmen Zalando, bei dem Rocket Internet auch mal Großaktionär war und Kinnevik noch immer ist. Die Global Fashion Group setzte vergangenes Jahr 1,16 Milliarden Euro um und ist damit nur leicht gewachsen. Unter dem Strich stand ein Minus von 200 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Zalandos Umsatz ist im vergangenen Jahr um ein Fünftel auf 5,4 Milliarden Euro gewachsen - zudem verdiente das Berliner Unternehmen dabei Geld, sowohl operativ als auch unter dem Strich. An der Börse ist die Aktie von Zalando daher gefragt. Seit dem Börsengang im Jahr 2014 zog der Kurs um rund 80 Prozent auf 39 Euro an. Zalando kommt damit auf einen Börsenwert von fast 10 Milliarden Euro - die Global Fashion Group erreicht nicht mal auf eine Milliarde Euro.

Mehr: Ein anderes Rocket Internet-Investment findet neue Geldgeber. Mit dem neuem Investment will das Vermittlungsportal Expertlead seine Plattform ausbauen und attraktiver machen.

  • rtr
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