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Lkw-Sparte vor Börsengang VW könnte noch mehr Traton-Anteile abgeben

In der kommenden Woche startet voraussichtlich die Lkw-Sparte des VW-Konzerns an der Börse. Nach den ersten zehn Prozent könnten noch weitere Tranchen folgen.
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Der Münchener Lkw-Hersteller MAN und die Konzernschwester Scania sollen unter dem Traton-Dach enger zusammenarbeiten. Quelle: Bloomberg
MAN-Lkw auf der VW-Hauptversammlung

Der Münchener Lkw-Hersteller MAN und die Konzernschwester Scania sollen unter dem Traton-Dach enger zusammenarbeiten.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf In einer guten Woche wird feststehen, mit welcher Einstiegsnotierung die VW-Lkw-Sparte Traton an der Börse gehandelt wird. „In der nächsten Woche geben wir am Donnerstag Preis und Zuteilung bekannt“, sagte Volkswagen-Finanzvorstand Frank Witter am Montag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Erster geplanter Handelstag wird der Freitag kommender Woche sein. Die Traton-Papiere sollen an den Börsen in Frankfurt und in Stockholm gehandelt werden.

Das Volkswagen- und Traton-Management haben an diesem Montag mit der Roadshow begonnen, um für den anstehenden Börsengang der Lkw-Sparte des Wolfsburger Autoherstellers zu werben. Der Autokonzern geht mit einer Spanne zwischen 27 und 33 Euro in die Preisbildungsphase („Bookbuilding“), die in der kommenden Woche am Donnerstag abgeschlossen wird. VW wird zunächst zehn Prozent von Traton zum Verkauf anbieten. Über eine Mehrzuteilungsoption könnten daraus in einem zweiten Schritt noch 11,5 Prozent werden. Je nach finalem Verkaufspreis wird die Traton-Sparte zwischen 13,5 und 16,5 Milliarden Euro bewertet.

Doch auch nach der Erstnotiz könnte es für die Lkw-Sparte von Volkswagen noch weitere Runden an den Aktienmärkten geben. „Das ist der erste Schritt an die Börse und nicht das Finale“, sagte VW-Finanzvorstand Witter. Die „Traton-Story“ sei noch längst nicht zu Ende geschrieben.

Die VW-Lkw-Sparte lockt Investoren mit weiter steigenden Synergieeffekten während der kommenden Jahre. Die Hauptmarken Scania und MAN sollen ihre Zusammenarbeit in weiterer Zukunft noch stärker intensivieren und etwa auch gemeinsame Antriebsstränge verwenden.

Die Kontrolle über Traton würde der VW-Konzern nach derzeitigem Stand allerdings nicht abgeben. Der Eigentümer Volkswagen sei nur dazu bereit, maximal 24,9 Prozent der Lkw-Sparte in weiteren Schritten an außenstehende Investoren abzugeben.

Finanzvorstand Witter begründete den geplanten Börsengang damit, dass es zwischen Pkw- und Lkw-Produktion kaum Synergien gebe. Traton sei eine vergleichsweise selbstständige Unternehmenseinheit, die deshalb recht problemlos an die Börse gebracht werden könne. Auch in diesem Jahr entwickelten sich Umsatz und Ertrag positiv bei Traton.

VW verweist auf schwieriges Börsenumfeld

Witter verteidigte die Entscheidung, dass in dem jetzt geplanten ersten Schritt nur gut zehn Prozent von Traton an die Börse gebracht werden sollen. Das sei die richtige Entscheidung in Anbetracht der aktuellen Bedingungen an den Finanzmärkten. „Das Börsenumfeld ist nicht ideal, aber auch nicht schlecht“, sagte der VW-Finanzvorstand.

Witter verwies dabei auf die aktuell schwierige politische Situation mit weltweiten Handelskonflikten und dem Brexit. Zu dem jetzt angebotenen etwas kleineren Traton-Paket hätten auch die beteiligten Banken geraten.

Die Resonanz auf den geplanten Börsengang ist groß, war im Vorfeld aus Finanzkreisen zu hören. Organisiert wird der IPO, wie Börsengänge verkürzt bezeichnet werden, von den Banken Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und JP Morgan. „Die ersten Reaktionen waren positiv“, ergänzte auch VW-Vorstand Witter.

Noch ein weiterer Faktor sorgt bei diesem Börsengang für Stabilität: Volkswagen hat den Verkauf von Traton-Aktien im Wert von 200 Millionen Euro bereits gesichert. Für diesen Betrag wird der schwedische Pensionsfonds AMF Pensionsförsäkring AB in der ersten Börsenrunde Traton-Papiere zeichnen. Mit diesem Ankerinvestor im Rücken sollte es Volkswagen vergleichsweise schnell gelingen, auch für die anderen angebotenen Traton-Aktien ausreichend Kaufinteressenten zu finden, hieß es dazu aus Finanzkreisen.

Investoren schätzen Traton-Börsengang positiv ein

Volkswagen kalkuliert am Ende mit Einnahmen von bis zu 1,9 Milliarden Euro aus dem jetzt anstehenden Traton-Börsengang. Der Wolfsburger Autokonzern dürfte das Geld für sich behalten und etwa für zusätzliche Investitionen im Bereich der Elektromobilität ausgeben. Nach den Belastungen aus der Dieselaffäre von aktuell rund 30 Milliarden Euro sind zusätzliche Einnahmen wie etwa aus dem Traton-IPO gern in Wolfsburg gesehen.

Unter Investoren wird der Traton-Börsengang grundsätzlich positiv eingeschätzt. Das IPO könnte so etwas wie eine Initialzündung sein, die bei Volkswagen noch viel weitergehende Veränderungen auslöst.

Der VW-Konzern sei mit seinen zwölf Marken viel zu kompliziert aufgestellt. „Traton könnte insofern ein Musterbeispiel für andere Marken im gesamten Konzern werden“, sagte Arndt Ellinghorst, Automobilanalyst beim Investmenthaus Evercore ISI. Andere Töchter ließen sich ebenfalls in die Selbstständigkeit entlassen. So könnte allein die VW-Sportwagentochter Porsche künftig auf einen Wert von 130 Milliarden Euro kommen. Unter dem gemeinsamen Konzerndach erreiche das gesamte automobile Geschäft bei Volkswagen aktuell gerade einmal 25 Milliarden Euro.

Mehr: VW ringt sich zur Aktien-Neuemission seiner Lastwagentochter Traton durch. Lesen Sie hier, warum der Traton-Börsengang wegweisend ist.

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